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An der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz können nun auch Patienten mit einer Mitralklappeninsuffizienz durch ein neues schonendes Verfahren behandelt werden.
Die Kardiologen wenden dabei, in der Klinik von Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, die so genannte perkutane (endovaskuläre) Mitralklappenrekonstruktion an. Per Katheter wird mittels einer minimal-invasiven Clip-Implantation hierbei die vorliegende Undichtigkeit der Mitralklappe verringert oder sogar behoben. Auf diese Weise entfallen das Öffnen des Brustkorbes sowie der bislang übliche und risikobehaftete Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine. Das Verfahren wird bislang in 21 Zentren bundesweit eingesetzt. Seit dem ersten Einsatz des Verfahrens in Mainz Anfang Juni konnten auf diese Weise bereits sechs Patienten erfolgreich therapiert werden.
Die Mitralklappeninsuffizienz ist die häufigste Form eines Herzklappenfehlers in Europa. Weltweit sind einige Millionen von Menschen davon betroffen. Die Erkrankung zeichnet sich dadurch aus, dass ein mangelhafter Schluss der Herzklappe vorliegt und dieser zu einem Rückstau des Blutes in der Lunge und somit zu Atemnot führt. Wird die Erkrankung nicht therapiert, kommt es langfristig zu einer chronischen Volumenüberlastung des Herzens, welche eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) zu Folge hat.
Bisher sind verschiedene chirurgische Verfahren zur Behandlung eines defekten Schließmechanismus der Mitralklappe das Mittel der Wahl, für die jedoch die Öffnung des Brustkorbes und der Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine erforderlich sind. Bei dem neuen Verfahren genügt ein kleiner Zugang in der Leistenvene, um eine Verbesserung der Symptome, wie Müdigkeit und Kurzatmigkeit, günstig zu beeinflussen. Bei der so genannten perkutanen (endovaskulären) Mitralklappenrekonstruktion oder auch Mitralklappenclipping werden die beiden Mitralklappensegel adaptiert und auf diese Weise die mangelnde Schlussfähigkeit verbessert oder behoben. Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt. Die Verwendung der Herz-Lungen-Maschine ist nicht mehr erforderlich. Zusätzlich erfolgt permanent eine dreidimensionale Echokardiographie sowie bei Bedarf eine Röntgenkontrolle, die eine optimale Positionierung des Clips erlaubt. Diese schonende Vorgehensweise birgt für den Patienten ein geringeres Risiko und bietet gleichzeitig eine schnellere Erholung und Verbesserung der Lebensqualität. Dennoch gilt die chirurgische Therapie immer noch als Standard, da für das neue Verfahren noch keine Langzeitergebnisse vorliegen. Aufgrund erhöhten operativen Risikos, z.B. hohes Alter oder schwerwiegender Begleiterkrankungen ist eine chirurgische Therapie allerdings häufig nicht möglich. Diese Patienten können insbesondere von dem neuen Verfahren über den Katheter profitieren.
Das neue Verfahren ist erst seit März 2009 in Europa zur Anwendung zugelassen und wird seither insbesondere in Deutschland angewandt. Weltweit konnten bisher rund 1.700 Patienten auf diesem Weg erfolgreich behandelt werden. In den 21 deutschen Zentren sind es etwa 550 hiervon.
„Wir sind sehr stolz darauf, als eines von wenigen Zentren in Deutschland, nunmehr eine solch schonende und alternative Behandlungsmethode in Mainz anbieten zu können“, so Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel. „Schon heute zeichnet sich ab, dass diese Vorgehensweise die Lebensqualität verbessern kann und dazu beiträgt, Patienten mit einer schweren Mitralklappeninsuffizienz, die bisher nicht operiert werden konnten, behandeln zu können“, ergänzt Priv.-Doz. Dr. Ascan Warnholtz, der sich für dieses stimulierende Projekt verantwortlich zeichnet. „Die optimale Abstimmung zwischen den Ärzten am Kathetertisch und am Ultraschallgerät (Echokardiographiegerät), dem Assistenzpersonal im Herzkatheterlabor und der Anästhesie in einer Teamarbeit ist dabei ein weiterer wichtiger Schlüssel für den Erfolg“, betont Univ.-Prof. Dr. Christian Werner, der Direktor der Klinik für Anästhesiologie.
Kontakt
Priv.-Doz. Dr. Ascan Warnholtz
II. Medizinische Klinik und Poliklinik
Telefon: 06131 17-3747, Fax: 06131 17-6428; E-Mail: warnholt@uni-mainz.de
Internet: http://www.unimedizin-mainz.de/2-med
Pressekontakt
Caroline Bahnemann, Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz, Telefon: 06131 17-7426, Fax: 06131 17-3496,
E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de
Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz. Mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen sowie zwei Einrichtungen der medizinischen Zentralversorgung – die Apotheke und die Transfusionszentrale – gehören zur Universitätsmedizin Mainz. Mit der Krankenversorgung untrennbar verbunden sind Forschung und Lehre. Rund 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz kontinuierlich ausgebildet.
Caroline Bahnemann | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.unimedizin-mainz.de
www.unimedizin-mainz.de/2-med
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