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Hunde als Cyborgs: Tragbares Blutzucker-Messgerät macht Diabetes auch bei Hunden besser behandelbar

23.09.2011
Auch Tiere können an Diabetes erkranken. Wie beim Menschen ist die beste Therapie eine, die auf die natürlichen Schwankungen des Blutzuckerspiegels eingeht.

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Bei Tieren sind diese aber schwer zu bestimmen. Nadja Affenzeller und ihre Kollegen von der Vetmeduni Vienna konnten nun zeigen, dass ein für Menschen entwickeltes tragbares Gerät zur Überwachung des Blutzuckerspiegels auch bei Hunden mit Diabetes funktioniert. Ihre Arbeit ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Veterinary Record“ erschienen.


Diabetes hat für die von dieser Krankheit betroffenen Patienten viele ernsthafte Folgen, die nur vermieden werden können, wenn ihr Blutzuckerspiegel nahe dem von Gesunden gehalten werden kann. Jüngst gab es bedeutende Fortschritte in der Behandlung dieser Stoffwechselkrankheit mit Insulin. Für diese neuen Therapien sind Ärzte aber auf detailliertes Wissen über Schwankungen des Blutzuckers angewiesen.

Üblicherweise werden diese Schwankungen bei Klinikaufenthalten der Patienten bestimmt. Diese sind jedoch oft irreführend, da die Ess- und Bewegungsgewohnheiten der Patienten sich während des Klinikaufenthalts ändern, auch ändert sich ihre Stressbelastung im Vergleich zum Alltag. Deshalb würde die Bestimmung der Schwankungen des Blutzuckers während des normalen Alltags von Menschen – und auch Tieren – wertvolle Daten für eine effiziente individuelle Therapie von Diabetes geben.

Blutzucker kontinuierlich überwachen

Die Firma Menarini Diagnostics hat ein Gerät entwickelt, mit dem bei Menschen der Blutzuckerspiegel über eine gewisse Zeit hinweg kontinuierlich überwacht werden kann. Das GlucoDay genannte Gerät kann Konzentrationen von Glukose im Blut in einem großen Messereich bestimmen, das macht auch seine Anwendung bei Tieren möglich. Nadja Affenzeller und ihre Kollegen an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni Vienna) testeten das Gerät bei zehn Hunden mit Diabetes, die schon davor mit Insulin behandelt wurden. Die Tiere vertrugen das Gerät, und es funktionierte unter den Testbedingungen gut. Lediglich einer der Hunde verlor das Gerät während einer Rauferei, zwei der Geräte fielen noch vor Ende der Testperiode aus.

Bessere Behandlung möglich

Trotz dieser kleinen Rückschläge konnten die Ergebnisse der Studie überzeugen. Nach Analyse der Blutzuckerdaten, die die Geräte aufgezeichnet hatten, wurde klar, dass keiner der zehn Hunde bisher optimal behandelt wurde. Die Forschenden konnten anhand der Gerätedaten Verbesserungen in der Behandlung vorschlagen, die von einer Änderung der Insulindosis über eine Änderung des Insulintyps bis zu einer Veränderung der Futterzusammensetzung reichten. Affenzeller ist von den Möglichkeiten der neuen Technik überzeugt: „Die Daten zum Glukosegehalt des Blutes der Hunde waren einfach zu interpretieren und ermöglichten es uns, die Behandlung jedes einzelnen Tieres noch weiter zu verbessern. Diese Tatsache zeigt, wie schwierig es ist, die richtige Behandlung ohne solch detaillierte Informationen über den Blutzuckerspiegel festzulegen.“ Dank der Anwendung von Systemen, die den Blutzuckergehalt kontinuierlich messen, könnten in Zukunft auch zuckerkranke Haustiere von den neuesten Behandlungsmethoden für diese Krankheit profitieren.

Der Artikel „Home-based subcutaneous continuous glucose monitoring in ten diabetic dogs – a case series stud“y von Nadja Affenzeller, Johann G. Thalhammer und Michael Willmann ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „The Veterinary Record“ (169(8):206) veröffentlicht worden.

Der wissenschaftliche Artikel im Volltext online:
http://veterinaryrecord.bmj.com/content/169/8/206.full

Rückfragehinweis:
Dr. Nadja Affenzeller, E Nadja.Affenzeller@vetmeduni.ac.at, T +43 1 25077-5122

Aussender:
Mag. Klaus Wassermann, E klaus.wassermann@vetmeduni.ac.at, T +43 1 25077-1153

Beate Zöchmeister | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.vetmeduni.ac.at

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