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Bewegung und soziale Kontakte steigern die Lernfähigkeit – und zwar am meisten, wenn sie zusammenkommen. Arne Buschler vom RUB-Lehrstuhl für Neurophysiologie untersuchte die Aktivität von Nervenzellen im Hippocampus, einer Gehirnregion, die für das Langzeitgedächtnis wichtig ist. Erregt man die Zellen mit elektrischen Impulsen einer bestimmten Frequenz, so steigt die Effizienz ihrer Kommunikation (Langzeitpotenzierung).
Bei Mäusen beobachtete der RUB-Forscher eine besonders starke Langzeitpotenzierung, wenn er sie mit Artgenossen in einer anregenden Umgebung („enriched environment“) hielt.
Ein ausführlicher Beitrag zu diesem Thema findet sich in RUBIN, dem Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität.
RUBIN mit Bildern im Internet
Den vollständigen Beitrag mit Bildern zum Herunterladen finden Sie im Internet unter: http://www.rub.de/rubin
Die anregende Umgebung mit anderen teilen
Buschler stimulierte Nervenzellen von Mäusen, die unterschiedlich ausgestattete Käfige hatten. Im „enriched environment“ konnten sich die Tiere mit Röhren, Laufrädern, Bällen und anderem Spielzeug beschäftigen. Nach nur zwei Wochen in dieser Umgebung zeigten sie eine stärkere Langzeitpotenzierung als Artgenossen, die unter Standardbedingungen lebten. Dieser Effekt trat jedoch nur auf, wenn sie die anregende Umgebung mit Artgenossen teilten. „Das passt zu den Ergebnissen der Studie mit älteren Menschen, die einen Tanzkurs besucht haben, die von PD Dr. Hubert Dinse vom Institut für Neuroinformatik der RUB durchgeführt wurde“, sagt Buschler. „Auch da haben sie ja soziale Kontakte gehabt, zusätzlich zur körperlichen Betätigung.“ Soziale Kontakte allein reichten jedoch auch nicht aus, um die Langzeitpotenzierung zu verbessern; sie mussten im „enriched environment“ stattfinden.
Auch ältere Mäuse profitierten
Auch älteren Tieren nutzten die sozialen Kontakte und die anregende Umgebung. „Der Hippocampus ist eine Gehirnregion, in der noch bis ins hohe Alter hinein Nervenzellen neu gebildet werden“, so Buschler. „Dieser Effekt kann die hier gemessene Verbesserung der Langzeitpotenzierung aber nicht erklären, denn neue Nervenzellen brauchen gut drei Wochen um zu reifen und funktionsfähig zu werden.“ Der Wissenschaftler führt das Ergebnis daher eher auf eine bessere Verfügbarkeit von Botenstoffen (Neurotransmittern) und dazu passenden Rezeptoren zurück.
Mehr Themen in RUBIN
In RUBIN 2/2011 finden Sie außerdem folgen Themen: Wasser: Mehr als nur Hintergrund; Lernende Hirnzellen: Motivation nutzen; Verantwortung gegenüber von Armut Betroffenen: Pflichten stark machen; Die Umweltverantwortung von Unternehmen; Grübler oder Macher; Der schnellste Stern im Universum; Wie sich der Gehirntumor verrät; Biogasherstellung: Einzeller auf Hochtouren. RUBIN ist in der Stabsstelle Strategische PR und Markenbildung zum Preis von 2,50 Euro erhältlich und online unter http://www.rub.de/rubin
Weitere Informationen
Arne Buschler, Lehrstuhl für Neurophysiologie, Learning and Memory Research Group, Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel.: 0234/32-27961, arne.buschler@rub.de
Redaktion: Dr. Julia Weiler
Dr. Josef König | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.rub.de/rubin
www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rubin-winter-2011/beitraege/beitrag8.html
www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rubin-winter-0910/beitraege/beitrag10.html
Weitere Berichte zu: Artgenosse > Gehirnregion > Geselligkeit > Hippocampus > Langzeitpotenzierung > Lernfähigkeit > Mäuse > Nervenzelle > Neurophysiologie
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