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Trockener Husten, schweres Atmen bis zum Erstickungsgefühl, Enge in der Brust: Bei vielen Patienten mit Asthma oder COPD lösen diese Symptome Panik bis zur Todesangst aus.
Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Volkskrankheit entwickelt: Nahezu 15 Prozent der Deutschen leiden an der Erkrankung. Bezüglich der Mortalität wird die Erkrankung im Jahr 2020 Platz drei in der Todesursachenstatistik einnehmen.
Beim Asthma bronchiale sind etwa fünf Prozent der Erwachsenen und zehn Prozent der Kinder betroffen. Gerade für Patienten mit COPD gab es in den vergangenen Jahrzehnten nur wenige Fortschritte in der Therapie. Um die Forschung zu diesen chronischen Atemwegserkrankungen zu fördern, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Anfang 2009 das Kompetenznetz Asthma und COPD gegründet. "Die krankheitsbezogenen Kompetenznetze des BMBF haben die Aufgabe, hervorragende Wissenschaftler zu vernetzen und die Expertise zu bündeln", sagte Dr. Marianne Kordel-Bödigheimer, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt. "Gerade bei Erkrankungen, die häufig auftreten und mit einer hohen gesundheitlichen Belastung einhergehen, können so die Forschungsergebnisse schneller für den Patienten zur Verfügung stehen."
Am 15. März 2010 trafen sich Lungenexperten aus Marburg, Heidelberg und Hannover zu ihrer ersten wissenschaftlichen Tagung des Kompetenznetzes in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). "Ziel des gesamten Netzwerks ist die Weiterentwicklung von Prävention, Diagnostik und Therapie von Asthma und COPD. Darüber hinaus soll eine Forschungsplattform für obstruktive Lungenerkrankungen aufgebaut werden, die vom Zellkultursystem über Tiermodelle bis zu Patientenkohorten inklusive Biomaterialien reicht", betonte Professor Dr. Claus Vogelmeier, Philipps Universität Marburg, Sprecher des Kompetenznetzes. Das Kompetenznetz ist in zwei Verbünde gegliedert: Asthma-MRI (Magnet Resonanz Imaging) und Cosyconet.
Der Verbund Asthma-MRI beschäftigt sich mit der radiologischen Bildgebung in der Diagnostik von Asthma und COPD. "Die Etablierung der Strahlungsfreien Magnetresonanztomographie zur bildgebenden strukturellen und funktionellen Diagnostik bei Asthma und COPD ist ein besonderer Schwerpunkt innerhalb des Kompetenznetzes und darüber hinaus. Damit wollen wir eine gezielte Auswahl einer wirksamen Therapie, eine gut messbare Kontrolle des Therapieerfolgs und eine verbesserte Abschätzung der Prognose erreichen", erklärte Professor Dr. Hans-Ulrich Kauczor, Universität Heidelberg, Sprecher des Verbundes Asthma-MRI.
Der Verbund Cosyconet untersucht den Zusammenhang zwischen COPD und anderen Erkrankungen wie Osteoporose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die überproportional häufig bei COPD-Patienten auftreten.
"Kern ist der Aufbau eines nationalen Registers von 3000 COPD-Patienten, deren Befunde mit anderen Registern verglichen werden sollen", sagte Professor Dr. Tobias Welte, MHH, Projektleiter der Cosyconet-Kohortenstudie. "Wir untersuchen, wie häufig diese anderen Erkrankungen auftreten und prüfen den möglichen Zusammenhang zwischen systemischer Entzündung und der Lungenerkrankung." Außerdem werden die Auswirkungen auf Morbidität, Mortalität und Kosten evaluiert.
Das Kompetenznetz wird zunächst für drei Jahre mit insgesamt 7,5 Millionen Euro gefördert. Geplant sind drei weitere Förderphasen bis zum Jahr 2021, in denen die Arbeit fortgeführt und ausgebaut werden soll.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Dr. Maike Schnoor, Geschäftsstelle Kompetenznetz Asthma und COPD, Philipps Universität Marburg, Telefon (06421) 586-6435 oder schnoorm@staff.uni-marburg.de
Stefan Zorn | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.mh-hannover.de/
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