Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Eltern gehen mit ihren Kindern zu spät zum Zahnarzt

22.03.2011
Um die Öffentlichkeit über die Möglichkeiten der Kariesprohylaxe sowie über weitere zahnmedizinische Themen allgemeinverständlich zu informieren, geht das Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (ZMK) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden mit dem neuen Magazin „Dresdner ZahnWelt“ in die Offensive.

Anzeige

Die halbjährlich erscheinende Publikation ist ab sofort als pdf-Datei im Internet unter http://www.uniklinikum-dresden.de/zmk abrufbar. Gedruckte Exemplare liegen zudem in den zahnmedizinischen Ambulanzen des Unklinikums aus. Neben dem Thema „frühkindliche Karies“ informiert die erste Ausgabe über kieferorthopädische Korrekturen des Gebisses sowie die moderne Wurzelkanalbehandlung.


Aktuelle Studien zur Zahngesundheit belegen, dass ein hoher Anteil Kleinkinder unter Karies und damit verbundenen Zahnschmerzen leidet. Dabei ist die Zahnerkrankung leicht zu vermeiden, wenn die Eltern einige Tipps zur Ernährung ihrer Kinder beherzigen und sie frühzeitig zur Kontrolle einem Zahnarzt vorstellen würden, betonen die Experten des Dresdner ZMK.

„Die ‚Dresdner Zahnwelt’ ist ein weiterer Beitrag der Dresdner Hochschulmedizin, sich aktiv für die Vorbeugung von Volkskrankheiten zu engagieren. Angesichts der großen Herausforderungen, vor denen das Gesundheitswesen in Deutschland steht, sind solche Informationen die beste Medizin: Sie können wesentlich dazu beitragen, dass die Krankenversorgung auch künftig finanzierbar bleibt“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Universitätsklinikums.

Besonders besorgniserregend ist nach Erkenntnissen der Experten des Zen¬trums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Anstieg frühkindlicher Karies in sozialen Brennpunkten – hier sind bereits bis zu 35 Prozent der Dreijährigen betroffen. Ursachen dafür sind unter anderem das häufige Nuckeln süßer oder gesüßter Getränken aus der Saugerflasche, aber auch das abendliche Stillen über das erste Lebensjahr hinaus, bei dem das Kind an der Brust der Mutter einschläft. „Die Ursachen für die Entstehung der Karies bei Kleinkindern liegen häufig im fehlenden Wissen beziehungsweise Fehlverhalten der Eltern“, sagt Dr. Gabriele Viergutz, Fachzahnärztin für Kinderzahnheilkunde am Universitätsklinikum Dresden. „Die Eltern wissen oft schlichtweg nicht, dass eine regelmäßige Untersuchung der Zähne schon unmittelbar nach dem Durchbruch der Milchzähne erfolgen sollte. So können eventuelle Schäden frühzeitig behandelt und Prophylaxe-Tipps vermittelt werden.“ Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Eltern oft erst dann mit ihrem Kind zum Zahnarzt gehen, wenn es drei Jahre oder noch älter ist.

Für die Vorbeugung der sogenannten „Nuckelflaschenkaries“ ist es dann oft zu spät, weil bereits erste irreparable Schäden erkennbar sind. Deshalb setzt das ZMK des Uniklinikums auf eine frühzeitige Information der Eltern. Das neue Patientenmagazin „Dresdner ZahnWelt“, informiert in seiner ersten Ausgabe über die frühkindliche Karies und gibt Hinweise zu deren Vorbeugung. „Natürlich wissen die Eltern, dass Süßigkeiten schlecht für die Zähne sind, doch dass auch viele Getränke und sogar Muttermilch den ersten Zähnchen schaden können, ist vielen unbekannt“, erklärt Dr. Viergutz. In einer praktischen Checkliste gibt sie Eltern die Möglichkeit, Ernährungsroutinen ihrer Kinder zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen.

So sollten dem Kind weniger süße oder gesüßte Getränke gegeben werden. Wenn doch, dann keinesfalls nachts in Saugerflaschen. Beim Trinken von Milch oder Babynahrung mit einem Sauger hält ein Erwachsener das Fläschchen in der Hand. Zum Durststillen zwischendurch am besten Wasser oder ungesüßten Kräutertee – aber keinen Granulattee – geben. Ab dem sechsten Lebensmonat können Kleinkinder aus der Trinklerntasse, ab dem ersten Geburtstag aus der Tasse trinken. Nach Durchbruch der ersten Milchzähne ihrer Babys sollten Mütter vermeiden, dass der Säugling beim nächtlichen Stillen an der Brust einschläft. Es ist auch wichtig, frühzeitig feste Essgewohnheiten in der Familie zu etablieren: Die Kinder sollten an reguläre Mahlzeiten mit Ruhezeiten für die Zähne zwischendurch gewöhnt werden.

Ab dem Durchbruch des ersten Milchzahns steht nach jedem Essen zudem das Zähneputzen an. Dabei sollten die Eltern einmal täglich eine kleine Menge Kinderzahnpaste mit einem Fluoridgehalt von 500ppm verwenden. Ab dem zweitem Geburtstag wird zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge geputzt. Die Eltern sollten bis zum Schuleintritt einmal täglich nachputzen. Wenn Eltern sich an diese einfachen Richtlinien im Alltag orientieren, lassen sich Schäden an den Milchzähnen vermeiden. Doch auch nach der Diagnose Karies können Erwachsene und Kinder mit einer Umstellung der Ernährung und regelmäßigen Kontrollen diese Erkrankung erfolgreich bekämpfen.

Kontakt
Universitätsklinikum der TU Dresden
Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Direktor: Prof. Thomas Hoffmann
Telefon: 03 51 / 4 58 27 12
E-Mail: Kati.Eisele@uniklinikum-dresden.de

Holger Ostermeyer | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uniklinikum-dresden.de/zmk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bitterrezeptoren für Stevia-Süßstoffe entdeckt
24.05.2012 | Technische Universität München

nachricht Wie vorbeugen bei erblichem Krebs?
23.05.2012 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

Alle Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp