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Der Eingriff galt lange als technisch nicht möglich. Nun haben Kardiologen des Universitätsklinikums Heidelberg erstmals in Deutschland bei einer 81-jährigen Patientin eine Herzklappenprothese in der schwer zugänglichen Position der sogenannten Mitralklappe mit Hilfe eines Leistenkatheters eingesetzt. Die Klappe liegt im Innern des Herzens zwischen linker Vor- und Hauptkammer und ist mit einem Katheter nur auf Umwegen und mit sehr viel Geschick zu erreichen. Weltweit ist dies die zweite erfolgreiche Klappenimplantation dieser Art.
„Bisher war für die Implantation einer Klappenprothese an dieser Stelle eine Operation am offenen Herzen oder ein minimal-invasiver Eingriff mit Schnitten in Brustkorb und Herzspitze nötig“, erklärt Professor Dr. Raffi Bekeredjian, Oberarzt der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pulmonologie (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Hugo A. Katus), der den Eingriff durchführte. Für die schwerkranke Patientin kam beides nicht in Frage: Wegen ihres hohen Alters und weiteren Erkrankungen wäre jede Operation am Herzen zu riskant gewesen.
Schonender Eingriff erspart wiederholte Operation am Herzen
Die Frau aus dem Hohenlohekreis war bereits zweimal am Herzen operiert und mit einer Klappenbioprothese versorgt worden. Zuletzt hatte eine Entzündung die Klappe erneut schwer beschädigt. Schließt die Mitralklappe nicht mehr, ist das Herz kaum noch in der Lage, ausreichend sauerstoffreiches Blut in den Körper zu pressen.
Am 22. Juli 2011 nahm Professor Bekeredjian mit seinem Team den technisch sehr komplizierten Eingriff vor, der große Erfahrung in der Klappenimplantation per Katheter voraussetzt: Über einen kleinen Zugang in der Leistenvene schob er die auf einen Katheter montierte Klappenprothese zunächst in den rechten Herzvorhof, durchstach die Scheidewand zwischen rechtem und linkem Vorhof und platzierte sie dann in der älteren, defekten Mitralklappenprothese (Valve-in-Valve Implantation) am Eingang zur linken Herzkammer. „Der direkte Weg über die Aorta in den linken Vorhof ist für den recht großen Katheter zu stark gewinkelt, die Kurven sind zu eng“, erklärt der Kardiologe.
Diese Art der Klappenimplantation ist nur dann möglich, wenn an dieser Stelle schon einmal eine Prothese eingesetzt wurde: Der stabile Drahtrahmen der älteren Klappe gibt auch der neuen im weichen Muskel- und Bindegewebe innerhalb des Herzens sicheren Halt. Zum Einsatz kam eine Klappenprothese, die eigentlich als Ersatz für defekte Aortenklappen konzipiert ist (Edwards Klappe), aber auch an dieser Position gute Dienste tut. Eine spezielle Mitralklappe, die per Leistenkatheder implantiert werden kann, gibt es noch nicht.
Weltweit erst dreimal durchgeführt
Nach dem geglückten Eingriff reichte ein Druckverband aus, um das einen Zentimeter durchmessende Loch in der Leistenvene zu verschließen. Die Öffnung in der Vorhofscheidewand zog sich von selbst wieder zusammen. Bereits nach zwei Tagen hatte sich die Patientin soweit erholt, dass sie von der Intensivstation auf normale Station verlegt werden konnte.
„Dieser Eingriff wurde, soweit bekannt ist, weltweit erst dreimal durchgeführt“, so Bekeredjian. Der erste Implantationsversuch vor wenigen Jahren in Kanada blieb ohne Erfolg. Seitdem galt dieses Vorgehen als nicht machbar. „Nun haben wir nach den Kollegen der San Raffaele Universitätsklinik in Mailand, denen eine solche Implantation Anfang 2011 gelang, gezeigt, dass es doch geht“, freut sich der Herzspezialist.
Mehr im Internet:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/kardiologie
Ansprechpartner für Journalisten:
Professor Dr. med. Raffi Bekeredjian
Abteilung für Kardiologie, Angiologie und Pneumolgie
Universitätsklinikum Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 390 97 oder 568670
E-Mail: raffi.bekeredjian@med.uni-heidelberg.de
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
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Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
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und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
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Dr. Annette Tuffs | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
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www.klinikum.uni-heidelberg.de/kardiologie
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