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Bisher galt als ausgeschlossen, dass Prionenerkrankungen - bei Tieren etwa Rinderwahnsinn, beim Menschen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit - über die Luft übertragen werden können. Wissenschaftler nahmen an, dass diese Erkrankungen, die eine Degeneration des Gehirns hervorrufen, ausschließlich über infiziertes Fleisch oder Blut übertragen werden. Nun haben Forscher herausgefunden, dass Prionen auch über die Luft übertragen werden können.
Zugang ins Gehirn
Der Wissenschaftler Adriano Aguzzi von der ETH Zürich hat nachgewiesen, dass alle Mäuse, die zehn Minuten lang Aerosolen mit nur 2,5 Prozent Gehirngewebe von Mäusen mit der Traberkrankheit ausgesetzt waren, innerhalb von Monaten ebenfalls erkrankten. Die Prionen fanden ohne Umweg über das Immunsystem direkt über die Nasalnerven einen Zugang ins Gehirn. Details der Untersuchungen wurden im Fachmagazin PLoS Pathogens veröffentlicht.
Laut Aguzzi erstaunte die Wissenschaftler, wie effektiv sich die Prionen ausbreiteten. Der Forscher betont jedoch, dass das nicht bedeute, dass Menschen oder Tiere mit Prionenkrankheiten diese über die Luft übertragen. Personen, die mit möglicherweise infiziertem Fleisch arbeiten, sollten jedoch ihre Atemwege besser schützen.
Sicherheitsmaßnahmen überdenken
Labore, die Prionentests routinemäßig durchführen, stellen Lösungen her, die rund zehn Prozent Gehirngewebe enthalten. Jede Bearbeitung - wie zum Beispiel mit einer Pipette - führt zur Entstehung von Aerosolen. Diese Labore sind laut NewScientist nicht verpflichtet, sich dabei gegen diese Aerosole zu schützen. Aguzzi, der seine Tests unter maximalen Schutzmaßnahmen durchgeführt hat, geht davon aus, dass diese Labore ihre Sicherheitsmaßnahmen überdenken sollten.
Michaela Monschein | Quelle: pressetext.redaktion
Weitere Informationen: www.ethz.ch
www.plospathogens.org
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