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Bösartige Hirntumoren wirkungsvoller behandeln / Innovativer Ansatz an der WWU

03.09.2010
Glioblastome gehören zu den häufigsten und bösartigsten Hirntumoren. Jeder vierte an einem Hirntumor erkrankte Patient leidet an einem Glioblastom.

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Trotz intensiver Forschung sind die Mechanismen des Wachstums und der Wanderung dieser Tumoren noch nicht vollends aufgeklärt, weshalb wesentliche Fortschritte in der Therapie bislang ausblieben. Das soll sich durch ein neue Untersuchung an der Universität Münster ändern: Die Deutsche Krebshilfe fördert einen innovativen Forschungsansatz aus dem Institut für Experimentelle Ophthalmologie in den kommenden drei Jahren mit 252.000 Euro.


„Die Kommunikation der Gliomzelle mit ihrer unmittelbaren Umgebung ist hoch komplex“, erläutert Institutsdirektor Prof. Solon Thanos. „Bevor wir diese nicht bis in Detail verstehen, kommen auch wir mit den Therapien nicht weiter.“ Patienten, bei denen das weniger aggressive anaplastische Astrozytom diagnostiziert wurde, haben derzeit eine durchschnittliche Lebenserwartung von knapp drei Jahren. Beim Glioblastom dauert die Überlebenszeit nur ein Jahr; eine neuere kombinierte Therapie verlängert sie im Schnitt nur um drei Monate.

Gliazellen füllen die Hohlräume zwischen den Nervenzellen und Nervenzellfortsätzen aus und bilden eine Art stützendes und die Nervenzellen versorgendes Gewebe. Wenn sie zu Gliomzellen entarten, wandern sie entlang ausgewachsener Nervenbahnen der weißen Substanz im Gehirn und bilden dort Absiedlungen. „Wir möchten noch genauer wissen, wie sich Gliomzellen und Nervenfasern biochemisch austauschen und miteinander kommunizieren“, erklärt Prof. Thanos. „In einem von uns entwickelten Modell werden wir im Reagenzglas Gliomzellen mit teils myelinisierten, teils unmyelinisierten Nervenfasern derart zusammen kultivieren, dass die Gliomzellen direkte Kontakte zu den Nervenfasern aufnehmen.“

Das Myelin ist eine fetthaltige Isolationshülle, die einen Teil der Nervenfortsätze umgibt und sie elektrisch isoliert. Stark myelinisierte Regionen des Gehirns erscheinen unter dem Mikroskop weiß - im Gegensatz zur grauen Hirnrinde, daher spricht man auch von der „weißen Substanz“. „In den biochemischen Austausch von Gliomzellen und Nervenfasern können wir in unserem Modell gezielt eingreifen“, berichtet der Forscher. „So konnten wir bisher bereits zeigen, dass eine Blockierung bestimmter Enzyme die Wanderung von Gliomzellen hemmt. Dieser neue Ansatz werden wir nun fortführen“, blickt Thanos nach vorn. Sein Institut wurde erst im Juni 2010 von der Medizinischen Fakultät gegründet; es ging aus einer Abteilung der Augenklinik des Universitätsklinikums Münster hervor.

Dr. Christina Heimken | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.campus.uni-muenster.de/expoph.html

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