Anzeige

Trotz der Konkurrenz durch die westliche Medizin: Die traditionelle Heilkunde steht in Afrika immer noch hoch im Kurs. Das ist das Resultat einer Studie, die der Arbeitskreis Ethnomedizin am Medizinhistorischen Institut der Universität Bonn momentan in Tansania durchführt. Gerade bei Beschwerden, die im Kopf lokalisiert werden - Krampfanfällen, Schwindel oder Wahnsinn - suchen die Betroffenen eher bei einem traditionellen Heiler als bei einem Schulmediziner Hilfe. Viele Afrikaner empfinden die Missachtung der spirituellen Dimension einer Krankheit als größtes Defizit der westlichen Heilkunde.
Der Ethnomediziner Dr. Walter Bruchhausen hat im Südosten Tansanias eine Reihe von Interviews mit Angehörigen der verschiedenen ethnischen Gruppen der Region - Wamwera, Wamakua, Wamakonde und Wayao - geführt. "Die Perspektive der Einheimischen zu den traditionellen und westlichen Vorstellungen zu Gesundheit, Krankheit und Heilung kommt in der Literatur bislang zu kurz", erklärt Dr. Bruchhausen den Ansatz. Im Mittelpunkt stand bei seinen Gesprächen die Frage, in welchen Fällen die Kranken einen traditionellen Heiler konsultieren und wann sie im Krankenhaus Hilfe suchen. "Es zeigte sich, dass alle Beschwerden, die im Kopf lokalisiert werden - Epilepsie, Schwindel oder Wahnsinn - eher zur Nutzung der traditionellen Medizin führen", fasst der Ethnomediziner seiner Ergebnisse zusammen. "Für Krankheiten, die ganz offenbar dringend einer Operation bedürfen - insbesondere geburtshilfliche Komplikationen - suchen die Betroffenen dagegen nach Möglichkeit ein Krankenhaus auf. Bei der Behandlung von Geschlechtskrankheiten sind die Meinungen geteilt."
Für die Menschen in Tansania besteht eine klare Unterscheidung zwischen "traditioneller" und "moderner", "einheimischer" und "europäischer" Medizin. Doch wenn man diese Zuordnungen näher untersucht, verschwimmen, ähnlich wie bei weiten Teilen der europäischen "Alternativmedizin", die klaren Grenzen. "Traditionelle" Heiler bauen seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts regelrechte Praxen und kleine Krankenhäuser für ihre Patienten, verwenden auch Tabletten aus der Apotheke und sehnen sich nach einer wissenschaftlichen Untersuchung ihres Heilpflanzen-Schatzes, die eine zuverlässigere Dosierung ermöglichen soll. Und selbst ein an der Universität ausgebildeter Psychiater empfiehlt bei Besessenheit Segnung und Gebet durch den Krankenhausseelsorger.
"Tatsächlich empfinden viele Afrikaner die Missachtung der spirituellen und sozialen Dimension als größtes Defizit der europäischen Medizin", so Dr. Bruchhausen. "Untersuchungen, Medikamente, Operationen werden zwar bereitwillig in Anspruch genommen. Doch weil sie im Empfinden der Betroffenen häufig nur die Beschwerden und Folgen, nicht aber die eigentlichen Ursachen der Störungen beseitigen, müssen andere Experten aufgesucht werden." Die wahren Urheber seien dann häufig Hexer oder erzürnte Ahnengeister. "Wurde die Krankheit beispielsweise durch Geister verursacht, sind zur Heilung exorzistische Gebetsrituale oder nächtelange Trommel- und Tanzveranstaltungen nötig." Eine Ausstellung zur Geschichte des Gesundheitswesens in Tansania wird demnächst auch in Bonn zu sehen sein.
Ansprechpartner für die Medien: Walter Bruchhausen, Medizinhistorisches Institut, Tel.: 0228/287-5004, Fax: Tel.: 0228/287-5007, E-Mail: Walter.Bruchhausen@ukb.uni-bonn.de
Frank Luerweg | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Diabetes Rates Vary Widely in Developing Countries, One in Ten Cases Untreated
03.02.2012 | Drexel University
Muttermilch tut der Lunge gut
03.02.2012 | Schweizerischer Nationalfonds SNF
„großartig“ – dieses Kompliment war gestern öfter von Prominenten aus Sport, Wirtschaft, Politik und Entertainment, zum Thema Lichtkunstobjekte beim „Ball des Sports“ zu hören. Schon am roten Teppich wurde ihr Blick angezogen von zwei symbolträchtigen, magisch leuchtenden „sporttissimo“ - Lichtskulpturen mit dem Titel „EMOTION“. Ein Blickfang, dessen Wirkung sich niemand entziehen konnte.
Aber auch von weitem waren die in wechselnden Farben strahlenden Kunstobjekte, die eine stattliche Höhe von 4,5 m aufweisen, nicht zu übersehen. Dabei beeindrucken sie nicht nur durch Größe und Leuchtkraft, sondern auch durch die sympathische Symbolik. In abstrakter Form und dennoch deutlich erkennbar, setzen die Objekte den Moment der ...
Das 1KITE Projekt (1K Insect Transcriptome Evolution), in dem sich Forscher aus der ganzen Welt in noch nie dagewesener Weise zusammengetan haben, um das Geheimnis des evolutiven Erfolges der Insekten mittels Transkriptomen von 1.000 Insektenarten zu lüften, ist jetzt gestartet. Für die Dauer von drei Jahren werden fünf Millionen Euro vom Bejing Genomics Institute, dem größten nationalen Forschungsinstitut Chinas, zur Verfügung gestellt, um die Transkriptomdaten zu erheben.
1KITE umfasst ein internationales Team von renommierten Experten für molekulare Biologie, Morphologie, Paläontologie, Taxonomie, Embryologie und Bioinformatik. Rund 50 Wissenschaftler aus Australien, China, Deutschland, Japan, Mexiko, Österreich und den USA arbeiten im 1KITE-Projekt.
Aus Deutschland sind beteiligt: die Universität Bonn, das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn, die Universität Jena ...
Pulsare können durch Materie, die von außen auf sie einströmt, nicht nur beschleunigt, sondern auch verlangsamt werden. Das erklärt einige Rätsel.
Pulsare gehören zu den exotischsten, bekannten Himmelskörpern. Sie besitzen Durchmesser von etwa 20 Kilometern, beinhalten aber in etwa die Masse unserer Sonne. Ein würfelzuckergroßes Stück ihrer ultrakompakten Materie würde auf der Erde mehrere hundert Millionen Tonnen wiegen.
Eine Unterklasse von ihnen, die Millisekundenpulsare, wirbeln zudem bis zu einige hundert Mal ...
Feinste Strukturen des Gehirns aufzudecken, um seine Funktionsweise zu enträtseln – diesem Ziel sind Forscher um Stefan Hell vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie einen entscheidenden Schritt näher gekommen.
Mit der von Hell entwickelten STED-Mikroskopie ist es ihnen erstmals gelungen, scharfe Live-Bilder aus dem Gehirn einer lebenden Maus aufzunehmen. In einer bisher unerreichten Auflösung von unter 70 Nanometern haben sie die winzigen Strukturen sichtbar gemacht, über die Nervenzellen miteinander kommunizieren. Diese Anwendung der STED-Mikroskopie eröffnet Neurobiologen und Medizinern neue ...
Durch Verwendung viraler Vektoren können mittels RNAi Genfunktionen in Insekten innerhalb kurzer Zeit studiert werden
Gelbe Biotechnologie ist die Biotechnologie mit Insekten, analog zur grünen (Pflanze) und roten (Tiere) Biotechnologie. Wirkstoffe oder Gene aus Insekten werden charakterisiert und können für die Forschung oder die Anwendung in Landwirtschaft oder Medizin eingesetzt werden.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, verwenden jetzt ein Verfahren, mit dem sie die ...
Anzeige
Anzeige

Startschuss für eine neue, internationale Forschungsinitiative zur Evolution der Insekten
03.02.2012 | Biowissenschaften Chemie
Microscopy Reveals ‘Atomic Antenna’ Behavior in Graphene
03.02.2012 | Materialwissenschaften
Kölner zeigen, dass es geht: Klimaschutz passt in den Alltag
03.02.2012 | Ökologie Umwelt- Naturschutz
Konferenz EBL 2012 zu elektronischen Baugruppen und Leiterplatten
03.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Den Umstieg zur LED-Beleuchtung erfolgreich meistern
03.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Chaos, Unsicherheit und Risiko
03.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten