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Ärzte haben immer größere Probleme, Patienten mit Magengeschwüren schnell zu helfen. Denn Helicobacter-Keime, die Magenkrankheiten auslösen können, sprechen seltener auf Antibiotika an als früher. «Der Erreger ist in den vergangenen Jahren unempfindlicher gegen die eingesetzten Medikamente geworden», sagte Manfred Kist vom Nationalen Referenzzentrum für Helicobacter am Montag bei einer Tagung des Robert Koch-Instituts in Berlin. «Blindtherapien helfen oft nicht mehr.»
In Deutschland sind nach Angaben des Referenzzentrums 20 bis 30 Millionen Menschen mit Helicobacter infiziert, oft jedoch, ohne direkt zu erkranken. Kist rät Ärzten, Patienten vermehrt gegen Antibiotika-Resistenzen zu testen, bevor sie mit Therapien beginnen. Wichtig sei das besonders bei Erkrankten, die schon vorher mit Antibiotika behandelt wurden. Helicobacter-Bakterien können neben Magenschleimhautentzündungen Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre auslösen. Einige Studien werten die Keime sogar als Risikofaktor für Magentumore.
Gegen das Antibiotikum Metronidazol haben in Deutschland nach Kists Studien bereits 40 bis 50 Prozent der Magenkranken resistente Bakterien. 1987 waren es erst 30 Prozent. Gegen Clarithromycin nehme die Unempfindlichkeit ebenfalls zu, erläuterte der Forscher. «Das ist noch keine akute Katastrophe, aber wir müssen einer Fortsetzung dieser Entwicklung vorbeugen.» Auch wenn Resistenztests in Laboren aufwendig, langwierig und teuer seien, wünscht sich der Universitätsprofessor mehr Problembewusstsein bei niedergelassenen Ärzten. Sie sollten Patienten häufiger nach früherer Antibiotika- Einnahme fragen.
Das Nationale Referenzzentrum in Freiburg wertet seit Juli 2001 Daten zur Resistenzentwicklung bei Helicobacter in Deutschland aus. Die Studie, an der 20 mikrobiologische Zentren und 50 Fachärzte mitwirken, wird durch das Bundesgesundheitsministerium finanziert.
Die Keime werden häufig im Kindesalter durch Ansteckung übertragen.
Quelle: dpa
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