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Wundkeime verursachen weltweit die meisten im Krankenhaus erworbenen Infektionen. Besonders kritisch sind dabei Infektionen durch "Methicillin-resistente Staphylokokken" (MRSA), für die es nur noch wenige Möglichkeiten der Therapie mit Antibiotika gibt. Ein vor einem Jahr in Münster gegründetes europäisches Labornetzwerk zur Bekämpfung der MRSA-Bakterien zeigt jetzt erste Erfolge.
Vom 12. bis 14. Oktober 2005 treffen sich im Institut für Hygiene des Universitätsklinikums Münster (UKM) erneut 30 MRSA-Experten aus 21 Ländern zu einem gemeinsamen Workshop, um über neue Strategien zur Bekämpfung von MRSA diskutieren. Diese Veranstaltung wird organisiert vom Labornetzwerk SeqNet.org und dem europäischen Netzwerk zur Erfassung von Antibiotikaresistenzen "European Antimicrobial Resistance Surveillance Network" (EARSS).
SeqNet.org wird vom Institut für Hygiene in Kooperation mit dem Institut für Medizinische Mikrobiologie des UKM und dem Robert Koch Institut koordiniert. Das Netzwerk ist die Grundlage für eine gemeinsame Laborsprache zur frühzeitigen Erkennung von Ausbrüchen multiresistenter Krankheitserreger wie MRSA. Durch Einsatz einer in Kooperation mit der Klinik für Parodontologie des UKM unter Leitung von Prof. Dr. Dag Harmsen entwickelten speziellen Laborsoftware ist erstmalig der kontinuierliche und flächendeckende Austausch von MRSA-Laborergebnissen auf europäischer Ebene möglich, so die Koordinatoren des Projekts Prof. Wolfgang Witte, Prof. Hajo Grundmann und Dr. Alexander Friedrich vom münsterschen Institut für Hygiene.
In Europa gibt es starke Unterschiede im Vorkommen von MRSA. Der Anteil dieser Bakterien beträgt in Großbritannien mittlerweile 60 Prozent, in Deutschland wurde in den letzten Jahren ein steiler Anstieg von drei auf etwa 25 Prozent beobachtet. In den Niederlanden und Skandinavien hält sich die Rate seit Jahren durch strikte Hygienemaßnahmen und Typisierung stabil unter drei Prozent. Neben verlängerten und schwereren Krankheitsverläufen bedeutet das Auftreten von MRSA äußerst arbeitsaufwendige und für das Krankenhaus sehr teure Konsequenzen, im Extremfall die Schließung ganzer Stationen.
Hinzu kommt in jüngster Zeit das gehäufte Auftreten von ambulant erworbenen MRSA, die bei gesunden Menschen auch ohne Krankenhauskontakt Infektionen wie Furunkel oder auch Lungenentzündungen verursachen können. Das Labornetzwerk kann MRSA, die sich über Ländergrenzen hinweg verbreiten, verfolgen, um das Auftreten von gefährlichen MRSA früh zu erkennen und Infektionen zu verhindern.
Auskunft und weitere Informationen: Dr. med. A.W. Friedrich, Institut für Hygiene des Universitätsklinikums Münster, Telefon : 0251-83-55366, Email: alexf@uni-muenster.de
Norbert Frie | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.hygiene.uni-muenster.de/
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