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Wenn verkalkte Arterien zu stark verstopft sind, können sie durch künstliche Blutgefäße ersetzt werden. Der Mediziner Dr. Axel Larena-Avellaneda von der Uni Würzburg hat, in Zusammenarbeit mit der Firma bionic surfaces aus Würzburg und PD Dr. Sebastian Debus aus Hamburg-Harburg, eine stark verbesserte Gefäßprothese entwickelt. Der Clou daran: Sie enthält eine spezielle Beschichtung, aus der Arzneimittel freigesetzt werden. Dadurch soll verhindert werden, dass auch die künstliche Arterie verstopft.
Rund 3,3 Millionen Bürger leiden in Deutschland an verstopften Blutgefäßen, pro Jahr kommen etwa 100.000 hinzu. Die Ursachen dafür sind zum Beispiel Rauchen, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und hohe Blutfettwerte. Die Konsequenzen für die Patienten können drastisch sein: "Hat sich erst mal ein Geschwür ausgebildet, besteht eine große Gefahr, das Bein zu verlieren. Eine Therapie sollte unverzüglich eingeleitet werden", sagt Larena-Avellaneda.
Falls sich eine verstopfte Arterie nicht durch eine Vene ersetzen lässt, die dem Patienten an anderer Stelle entnommen wird, so kommt eine Kunststoffprothese zum Einsatz. Das Problem dabei: Die künstliche Arterie wird vom Körper viel schlechter angenommen als die Vene, und es kann zu erneuten Verstopfungen kommen.
Die neuartige, von der Uni Würzburg zum Patent angemeldete Gefäßprothese soll dieses Problem lösen. Ihre innere Oberfläche ist so beschichtet, dass weniger Gerinnsel entstehen. Aus der Beschichtung entweichen Arzneimittel sowohl ins Blut als auch ins Gewebe. Dadurch kann laut dem Würzburger Gefäßchirurgen der erneute Verschluss der Arterie wirkungsvoll verhindert oder zumindest verzögert werden.
Hinzu kommt, dass die Beschichtung verschiedene Medikamente beinhalten kann. So lassen sich gleich auch andere Erkrankungen mitbehandeln: Bei Entzündungen können beispielsweise Antibiotika mit eingebracht werden oder andere Medikamente, die das Fortschreiten der Krankheit verhindern sollen (Wachstumsfaktoren). Auf diese Weise soll der Gesundheitszustand des Patienten auf Dauer wirksam verbessert werden.
Für diese Neuentwicklung namens "Drug Releasing Graft" hat Axel Larena-Avellaneda im September von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie den mit 5.000 Euro dotierten Alexis-Carrel-Preis verliehen bekommen. Das Preisgeld wurde von der Firma W.L. Gore und der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie gestiftet.
Weitere Informationen: Dr. Axel Larena-Avellaneda, T (0931) 201-1 (Zentrale), E-Mail:
Larena_A@chirurgie.uni-wuerzburg.de
Robert Emmerich | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-wuerzburg.de
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