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Basis ist chinesisches Arzneimittel Artemisinin
Klinische Tests mit dem neuen synthetischen Malariamittel auf Basis des chinesischen Wirkstoffes Artemisinin haben bereits begonnen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Das neue Produkt könnte das teuer herzustellende Naturheilmittel tatsächlich ersetzen, hoffen die Forscher.
Artemisinin ist ein Wirkstoff aus der Pflanze Artemisia annua, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin unter dem Namen Quinghaosu seit 1.500 Jahren gegen Fieber verwendet wird. In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Extrakt der Pflanze erfolgreich gegen Malaria eingesetzt. Die Extraktion des Wirkstoffes aus den Blättern ist jedoch sehr aufwändig, da sich im Idealfall aus einem Hektar Pflanzen ein bis zwei Tonnen Blätter ernten lassen, aus denen aber nur rund zwei bis drei Kilogramm des "Zauber-Pulvers" gewonnen werden können. Eine sehr geringe Ausbeute von Artemisinin ist das Resultat. Diese Menge deckt nicht den Bedarf für die Tablettenherstellung. Daher ist das Medikament sehr teuer.
In den tropischen Ländern ist Malaria aber ein echter Killer, der in Jahr mindestens eine Mio. Todesopfer fordert, daher ist ein neues wirksames Präparat seit langem erwünscht. Das Wissenschaftsteam um Jonathan Vennerstrom vom Medical Center der University of Nebraska in Omaha hat nun ein Medikament hergestellt, das ähnliche Wirkstoffe wie Artemisinin aufweist. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich dieses Präparat billig herstellen lässt. Das Medikament wird von Ranbaxy aus Neu-Dehli und von der in Genf ansässigen Non-Profit-Organisation Malaria for Medicines Venture (MMV) entwickelt.
Nach ersten Tests ist das Medikament als sehr erfolgreich eingestuft worden. Die Phase2-Testung soll im kommenden Jahr durchgeführt werden. Die synthetische Droge tötet die Malaria-Erreger, indem sie freie Radikale produziert, die lebensnotwendige Proteine und Enzyme des Parasiten angreifen. "Der Wirkstoff arbeitet wie ein trojanisches Pferd", so Paul ONeill, Experte für synthetische Malariamedikamente an der Universität Liverpool.
Wolfgang Weitlaner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.newscientist.com
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