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Bei Arbeiten, die von Servicefirmen durchgeführt wurden, waren die Beschäftigten höheren Belastungen durch Gefahrstoffe ausgesetzt als im Normalbetrieb. Zudem kennzeichnen erschwerte Arbeitsbedingungen und häufig unzureichende Schutzmaßnahmen die Tätigkeiten.
Fordern die Auftraggeber hohe Sicherheitsmaßnahmen, werden Grenzwerte nicht überschritten. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht „Stoffbelastungen der Mitarbeiter von Servicefirmen bei Reinigungs-, Wartungs- und Reparaturarbeiten“, den die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt veröffentlicht hat.
Im Rahmen eines umfangreichen Untersuchungsprogramms ermittelte die BAuA die Belastung von Beschäftigten durch Gefahrstoffe bei Instandhaltungsarbeiten, die durch drei Servicefirmen bei verschiedenen Auftraggebern aus der Industrie durchgeführt wurden. Dabei erfolgten Arbeitsplatzmessungen, um die Belastungen der der Beschäftigten durch Einatmen von Stoffen zu messen. Zudem beschreiben die Autoren die Belastungen der Haut.
Instandhaltungsmaßnahmen erfolgen in der Regel außerhalb des Normalbetriebs. Dazu werden entweder Revisionsphasen geplant, in denen die Anlagen heruntergefahren oder entleert waren, oder aber produktionsfreie Zeiten genutzt. Dabei führten die Beschäftigten der Servicefirmen Tätigkeiten aus, die von der Stammbelegschaft der Auftraggeber nicht durchgeführt wurden.
In allen Fällen waren die Beschäftigten der Servicefirmen Belastungen durch Gefahrstoffe ausgesetzt. Hier zeichnet sich jedoch ein unterschiedliches Bild ab. Während bei den Revisionsarbeiten in Müllverbrennungsanlagen zum Teil drastische Überschreitungen der Arbeitsplatzgrenzwerte für die einatembare und alveolengängige Staubfraktion ermittelt wurden, schützten die technischen und persönlichen Schutzmaßnahmen die Beschäftigten bei Reparaturen in Tanklagern vor Überschreitungen der Arbeitsplatzgrenzwerte. Die Autoren begründen dies mit den hohen Sicherheitsanforderungen in der Mineralölindustrie. Bei der Durchführung von Reinigungsarbeiten durch eine Servicefirma, die für verschiedene Auftraggeber tätig war, ließen sich ständig wechselnde Stoffbelastungen feststellen. Dabei waren die Belastungen der Beschäftigten gegenüber dem Normalbetrieb teilweise erhöht. Hautbelastungen waren bei allen untersuchten Instandhaltungsarbeiten möglich.
Aufgrund der Ergebnisse sprechen sich die Autoren für eine einheitliche Regelung für Instandhaltungsarbeiten aus. Dabei sollten positive Erfahrungen einzelner Branchen und Industriezweige berücksichtigt werden.
F 2044 „Stoffbelastungen der Mitarbeiter von Servicefirmen bei Reinigungs-, Wartungs- und Reparaturarbeiten“; Gerhard Kuhlmann, Frank Elbeshausen, Ralph Hebisch, Torsten Wolf; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2011; ISBN: 978-3-88261-137-3; 49 Seiten.
Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 600 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.
Jörg Feldmann | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.baua.de
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