Anzeige
Neben dem Gefährdungspotenzial der jeweiligen Einwirkung werden standardmäßig sowohl das diagnostische als auch das präventive Potenzial der Untersuchungen bei ihrer Begründung betrachtet. Auf diesen Grundgedanken aufbauend hat Dr. Peter Kujath, Leiter der Fachgruppe „Wirkung von Gefahrstoffen“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), jetzt ein Begründungsschema entwickelt.
Das Schema verknüpft die Bewertung der drei Potenziale mit der Festlegung von Vorsorgeuntersuchungen auf unterschiedlichem Verbindlichkeitsniveau (Wunsch-, Angebots-, Pflichtuntersuchung). Deshalb könnte das Schema die Basis für eine Einigung über ein einheitliches Vorgehen bei der Begründung von Vorsorgeuntersuchungen nach der Arbeitsmedizinischen Vorsorgeverordnung (ArbMedVV) werden.
Seit der Novelle der Gefahrstoffverordnung im Jahr 2004 hat es sich durchgesetzt, drei Variablen bei der Bewertung einer Vorsorgeuntersuchung zu berücksichtigen: Das Gefährdungspotenzial der jeweiligen Exposition sowie ihr präventives und diagnostisches Potenzial. Bisher gab es jedoch keine Vereinbarung, welche Höhe die die einzelnen Potenziale erreichen müssen, um als Begründung für eine Vorsorgeuntersuchung einer bestimmten Verbindlichkeitsstufe gelten zu können. Der Arbeitsmediziner schlägt nun einheitliche Regeln vor, um diese Potenziale zu bewerten. Diese Regeln sollen unabhängig von der Art der Gefährdung gelten, also gleichermaßen für so unterschiedliche Tätigkeiten wie Taucherarbeiten und Arbeiten mit biologischen Arbeitsstoffen. Zudem wird der vorgesehene Zeitpunkt der Untersuchung berücksichtigt. Zwischen Erstuntersuchungen und Nachuntersuchungen mit ihren Unterformen soll also differenziert werden.
Im Ergebnis kann das vorgeschlagene Begründungsschema auf nachvollziehbare Weise für jede Konstellation von Tätigkeitstyp, tätigkeitsspezifischer Bedingung (wie beispielsweise die Luftkonzentration) und Untersuchungszeitpunkt Begründungen für Wunsch-, Angebots- oder Pflichtuntersuchungen liefern.
„Verfahren zur wissenschaftlichen Begründung von Anlässen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen“, Dr. Peter Kujath, 28 Seiten, Dortmund/Berlin, 2010.
Der Aufsatz steht auf der Website der BAuA in der Rubrik Publikationen/Fachbeiträge als PDF-Datei zum Download bereit.
Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt. Sie ermöglichen Unternehmen wie auch der gesamten Volkswirtschaft einen Vorsprung im globalen Wettbewerb. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Rund 660 Beschäftigte arbeiten am Hauptsitz in Dortmund und den Standorten Berlin, Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.
Jörg Feldmann | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.baua.bund.de
www.baua.de/de/Publikationen/Fachbeitraege/Gd46.html
Weitere Berichte zu: Arbeitsmedizin > Arbeitsschutz > BAuA > Begründungsschema > Gefährdungspotenzial > Pflichtuntersuchung > Potenzial > Vorsorgeuntersuchung
Bitterrezeptoren für Stevia-Süßstoffe entdeckt
24.05.2012 | Technische Universität München
Wie vorbeugen bei erblichem Krebs?
23.05.2012 | Goethe-Universität Frankfurt am Main
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten