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Vergleichbare minimal-invasive Operationen wurden bisher nur in wenigen Herzzentren durchgeführt, unter anderem in München, Leipzig und Frankfurt.
Bislang bedeutete ein Aortenklappenersatz für Patienten immer eine Herzoperation mit Herz-Lungen-Maschine. Pro Jahr sollen rund 50 Herzklappen mit der neuen Methode im Erlanger Herzzentrum operiert werden.
"Die neue minimal-invasive Methode zur Operation von defekten Herzklappen verbindet das beste Fachwissen aus den Bereichen Kardiologie, Herzchirurgie und Anästhesiologie", sagte Prof. Dr. Michael Weyand aus dem Herzzentrum des Uni-Klinikums Erlangen. "Die Patienten werden durch die Operation erheblich weniger belastet und das OP-Risiko drastisch reduziert."
Für das innovative OP-Verfahren wurde ein fachübergreifendes Spezialistenteam im Erlanger Herzzentrum gebildet aus Prof. Dr. Stephan Ensminger (Herzchirurgie), Prof. Dr. Josef Ludwig und Dr. Martin Arnold (Kardiologie) sowie Dr. Friedrich Einhaus (Anästhesiologie). Dieses Team führte die neue OP erstmals bei einem schwerkranken Patienten mit Aortenklappenstenose durch. Dieser Patient - Carl M. (72) aus Franken - galt als inoperabel und befindet sich jetzt in der Rehabilitationsphase.
Mit dem neuen Verfahren kann auf zwei Wegen die Aortenklappe erreicht werden: Zum einen wie beim Herzkatheter über die Oberschenkelarterie (transfemoraler Zugang), zum anderen über einen sechs Zentimeter langen Schnitt zwischen dem vierten und fünften Rippenbogen durch die Herzspitze (transapikaler Zugang). Bei beiden Methoden wird ein Katheter bis zur Aortenklappe vorgeschoben: Beim transfemoralen Zugang über den Aortenbogen bis in die linke Herzkammer. Beim transapikalen Zugang wird die Herzspitze freigelegt und der Katheter direkt bis in die Aorta vorgeschoben. Anschließend wird mit einem kleinen Ballon an der Katheterspitze die defekte Herzklappe aufgedehnt (Ballondilatation) und dann eine Gefäßprothese mit integrierter Herzklappe (Herzklappenstent) unter echo- und angiografischer Kontrolle präzise positioniert. Abschließend wird die Prothese aufgedehnt und ersetzt die alte Klappe. Operiert wird in einem zertifizierten, OP-Saal-ähnlichen Herz-Katheter-Labor.
Prof. Daniel: "OP auch bei Hochrisiko-Patienten möglich"
"Das Verfahren bietet vor allem Patienten eine neue Möglichkeit, die bislang aufgrund ihres hohen Alters oder schwerer Begleiterkrankungen nicht operiert werden konnten", sagte Prof. Dr. Werner Daniel aus dem Herzzentrum. Studien würden belegen, dass die Sterberate während der Operation deutlich niedriger als bei herkömmlichen Verfahren sei. Die Patienten können in der Regel schon am Tag nach der OP auf die Normalstation zurück verlegt werden.
Im Herzzentrum des Uni-Klinikums Erlangen sind die Herzchirurgische Klinik (Direktor: Prof. Dr. Michael Weyand) und die Medizinische Klinik 2 (Direktor: Prof. Dr. Werner Daniel) mit ihren pädiatrischen Partnern zusammengeschlossen. In enger interdisziplinärer Zusammenarbeit werden im Rahmen von Studien neue OP- und Therapie-Methoden entwickelt und verbessert, die in anderen Herzzentren noch nicht zur Verfügung stehen. "Unsere Patienten profitieren damit als erste vom medizinischen Fortschritt", sagte Prof. Weyand. Beispielsweise werde derzeit in Erlangen intensiv an einer neuen Generation von biologischen Herzklappen geforscht, die mit der neuen OP-Technik implantiert werden können. Diese neuen Herzklappen werden voraussichtlich Mitte 2009 für Erlanger Patienten verfügbar sein.
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Johannes Eissing
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Ute Missel | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
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