Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Zwillingen die Ursachen von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen entschlüsseln

11.09.2012
Die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa begleiten Betroffene ein Leben lang und gelten als behandel- aber unheilbar.
Eine große Chance für neue Forschungserkenntnisse liefern Untersuchungen von Zwillingen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, an denen sich viele freiwillig beteiligen. Um dieses Engagement zu würdigen, lädt das Kompetenznetz Darmerkrankungen zum 15. und 16. September 2012 Zwillingspaare aus ganz Deutschland nach Hamburg ein und bringt sie mit Experten zu CED zusammen, die in Vorträgen über den aktuellen Stand der Forschung informieren.

Als Ursachen für den Ausbruch der chronisch entzündlichen Darmkrankheiten werden Veränderungen der individuellen Umweltbedingungen, Gene und eine Barrierestörung des Darms vermutet. WissenschaftlerInnen untersuchen, wie das Zusammenspiel der Faktoren im menschlichen Körper abläuft und welchen Anteil sie jeweils daran haben, dass ein Mensch an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkrankt.
„Die Zwillingsforschung liefert uns einmalige Chancen, Zusammenhänge und Abläufe bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen besser zu verstehen. Eineiige Zwillinge haben nahezu identische Erbanlagen, dennoch erkranken nicht immer beide Zwillinge an Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: Bei eineiigen Zwillingen sind es nur 26 Prozent, bei zweieiigen sogar nur drei Prozent. Wieso das so ist, versuchen wir in Studien mit Zwillingen herauszufinden“, so Dr. Martina Spehlmann, Leiterin des Forschungsprojekts „Zwillinge mit Darmerkrankungen“ des Kompetenznetz Darmerkrankungen und Ärztin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein UK-SH.

Die WissenschaftlerInnen untersuchen in der Zwillingsforschung, worin die feinen Unterschiede in den Genen und Lebensbedingungen bei erkrankten und nicht erkrankten Zwillingen bestehen. In den letzten Jahren wurden bereits viele Risikogene für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa entschlüsselt, jetzt zeigen aktuelle Studien mit Zwillingen, welchen Einfluss bestimmte Lebensstile auf das Ausbrechen der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen haben. So haben erkrankte Zwillinge häufiger Antibiotika eingenommen, konsumieren mehr Fleischerzeugnisse und waren in mehr Fällen von einer Blinddarmentzündung betroffen, als nicht erkrankte Zwillinge. Auch Rauchen gilt als starker Risikofaktor.

Zwillinge treffen Experten in Hamburg am 15. und 16. September 2012
In den letzten Jahren haben sich viele Zwillingspaare an den Studien und damit an Untersuchungen und Analysen beteiligt. Um dieses Engagement zu würdigen, veranstaltet das Kompetenznetz Darmerkrankungen am 15. und 16. September 2012 ein Treffen, zu dem alle StudienteilnehmerInnen nach Hamburg eingeladen wurden. Dort kommen sie mit renommierten WissenschaftlerInnen zusammen, die über Aspekte der CED-Forschung und zum aktuellen Wissensstand berichten. Themen sind unter anderem:
- Aktuelle und künftige Therapien von CED
- Genetik der CED
- Individuelle Ganzheitsmedizin in der Behandlung
- Psychosomatik
- Ernährung
- Interaktionen von Nahrungsmitteln mit Medikamenten
- CED und Schwangerschaft

Die ReferentInnen:
- Gudrun Biller (Asklepios Westklinikum Hamburg)
- Prof. Dr. Ingolf Cascorbi (UK-SH)
- Sükran Erdag (UK-SH)
- Prof. Dr. rer. nat. Andre Franke (UK-SH)
- Dr. Angelika Hüppe (UK-SH)
- Prof. Prof. Dr. Dr. Jakob Robert Izbicki (Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf)
- Dr. med. Jörn Klasen, Asklepios Westklinikum Hamburg
- Prof. Dr. med. Andreas Raedler, Asklepios Westklinikum Hamburg
- Prof. Dr. med. Philip Rosenstiel (UK-SH)
- Prof. Dr. med. Stefan Schreiber, UK-SH
- Dr. med. Martina Spehlmann (UK-SH)

Susanne Weller | idw
Weitere Informationen:
http://www.kompetenznetz-ced.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Titandioxid-Nanopartikel können Darmentzündungen verstärken
19.07.2017 | Universität Zürich

nachricht Künftige Therapie gegen Frühgeburten?
19.07.2017 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie