Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine zweite Haut für Venen: Innerer Kompressionsstrumpf optimiert Operationsverfahren

02.10.2008
Venenzentrum empfiehlt "Wenn möglich, Venen erhalten"

Hauchdünn und elastisch, aber dennoch stützend wie ein Kompressionsstrumpf schmiegt sich ein neues Material um bindegewebsschwache Venen und hält sie in Form.

VenoPatch - so der Produktname der flexiblen Hülle - entstand durch beispielhaften Wissenstransfer aus der Universität in die Industrie: In enger Kooperation mit Venenspezialisten um Prof. Dr. Achim Mumme (Venenzentrum der Klinik für Dermatologie und Klinik für Gefäßchirurgie der Ruhr Universität) entwickelte die Firma Aesculap, Tuttlingen, einen speziellen Kunststoff für das Bochumer Venen erhaltende Operationsverfahren.

Das flexible Material vereinfacht den Eingriff, so dass einem breiten routinemäßigen Einsatz nun nichts mehr im Wege steht.

Operationstechnik: Mit Perfektion und "Material-Gefühl"

In langjähriger Entwicklungsarbeit haben Bochumer Phlebologen nicht nur eine Venen erhaltende Therapie (Valvuloplastie) zur Perfektion gebracht, sondern auch ein besonderes Gefühl für das verwendete Material entwickelt. Daraus haben sie die "Kriterien für den optimalen Kunststoffmantel" abgeleitet. Mit diesem Wissen konnte der deutsche Medizinprodukthersteller Aesculap, in enger Kooperation mit den Bochumer Medizinern aus einem speziellen Polyurethan eine Manschette entwickeln, die alle Materialansprüche erfüllt und die Anpassung an die Vene vereinfacht.

Klappen-Korrektur gegen Krampfadern

Krampfadern sind weit mehr als ein kosmetisches Problem: Wenn die Venenklappen nicht mehr schließen, versackt Blut in die Unterschenkel und kann dort Stauungssymptome, Thrombosen oder sogar offene Beine hervorrufen. Das Bochumer Operationsverfahren beruht auf der Reparatur der defekten Venenklappen, die in der aufgeweiteten Vene nicht mehr schließen können. Über einen kleinen Schnitt in der Leistenregion wird die "ausgeleierte" Vene freigelegt, mit dem Kunststoffmantel umhüllt und auf den normalen Durchmesser gebracht. Damit bekommen die in der Vene befindlichen Klappen wieder Kontakt und können die Verschlussfunktion weiter ausüben. Nach Korrektur der Klappen an der Einmündungsstelle der Vena saphena magna in die Oberschenkelvene (Vena femoralis) kann sich auch die Krampfader wieder normalisieren.

Venen: Erhalten - stilllegen - herausoperieren

Die Krampfadertherapie zielt herkömmlich darauf ab, krankhaft veränderte Venen stillzulegen (zu veröden) oder herauszuoperieren (strippen). Damit entfernt der Operateur quasi das Fallrohr, in dem "verbrauchtes" Blut stehen bleibt und beseitigt so die Stauung. Die Schattenseite dieser Therapiemethode ist, dass Venenmaterial verloren geht, auf das bei Gefäßverschluss am Herzen oder anderen Organen zurückgegriffen werden muss. Gerade bei gefährdeten Patienten, etwa Diabetikern, Patienten mit Bluthochdruck oder Rauchern sollte daher die große Stammvene (Vena saphena magna) erhalten bleiben, sie könnte einmal lebensrettend sein.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Achim Mumme, Venenzentrum der Dermatologischen und Gefäßchirurgischen Kliniken, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Tel.: 0234/8792377, E-Mail: Achim.Mumme@rub.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.rub.de/rubin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen