Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zuverlaessige Unterstuetzung fuer das Herz

03.08.2009
Zum 100. Mal weltweit kam die künstliche Herzpumpe DuraHeart im Herz- und Diabeteszentrum NRW zum Einsatz.

Am Ende fiel die magische Zahl an die Herzspezialisten aus Bad Oeynhausen, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum: Innerhalb von weniger als 20 Stunden wurden in den USA, in New York und Pittsburgh, sowie im ostwestfälischen Bad Oeynhausen drei Patienten mit den Linksherzunterstützungssystemen DuraHeart des amerikanischen Herstellers Terumo versorgt.

Das genau 100. Kunstherzsystem dieser Art weltweit setzten die Herzchirurgen Dr. Latif Arusoglu und Dr. Michiel Morshuis, Oberärzte der Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie im Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ), Bad Oeynhausen, erfolgreich ihrem 72-jährigen Patienten ein. So geschehen im Mai dieses Jahres.

"Wir verfügen über die größte Erfahrung im Einsatz des DuraHeart, umso mehr freut uns, dass dieses Jubiläum im HDZ stattfand," betont Prof. Dr. Jan Gummert, Direktor der Klinik. Im Herzzentrum Bad Oeynhausen wurden bisher über 1.700 Kunstherzsysteme implantiert, die Klinik ist damit weltweit führend. Auch dafür nahm Gummert jetzt die Glückwünsche der Amerikaner entgegen und erfuhr dabei von Oliver Fey, Europa-Manager der Terumo Heart Division, Hamburg, dass weltweit zur Zeit 113 Patienten mit einem DuraHeart versorgt werden, 69 davon sind Patienten des Herz- und Diabeteszentrums. "Seit Beginn seines ersten Einsatzes im Jahr 2004 hat sich das Linksherzunterstützungssystem vielfach bewährt," betont Gummert. "Schwer herzkranken Patienten bietet es eine neue Lebensqualität."

DuraHeart hilft Patienten, die unter terminaler Herzinsuffizienz, d. h. nicht mehr heilbarer und ausgeprägter Pumpschwäche der Herzkammern, leiden. Bei diesen Patienten ist die Krankheit soweit fortgeschritten, dass eine Herztransplantation unumgänglich ist. Aber: Spenderherzen sind knapp. Um die Wartezeit zu überbrücken, setzt man künstliche Herzunterstützungssysteme wie das DuraHeart ein. Im Durchschnitt warten die Patienten etwas über ein Jahr (391 Tage), bis ein passendes Spenderherz für sie gefunden wird.

Das DuraHeart besteht aus einer kleinen implantierbaren Pumpe aus Titan (Gewicht: 540 gr., Durchmesser: 73 mm), die durch Rotation den natürlichen Blutstrom unterstützt. In ihrem Inneren beschleunigt der magnetisch gelagerte Impeller mit ca. 1200-1500 Umdrehungen pro Minute das Blut. Eine externe Steuereinheit kontrolliert die Systemleistung und regelt die Energieversorgung von wieder aufladbaren Batterien oder einem Batterieladegerät. Im Gegensatz zu allen bisherigen mechanischen Kreislaufunterstützungssystemen zeichnet sich das DuraHeart besonders durch seine magnetische Lagerung (Levitation) und seine geringe Größe aus. Es ist dadurch praktisch erschleißfrei und verspricht eine sehr lange Haltbarkeitsdauer.

Die Pumpe arbeitet zudem energiesparsam und ohne große Geräusche. Für den Patienten bedeutet ein solches System eine enorme Steigerung der Lebensqualität, zumal er lediglich eine Steuereinheit und Batterien mit sich führen muss und nach Hause entlassen werden kann.

Knapp 15 Jahre dauerte die Forschungsarbeit und Entwicklung des DuraHeart. Der amerikanische Hersteller Terumo Heart hat seinen Sitz in Ann Arbor, Michigan, USA. Die Erstimplantation im Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen 2004 war Auftakt einer klinischen Multi-Center-Studie, an der weltweit 40 Herzzentren beteiligt sind und die nach der Auswertung der Daten von 140 Patienten abgeschlossen sein wird. Das DuraHeart ist seit 2007 CE-zertifiziert.

Weitere Informationen:

Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Anna Reiss
Georgstr. 11
Tel. 05731 / 97 1955
Fax 05731 / 97 2028
E-Mail: info@hdz-nrw.de

Anna Reiss | idw
Weitere Informationen:
http://www.hdz-nrw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie