Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zusatznutzen von lang wirksamen Insulinanaloga anerkennen

07.04.2009
Lang wirksame Insulinanaloga sind bisher Teil des Therapieangebotes auch für Menschen mit Diabetes Typ 2.

Sie haben den Vorteil, dass sie mehrheitlich einmal am Tag gespritzt werden können, um den Grundbedarf an Insulin zu decken. Studien haben außerdem ergeben, dass damit bedrohliche Unterzuckerungen seltener vorkommen.

Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und diabetesDE vertreten daher den Standpunkt, dass lang wirksame Insulinanaloga die Diabetes-Therapie insbesondere bei Patienten mit nächtlichen Unterzuckerungen verbessern und die Arzneimittelsicherheit erhöhen.

Lang wirksame Insulinanaloga sind gentechnisch veränderte Insuline. Sie zerfallen sehr langsam nach der Injektion und wirken dadurch gleichmäßiger und länger. Es reicht oft eine Injektion täglich, um den Grundbedarf an Insulin zu decken. Außerdem kommt ein zu starkes Absinken des Blutzuckerspiegels - sogenannte Hypoglykämien - im Vergleich zu herkömmlichen Verzögerungsinsulinen seltener vor. In schweren Fällen von Hypoglykämie können Kontrollverlust oder Bewusstlosigkeit die Folge sein.

Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen (G-BA) wird demnächst entscheiden, ob Gesetzliche Krankenkassen weiterhin lang wirksame Insulinanaloga in der Therapie des Diabetes Typ 2 erstatten. Grundlage dieser Entscheidung ist der kürzlich veröffentlichte Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Er benennt Studienergebnisse, nach denen Hypoglykämien bei Verabreichung langwirksamer Insulinanaloga im Vergleich zu herkömmlichen Verzögerungsinsulin (NPH-Insulin) signifikant seltener vorkommen. Unverständlicherweise findet dieser Zusatznutzen im Fazit des IQWiG- Berichtes aber keine Berücksichtigung.

Nach Meinung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft und von diabetesDE bedeutet die geringere Hypoglykämie-Rate eine erhöhte Sicherheit für die Patienten und stellt deshalb einen belegbaren Zusatznutzen dar, der eindeutig im Bericht des IQWiG formuliert sein sollte.

Der Gemeinsame Bundesausschuss sollte seine Entscheidung daher auf der Grundlage der wissenschaftlichen Datenlage treffen.

Kontakt für Journalisten:
Pressestelle
Deutsche Diabetes-Gesellschaft
diabetesDE
Beate Schweizer
Postfach 30 11 20. 70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-295
Telefax: 0711 8931-167
E-Mail: schweizer@medizinkommunikation.org
diabetesDE
Bundesgeschäftsstelle
Reinhardtstr. 14 | 10117 Berlin
E-Mail: info@diabetesde.org

Beate Schweizer | idw
Weitere Informationen:
http://www.diabetesde.org
http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften