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Zusammenhang von Herzerkrankungen und Depressionen erforscht

22.02.2012
Cholesterinsenker können vor Depressionen schützen

Forscherinnen und Forscher der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Universität San Francisco haben den Zusammenhang zwischen der Einnahme von Medikamenten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen untersucht.

Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die Einnahme einer bestimmen Klasse von Medikamenten, den sogenannten Statinen, das Risiko, eine Depression zu entwickeln, mindern kann. Statine gehören weltweit zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten und haben eine cholesterinsenkende Wirkung. Sie werden insbesondere zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen eingesetzt.

Über die Auswirkungen von Statinen auf depressive Symptome bei Patienten ist bislang wenig bekannt. Die Forschungsergebnisse sind von hoher Relevanz, weil Depressionen bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Genesungschancen deutlich verschlechtern. Depressionen beeinflussen die Verhaltensweisen eines Menschen und können zu mangelnder Bewegung, fehlenden sozialen Kontakten oder der unregelmäßigen Einnahme der verschriebenen Medikamente führen.

Außerdem sind biologische Veränderungen der Depression wie die zunehmende Ausschüttung von Stresshormonen und erhöhte Entzündungsparameter bekannt. Dies wiederum kann die Verschlechterung des Gesundheitszustandes eines Patienten hervorrufen.

Prof. Christian Otte, stellvertretender Klinikdirektor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité, ging zusammen mit seiner Arbeitsgruppe der Frage nach, ob bei Patientinnen und Patienten mit Herzerkrankungen die Einnahme von Statinen mit einer verminderten Rate von Depressionen einhergeht. Zusammen mit seiner amerikanischen Kollegin Mary Whooley untersuchte er 1.000 Patienten mit Herzerkrankungen über den Zeitraum von sechs Jahren. Die Patienten waren zu Beginn der Studie durchschnittlich 65 Jahre alt. Patienten, die Statine einnahmen, zeigten ein um fast 40 Prozent vermindertes Risiko, eine Depression zu entwickeln. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Statine bei herzkranken Patienten einen schützenden Effekt vor Depressionen haben könnten. Weitere Studien sollen nun klären, ob diese These bestätigt werden kann, ob diese positiven Effekte auch bei anderen Patientengruppen auftreten und welche Mechanismen dafür verantwortlich sein könnten.

Kontakt:
Prof. Christian Otte
Stellvertretender Klinikdirektor
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Campus Benjamin Franklin
t: + 49 30 8445 8779
christian.otte[at]charite.de

Dr. Julia Biederlack | idw
Weitere Informationen:
http://www.charite.de

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