Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zivilisationskrankheiten auf der Spur - LIFE startet

08.09.2010
In Leipzig startet ein weltweit einmaliges Forschungsprojekt mit 30.000 Teilnehmern. Zum ersten Mal erforscht das Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen LIFE an einem Standort das Zusammenspiel von genetischer Anlage, Stoffwechsel und individueller Lebensführung in großem Umfang.

Die knapp 40 Millionen Euro teure Bevölkerungs- und Patientenstudie soll wegweisende Erkenntnisse über die Ursachen der wichtigsten Zivilisationserkrankungen hervorbringen und die biomedizinische Wirtschaftsregion Leipzig nachhaltig fördern. Als Resultat werden neue Diagnostik- und Therapieansätze erwartet.

Ab Herbst 2010 untersucht ein Konsortium aus über 100 Ärzten und Wissenschaftlern dafür mehr als 30.000 Leipziger. Im Zentrum: Gefäßerkrankungen und Herzinfarkt, Diabetes mellitus, Adipositas, Depression, Demenz, Entzündungen der Bauchspeicheldüse, Kopf- und Halstumore sowie Allergien und Stoffwechselstörungen.

LIFE-Projekt: Krankheitsfaktoren auf der Spur

"Es ist immer noch ein Geheimnis, warum einige Menschen trotz bekannter Risikofaktoren wie hohem Cholesterin und Übergewicht lange gesund bleiben und sehr alt werden. Andererseits leiden immer mehr junge Menschen bereits an Lebensstilerkrankungen, ohne dass wir die Ursachen immer hätten vorhersagen können", erklärt Professor Joachim Thiery, LIFE-Vorstand und Institutsdirektor der Labormedizin am Leipziger Universitätsklinikum. "Deshalb führen wir an einem Standort wissenschaftlich tausende von Untersuchungsergebnissen zusammen, die den Menschen in seiner Gesamtheit erkennen lassen - Gene und Organfunktion, Lebensweise und Umweltbedingungen", erläutert Thiery, der auch Dekan der Medizinischen Fakultät ist. Das LIFE-Projekt wird bahnbrechende Einblicke geben in die molekularen Eigenschaften des Menschen im Wechselspiel mit der modernen Umwelt. Es ist das größte wissenschaftliche Vorhaben der Landesexzellenzinitiative des Freistaates Sachsen. Bei LIFE kommen neueste Spitzentechnologien der Bildgebung, Genom- und Laboranalytik zum Einsatz, die international führend sind. Zugleich werden bei allen Studien-Teilnehmern detaillierte Angaben zu Lebensstil und individuellen Lebensbedingungen erhoben.

Weltweit einzigartige Biobank

Weltweit einzigartig ist eine teilmechanisierte Biobank auf flüssigem Stickstoff, in der über eine Million Blut- und Zellproben für spätere Analysen lagern werden. "Ein wertvoller Schatz für die Zukunft der Leipziger Spitzenforschung, für die kommende Wissenschaftlergeneration und die Therapien von Morgen" sagt Professor Daniel Teupser, der als Laborarzt und LIFE-Genetikprofessor die Biobank leitet.

Alle Proben und Erhebungen werden pseudonymisiert aufgenommen und in einer riesigen Datenbank mathematisch analysiert. "Dafür ‚spenden‘ 17.000 Patienten des Universitätsklinkums nach Aufklärung und Zustimmung ihre Untersuchungsbefunde, die wir mit den Analyseergebnissen von 15.000 Freiwilligen der Bevölkerung vergleichen - darunter über 5.000 Kinder und Jugendliche, die durch den Direktor der Universitätskinderklinik betreut werden", betont der dafür verantwortliche Medizinstatistiker Professor Markus Löffler, LIFE-Vorstand und Institutsdirektor der Epidemiologie und Medizinischen Informatik. "In Kooperation des Einwohnermeldeamtes der Stadt Leipzig bekommen Zehntausende Leipziger Post von uns mit der Bitte, am großen LIFE-Projekt teilzunehmen. Jeder Teilnehmer wird seine individuelle Gesundheitserhebung für seinen Hausarzt mit nach Hause nehmen können."

Die Leipziger Ärzte und Forscher des LIFE-Zentrums planen in Zusammenarbeit mit Wissenschaftsinstituten wie der Max-Planck-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft sowie der Industrie, schon in den nächsten zwei bis drei Jahren erste medizinisch und wirtschaftlich verwertbare Ergebnisse vorzulegen. "Ich bin sicher: Hier in Leipzig erhalten wir für mindestens eine oder zwei der großen Volkskrankheiten wegweisende und völlig neue Einsichten für die Vorbeugung und für eine gezieltere Therapie, als dies heute möglich ist", so Professor Thiery. Davon sind genauso die Gutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft und die Mittelgeber überzeugt: Die Europäische Union (32 Millionen Euro EFRE-Mittel; 1,3 Millionen Euro ESF für Nachwuchsforscher) sowie der Freistaat Sachsen (6 Millionen Euro).

Programmablauf: Feierliche Eröffnung LIFE am 27.09.2010

09:00 - 09:45 Uhr Vorstellung des LIFE-Forschungszentrums
Präsentation des Vorstandes,
Großer Hörsaal Operatives Zentrum, Liebigstr. 20
ab 09:45 Uhr Postersession
Foyer, Großer Hörsaal Operatives Zentrum, Liebigstr. 20
10:30 - 11:30 Uhr Pressekonferenz (Thiery, Löffler, Teupser, Kiess)
Sitzungszimmer des Dekanats, CLI, Liebigstr. 27, Eingang Mitte
ab 11:30 Uhr Presseführung:
LIFE-Biobank mit Metabolomanalytik, Liebigstr. 27, und
LIFE-Studienzentrum, Philipp-Rosenthal-Straße 27,
Aufnahmemöglichkeiten für die bildgebenden Medien
13:00 Uhr Get Together bei einem Mittagsimbiss und Möglichkeit zu individuellen Hintergrundgesprächen

16:30 - 17:30 Uhr Come together zur Festveranstaltung, Liebigstr. 27, Eingang Mitte

17:30 - 19:00 Uhr Eröffnungsveranstaltung des LIFE-Forschungszentrums
Großer Hörsaal Liebigstr. 27, Eingang Mitte
ab 19:30 Uhr Get together mit Sächsischen Spezialitäten
Presseeinladung
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir laden Sie ein, am Eröffnungstag vom LIFE-Projekt, insbesondere an der Pressekonferenz mit anschließender Führung am Vormittag, teilzunehmen. Die feierliche Eröffnung mit Staatsministerin von Schorlemer findet am frühen Abend statt. Die Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Programm.
Die Medienvertreter sind herzlich eingeladen, an allen Programmpunkten teilzunehmen. Vor Ort werden Ihnen gerne jederzeit Interviewpartner und Bilder vermittelt. Folgende Geräte im LIFE-Studienzentrum stehen in Betrieb zur Verfügung:
3D-Bodyscanner
Analyse der Stimm- und Sprechleistung
Echo-Kardiographie
Zeit: 27.09.2010, 10:30 Uhr
Ort: Sitzungszimmer des Dekanats (2. Etage)
Studienzentrum, Liebigstraße 27 (Haupteingang Mitte), Leipzig
Als Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung:
Prof. Dr. med. Joachim Thiery,
LIFE-Vorstand und Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig
Prof. Dr. med. Markus Löffler,
LIFE-Vorstand und Leiter des Instituts für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie, Universität Leipzig
Prof. Dr. med. Daniel Teupser,
Professor für Klinische Chemie und Funktionelle Genetik, Leiter der LIFE-Biobank
Prof. Dr. med. Wieland Kiess
Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. med. Joachim Thiery,
LIFE-Vorstand
Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig
Prof. Dr. med. Markus Löffler,
LIFE-Vorstand
Leiter des Instituts für Medizinische Informatik
Statistik und Epidemiologie,
Universität Leipzig
--------------------------------------------------------------------------------
Anmeldung und Vermittlung von Interviews, Dreh- und Fototerminen:
Sebastian Späthe
Wissenschaftlicher Referent für Öffentlichkeitsarbeit
sebastian.spaethe@life.uni-leipzig.de
Telefon: 0341 - 97 16 723
Mobil: 0163 - 302 57 56
Telefax: 0341 - 97 16 729

Dr. Manuela | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig-life.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Anzeichen einer Psychose zeigen sich in den Hirnwindungen
26.04.2018 | Universität Basel

nachricht Revolutionär: Ein Algensaft deckt täglichen Vitamin-B12-Bedarf
23.04.2018 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

IFAT 2018: Phosphorgewinnung aus Klärschlamm und andere regionale Nutzungskonzepte für Biomassen

26.04.2018 | Messenachrichten

Der Mensch im Zentrum: wandlungsfähige Produktion in der Industrie 4.0

26.04.2018 | Informationstechnologie

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics