Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zielgenau gegen fortgeschrittenen Prostatakrebs

10.12.2015

Europäische Teams bündeln ihre Wissens- und Forschungskraft im Kampf gegen häufigsten bösartigen Tumor beim Mann

420.000 Männer erkranken in Europa pro Jahr neu am Karzinom der Vorsteherdrüse (Prostata). 69.000 Europäer sterben im selben Zeitraum daran, denn bisher ist dieser häufigste, bösartige Tumor des Mannes nur im Frühstadium gut behandelbar.


Prof. Zoran Culig

Copyright: SciNews/mkz

Um auch fortgeschrittenen Prostatakrebs zielgenau therapieren zu können, bündeln die europaweit führenden Teams jetzt ihre Wissens- und Forschungskraft. Das teilte der österreichische Molekular-Pathologe Prof. Zoran Culig am Donnerstag in einer Aussendung mit. Culig hat das neue Netzwerk in seiner Funktionsperiode als Präsident der Europäischen Sektion für Urologische Forschung (European Section of Urological Research, kurz ESUR) ins Leben gerufen.

Der international anerkannte Grundlagen- und Prostatakrebsforscher (50) übte diese ehrenamtliche Funktion seit Februar 2012 bis vor Kurzem aus. Laut Culig arbeiten in dem neuen Netzwerk unter der Ägide der 16.000 Mitglieder zählenden Europäischen Vereinigung für Urologie (EAU) mit Sitz im niederländischen Arnhem in erster Stufe Prostatakrebs-Forschungsgruppen aus den Niederlanden, Großbritannien, Finnland und Österreich zusammen. Weitere - ebenso europaweit tonangebende Teams - aus Tschechien und weiteren Ländern schließen sich nach Angaben Culigs aktuell gerade an.

Krebswachstum längerfristig stoppen

"Wir arbeiten im neuen Verbund intensiv daran, für die verbesserte Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs weitere Grundlagen zu liefern, damit das Wachstum dieses Tumors längerfristig stoppen zu können. Wir erforschen dazu Therapie-Resistenzen und klären Schritt für Schritt ab, warum die im fortgeschrittenen Stadium eingesetzte Hormonentzugstherapie auch trotz neuester Substanzen zeitlich nur begrenzt wirken kann. Das bedeutet auch, dass wir den Raffinessen dieses Krebses mit vereinten Kräften grundsätzlich auf der Spur sind und damit das Prostatakarzinom in seiner komplexen Kommunikation vielschichtiger begreifen", erklärt Culig.

Das Prostatakarzinom ist eine sehr heterogene Krebsart, denn das Spektrum bösartiger Zellpopulationen ist vielfältig. Dieser Tumor, bei dem männliche Sexualhormone (Androgene) eine Schlüsselrolle spielen, stellt die internationale Grundlagenforschung daher auf mehreren Ebenen vor Herausforderungen. Aufgrund der verbesserten Krankheitsbestimmung nehmen seriöse Schätzungen an, dass das Prostatakarzinom auch bis 2030 der häufigste, bösartige Krebs beim Mann bleiben wird.

"Gleichzeitig wissen wir, dass die seit den 1960er Jahren eingesetzte Hormonentzugstherapie diesen Tumor auch mittels neuester Substanzen nur vorübergehend bremsen kann. Bei sämtlichen derzeit im Zuge dieser Behandlung eingesetzten Therapeutika treten Resistenzen auf. Für Betroffene bedeutet dies, ihr Prostatakrebs wächst nach einer bestimmten Zeit wieder und streut weiter. Diese Krebskranken sterben häufig an äußerst schmerzhaften Knochenmetastasen", sagt der Experte. Alleine in Österreich verlieren jährlich 1.200 Männer ihren Kampf gegen das Prostatakarzinom. Europaweit muss jeder Zehnte im Laufe seines Lebens mit der Diagnose "Prostatakrebs" rechnen.

Culigs Forschungsteam an der Medizinischen Universität Innsbruck legt seit 15 Jahren Baustein für Baustein neue Angriffsziele zur Verbesserung der derzeit eingesetzten Hormonentzugstherapie bei Prostatakrebs vor. Dieses Team bündelt nun seine Expertise mit der auf Therapieresistenzen spezialisierten Forschungsgruppe des Androgenrezeptor-Experten Prof. Guido Jenster vom Josephine Nefkens Institute der Erasmus Universität Rotterdam.

Im Netzwerk ist auch die Gruppe des Naturwissenschaftlers Prof. Gabri Van der Pluijm vom Medical Center der niederländischen Universität in Leiden. Dieses Team erforscht Metastasenbildung sowie Prostatakrebsstammzellen. Eng verknüpft ist diese Gruppe mit den auf Resistenzen sowie Prostatakrebsstammzellen spezialisierten Forscher/inne/n rund um den britischen Molekularbiologen Prof. Norman Maitland von der University of York sowie dem Team des Molekularbiologen Prof. Tapio Visakorpi vom Prostate Cancer Research Center der finnischen University of Tampere.

Hochkarätiger Kongress 2016 in München

Der aktuellste Forschungsstand bei Diagnose und Therapie des Prostatakarzinoms ist in wenigen Monaten unter anderem Thema beim multidisziplinären Jahreskongress der EAU in München. Zu diesem Kongress im März nächsten Jahres werden über 12.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehr als hundert Ländern erwartet, darunter zahlreiche Jungforscherinnen und Jungforscher. Dieser Kongress (http://eaumunich2016.uroweb.org/) ist traditionell der größte des Fachgebietes in Europa.
Bild: Prof. Zoran Culig
Copyright: SciNews/mkz

Terminaviso:
Veranstaltung: „31th Annual EAU Congress”
Datum: Freitag, 11. März 2016 (bis Dienstag, 15. März 2016)
Zeit: Genaue Kongresszeiten werden erst bekannt gegeben
Ort: Internationales Congress Center München, Messegelände, 81823 München
Kongressinfo: http://eaumunich2016.uroweb.org/

Kontakt:
Prof. Zoran Culig
Medizinische Universität Innsbruck
Universitätsklinik für Urologie
Anichstrasse 35, A-6020 Innsbruck
Tel.: ++43/512/504 – 24717
Email: Zoran.Culig@i-med.ac.at
EAU: http://www.uroweb.org
ESUR: http://uroweb.org/section/esur/information/
Team Prof. Culig: http://www.zculig.org

Mag.a Gabriele Rampl
Public Relations Prof. Zoran Culig
Telefon: +43(0)650/2763351
Email: office@scinews.at
Web: http://www.scinews.at

Mag.a Gabriele Rampl | Medizinische Universität Innsbruck

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Überdosis Calcium
19.06.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Berner Forschende entdecken Schlaf-Wach-Schaltzentrale im Hirn
11.06.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Abwehrmechanismus gegen Sauerstoffradikale entdeckt

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umwandlung von nicht-neuronalen Zellen in Nervenzellen

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Im Fußballfieber: Rittal Cup verspricht Spannung und Spaß

18.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics