Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zartbitter schützt vor Herzinfarkt und Schlaganfall

27.06.2012
Dunkle Schokolade auf Krankenschein?
Zartbitter schützt vor Herzinfarkt und Schlaganfall

Menschen mit erhöhtem Blutdruck und erhöhten Cholesterinwerten können durch den täglichen Verzehr von Zartbitterschokolade Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Dies legen Berechnungen im Rahmen einer aktuellen Studie australischer Forscher nahe.

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) rät angesichts dieser Ergebnisse Genussmenschen mit Bluthochdruck und hohen Blutfettwerten zu mehr Bewegung und zur gesünderen, dunklen Schokolade.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die Todesursache Nummer eins. Jährlich sterben daran etwa 17,5 Millionen Menschen, das sind nahezu ein Drittel aller Todesfälle. Besonders gefährdet sind Menschen, die unter dem sogenannten Metabolischen Syndrom leiden: Blutdruck, Blutfette und Gewicht sind zu hoch, der Zuckerstoffwechsel gestört.

Australische Forscher haben jetzt anhand der Daten von 2013 Patienten mit Metabolischem Syndrom am Computer modelliert, was der Verzehr einer Tafel dunkler Schokolade täglich bewirken könnte: Bei 10 000 Personen ließen sich in einem Zeitraum von zehn Jahren 85 Schlaganfälle oder Herzinfarkte verhindern, von denen 15 tödlich geendet hätten.

„Der Kakao in dunkler Schokolade ist besonders reich an Flavonoiden, die für ihre Schutzwirkung auf Herz und Kreislauf bekannt sind“, erläutert DGIM-Generalsekretär Professor Dr. med. Ulrich R. Fölsch aus Kiel. Forscher erklären sich das so: Flavonoide wirken im Körper als Antioxidans, indem sie freie Sauerstoffradikale auffangen, die als zellschädigend gelten.

In den letzten Jahren haben mehrere Studien gezeigt, dass der Verzehr von dunkler Schokolade einen erhöhten Blutdruck senken kann. Mehr noch: Trotz des hohen Fettgehalts wirkt dunkle Schokolade auch günstig auf den Cholesterinwert. Die Effekte sind zwar gering, so Professor Fölsch: „Der Blutdruck sinkt um wenige Millimeter Hg und die Cholesterinwerte werden durch Schokolade allein nicht normalisiert“. Doch auf die Dauer könne der Verzehr einen Beitrag zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen leisten. Am stärksten profitieren Menschen mit einem Metabolischen Syndrom. „Sie sind zwar noch nicht spürbar krank, gehen aber auf Dauer ein erhöhtes Risiko ein, an Diabetes zu erkranken, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden“, sagt der Internist.

Dunkle Schokolade könnte einen Beitrag dazu leisten, diesen Erkrankungen vorzubeugen. Die Forscher haben deshalb auch berechnet, wie viel die Krankenkassen dadurch einsparen würden: Pro Person und Jahr könnten sie umgerechnet 31 Euro für Werbung, Erziehung oder die Subventionierung von dunkler Schokolade ausgeben. Trotzdem sparten sie Geld, weil die Folgekosten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sänken.

„Dies mag nicht nach einem allzu ernst zu nehmendem Ansatz klingen“, sagt Professor Fölsch, „doch es wäre durchaus wünschenswert, wenn die tägliche Schokolade Menschen mit Metabolischem Syndrom motivieren würde, insgesamt weniger Kalorien zu sich zu nehmen und sich mehr zu bewegen.“ Davon abgesehen warnt Professor Fölsch vor Missverständnissen: Die von den meisten Menschen favorisierte Milchschokolade oder weiße Schokolade enthalten kaum oder gar keinen Kakao. Voraussetzung für eine schützende Wirkung ist ein Anteil von mindestens 60 Prozent. Der Kakaogehalt steht auf der Verpackung.

Literatur:
Zomer E, Owen A, Magliano DJ, Liew D, Reid CM. The effectiveness and cost effectiveness of dark chocolate consumption (…)

BMJ 2012; 344: e3657;http://www.bmj.com/content/344/bmj.e3657?etoc=

Kontakt für Journalisten:
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
Pressestelle
Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Berliner Büro im Langenbeck Virchow-Haus:
Luisenstraße 59
10117 Berlin
Tel: 0711 8931-552
Fax: 0711 8931-167
voormann@medizinkommunikation.org

Anna Julia Voormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgim.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften