Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftler entdecken neuen regulatorischen Mechanismus des Immunsystems

06.06.2014

Ununterbrochen verteidigt unser Immunsystem unseren Körper vor zahlreichen Krankheitserregern wie Viren, Bakterien und Pilzen.

Virale Infektionen stellen trotz intensiver Forschung ein globales Gesundheitsproblem dar. Wichtige körpereigene Abwehrmechanismen sind dabei die Typ I Interferon Produktion sowie das Aktivieren von anti-viralen T Zellen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Botenstoff Typ I Interferon mit seiner schützenden Wirkung für wichtige körpereigene Abwehrzellen.

Den bisher unklaren regulatorischen Mechanismus haben Arbeitsgruppen von internationalen Wissenschaftlern um den Immunologen Dr. Philipp A. Lang, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf, sowie Prof. Dr. Karl S. Lang, Uniklinik Duisburg Essen, und Prof. Dr. Dieter Häussinger, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf, untersucht.

Die Forscher vermuten nun, dass diese Erkenntnis insbesondere für die Therapie von chronischer Hepatitis C von großer Bedeutung sein könnte. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse der Arbeit am 5. Juni 2014 in der Fachzeitschrift „Immunity“.

Zu den wichtigen körpereigenen Abwehrmechanismen zählen neben der Produktion des Botenstoffs Typ I Interferon die Aktivierung von spezifischen anti-viralen T-Zellen, die körperfremde Organismen gezielt angreifen. Die internationalen Arbeitsgruppen der beiden Brüder Dr. Philipp A. Lang und Prof. Dr. Karl S. Lang haben zusammen mit den Wissenschaftlern Prof. Dr. Dieter Häussinger (Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, und Infektiologie, Düsseldorf), Prof. Dr. Pamela Ohashi (Ontario Cancer Institute, Toronto) sowie Prof. Dr. Tak Wah Mak (Direktor des Campbell Family Institut für Brustkrebs Forschung, Toronto) entdeckt, dass Typ I Interferon die virus-spezifischen T-Zellen vor Attacken durch natürliche Killerzellen (NK Zellen) beschützen kann.

„Dies könnte bedeuten, dass das derzeit bei chronischer Hepatitis C klinisch verwendete Typ I Interferon über weitere Mechanismen verfügt, die bislang unbekannt waren“, sagt Dr. Philipp A. Lang. „Mit weiteren Untersuchungen versuchen wir daher, noch weitere Merkmale von NK Zellen mit regulatorischer Funktion zu identifizieren, damit die Erkenntnisse therapeutisch genutzt werden können.“

Hierzu bietet das exzellente Forschungsumfeld um Prof. Dr. Dieter Häussinger mit dem Sonderforschungsbereich 974: „Kommunikation und Systemrelevanz von Leberschädigung und Regeneration“, die klinische Forschergruppe 217: „Hepatobiliärer Transport und Lebererkrankungen“ sowie das Leber- und Infektionszentrum am Universitätsklinikum Düsseldorf beste Voraussetzungen.

Originalveröffentlichung:
Xu & Grusdat et al, Immunity, DOI: 10.1016/j.immuni.2014.05.004

Kontakt: Dr. Philipp A. Lang, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Universitätsklinikum Düsseldorf, E-Mail: philipp.lang@gmx.net

Susanne Dopheide | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-duesseldorf.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Proteomik hilft den Einfluss genetischer Variationen zu verstehen
27.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE