Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie und warum wirkt eine Radontherapie?

29.02.2012
Neues Forschungsprojekt wird mit drei Millionen Euro gefördert

In einem neuen Forschungsprojekt unter Federführung der GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH in Darmstadt sollen die entzündungshemmende, therapeutische Wirkung und die Risiken einer Radontherapie untersucht werden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Forschungsprojekt Grewis (Genetische Risiken und entzündungshemmende Wirkung von ionisierender Strahlung) mit drei Millionen Euro in den nächsten dreieinhalb Jahren.

Forschungspartner von GSI sind die Technische Universität Darmstadt, die Universitäten Frankfurt und Erlangen sowie das Bundesamt für Strahlenschutz.

Untersucht werden sollen die Langzeitwirkungen einer Strahlenexposition mit niedrigen Radon-Strahlendosen und die für den therapeutischen Nutzen wichtigen Mechanismen der Entzündungshemmung.

Patienten unterziehen sich einer Radontherapie für chronisch entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates, wie zum Beispiel Rheuma, sowie der Atemwege und der Haut. Dazu begeben sie sich in Bergstollen, in denen natürlicherweise eine erhöhte Radonkonzentration vorhanden ist. Die Wirkungsweise ist bisher weitgehend unbekannt. Das neue Forschungsprojekt hat zum Ziel, den Wirkmechanismus von Radon zu klären und auf ein solides wissenschaftliches Fundament zu stellen. Außerdem sollen Risiken wie etwa die Gefahr der Krebserzeugung durch niedrige Strahlendosen des Radons besser abgeschätzt werden. Dies betrifft neben Radontherapie-Patienten vor allem die Bevölkerung in ehemaligen Abbaugebieten von Uranerzen.

"Geplant ist der Bau einer Radon-Kammer, in der Zellkulturen der Radon-Strahlung ausgesetzt werden können“, berichtet Dr. Claudia Fournier aus der Abteilung Biophysik bei GSI, die Leiterin des Projekts. „Durch Untersuchung der Erbinformation der bestrahlten Zellen sollen Rückschlüsse auf die schädigende Wirkung sowie mögliche Langzeitfolgen gewonnen werden. Für ausgesuchte Fragestellungen werden auch rheumatische Mäuse bestrahlt, um die physiologischen Gegebenheiten im Patienten zu simulieren.

Die therapeutische Wirkung von Radon in der Entzündungshemmung soll mit der von Röntgenstrahlung und der in der Tumortherapie erfolgreich eingesetzten Schwerionenstrahlung verglichen werden. Um die therapeutische Wirkung des Radons, die um Wochen verzögert auftritt und dann Monate lang anhält, zu verstehen, müssen die zellulären und molekulare Wirkungsmechanismen aufgeklärt werden.“ Auch ein möglicher Einfluss auf die Schmerzwahrnehmung soll untersucht werden. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, bestehende Therapien anzupassen und zu optimieren.

In dem Projekt Grewis werden wissenschaftliche Techniken und Kenntnisse verschiedener Institute zusammengebracht – auch von Fachleuten, die bisher keine Strahlenbiologie betreiben. Das Projekt ist eines der zentralen Forschungsprojekte des Strahlenbiologischen Zentrums Darmstadt, das für Wissenschaftler von GSI und der Technischen Universität Darmstadt den Rahmen für gemeinsame Forschung und Lehre zu aktuellen strahlenbiologischen Themen und Problemen bildet. Die Auseinandersetzung von jungen Wissenschaftlern mit den vielseitigen Aspekten der Radon-Problematik soll durch den Einsatz von Doktoranden und Postdocs besonders gefördert werden.

Dr. Ingo Peter | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.gsi.de

Weitere Berichte zu: Entzündungshemmung GSI Radon Radontherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik