Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirkstofftransport bei Hauterkrankungen

30.09.2013
Neue Wege zur Behandlung der Hauterkrankung aktinische Keratose erforscht die Arbeitsgruppe Biopharmazeutische Technologie der Technischen Hochschule Mittelhessen.

Projektleiter ist Prof. Dr. Frank Runkel. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt mit 432.000 Euro. Kooperationspartner sind die Philipps-Universität Marburg und ein mittelständisches biopharmazeutische Unternehmen aus Hessen.

Die aktinische Keratose ist eine chronische Schädigung der Haut. Diese Hautverhornung wird durch eine langjährige Einwirkung der UV-Strahlung des Sonnenlichts hervorgerufen. Sie tritt besonders bei hellhäutigen Menschen und an Körperteilen auf, die häufig der Sonne ausgesetzt sind. In etwa zehn Prozent aller Fälle entsteht aus der Erkrankung ein bösartiger Tumor, das Plattenepithelkarzinom.

Für die Therapie der aktinischen Keratose gibt es heute eine Reihe operativer und pharmakologische Verfahren. Es kommen verschiedene lokal wirkende Medikamente zum Einsatz, die laut Runkel allerdings massive Nebenwirkungen haben oder nicht ausreichend wirksam sind. Operationen führen in der Regel zu dauerhaften Vernarbungen der Haut.

Die Gießener Forscher wollen deshalb eine Therapie entwickeln, die mit Hilfe von DNAzymen die aktinische Keratose bekämpft. DNAzyme sind künstlich hergestellte Moleküle, die in den Stoffwechsel von Zellen eingreifen und deren Entartung verhindern können.

Ein spezielles gegen die aktinische Keratose wirksames DNAzym ist bereits bekannt. Zentrale Aufgabe im aktuellen Forschungsprojekt ist es, Trägersysteme für den optimalen Transport des Moleküls an seinen Wirkort zu entwickeln. Hauptproblem ist dabei die Durchdringung der Hornzellschicht der Haut, die eine hocheffiziente Barriere bildet. „Emulsionen als klassische Trägersysteme sind für größere Wirkstoffe wie Proteine oder DNA oft unzureichend, da sie deren Stabilität beeinträchtigen und sie nicht in ausreichender Menge an den Zielort Haut transportieren“, sagt der stellvertrende Arbeitsgruppenleiter Dr. Thomas Schmidts. „Wir suchen deshalb nach neuen galenischen Formulierungen. Diese Transportvehikel müssen sicher, nicht-toxisch, effektiv, stabil, biokompatibel und preiswert sein.“ Daneben wollen die Wissenschaftler auch physikalische Verfahren wie zum Beispiel Microneedle-Pflaster testen. Dabei werden Pflaster mit vielen kleinen Nadeln bestückt, die die oberste Hautschicht durchdringen und so das Eindringen des Wirkstoffs ermöglichen.

Das Forschungsvorhaben hat eine Laufzeit von vier Jahren und wird im Rahmen des Programms „IngenieurNachwuchs“ gefördert. Ziel dieser Förderlinie des BMBF ist es, junge Forschergruppen an Fachhochschulen zu etablieren. Im Rahmen des Projekts werden mehrere Doktor- und Masterarbeiten entstehen.

Erhard Jakobs | idw
Weitere Informationen:
http://www.th-mittelhessen.de/site/

Weitere Berichte zu: BMBF DNAzym Hauterkrankung Keratose Molekül Trägersysteme Wirkstoff Wirkstofftransport

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome
28.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Die bestmögliche Behandlung bei Hirntumor-Erkrankungen
28.03.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit

Antibiotikaresistenz zeigt sich durch Leuchten

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie