Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Willst Du nicht, oder kannst Du nicht hören?

06.10.2008
Oldenburger Kinder-Satztest soll frühzeitig Klarheit schaffen

Der Oldenburger Satztest Olsa, der bei HNO-Ärzten, Audiologen und Hörgeräte-Akustikern seit langem schon als Standardverfahren der Hördiagnostik gilt, ist nun auch in einer Version für Kinder erfolgreich in den Markt eingeführt. Mit dem so genannten Olkisa steht ein Sprachtest für Kinder zur Verfügung, der im Störgeräusch das Hörvermögen zuverlässig und genau misst.

Die Ferien sind vorbei, die Kinder gehen wieder in die Schule und vor allem für die Jüngsten unter ihnen beginnt eine ganz neue Zeit - eine Zeit, in der auch das Hörvermögen der Kinder vor eine neue Herausforderung gestellt wird. 75 Prozent ihrer Unterrichtszeit verbringen Kinder ausschließlich mit Zuhören. Das schulische Lernen basiert nach wie vor wesentlich auf mündlicher Kommunikation, d.h. auf dem "Miteinander Reden" und dem "Einander Zuhören". Doch schon für einen Normalhörenden gestaltet sich das Hören und Zuhören in Schulen oft schwierig. Ungünstige Hörbedingungen - jeder kennt den hohen Lärmpegel aus seiner eigenen Schulzeit - erschweren die Sprachverständlichkeit, führen zu schneller Ermüdung und haben laut einer wissenschaftlichen Untersuchung der Universität Oldenburg einen negativen Einfluss auf die Leistungen der Schüler. Die Frage "Willst Du nicht, oder kannst Du nicht hören?", sollte daher deutlich ernsthafter gemeint werden, als es Leute - nicht selten Pädagogen und Eltern - tun, die sie einem ungeduldig entgegenschmettern. Denn viel zu oft noch werden Hörprobleme, vor allem jene mittleren Schweregrads, bei Kindern erst spät erkannt.

Obwohl bereits seit Jahrzehnten Sprachtests für Kinder bestehen, haben Forscher der "Abteilung Medizinische Physik" der Universität Oldenburg unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier in den letzten Jahren einen Sprachtest für Kinder entwickelt, der auch die Hörsituation berücksichtigt.

Bei dem so genannten Oldenburger Kinder-Satztest Olkisa handelt es sich um eine ab-geleitete Version des Oldenburger Satztests Olsa, der der eingeschränkten Hörmerk-spanne von Kindern gerecht wird. Die vereinfachten Sätze haben die Struktur "Zahlwort, Adjektiv und Objekt" (z.B. "Vier schwere Blumen") mit einer zufälligen Kombination aus einem Inventar von insgesamt 21 Wörtern.

"Bei der Diagnose und Rehabilitation einer Hörstörung ist es vor allem auch bei Kindern wichtig, die Sprachverständlichkeit unter Störgeräuschen, die beispielsweise der anspruchsvollen Hörsituation im Schulalltag vergleichbar sind, zu messen", erklärt Dr. Kirsten Wagener, Bereichsleiterin für Audiologie und Projekte am Hörzentrum Oldenburg.

Da die Sprachverständlichkeitsunterschiede im Störgeräusch sehr viel kleiner sind als in Ruhe, müssen im Störgeräusch besonders genaue Messverfahren eingesetzt werden. Satztests, wie der Olkisa, bieten dahingehend gegenüber Einzelworttests deutliche Vorteile.

Der Olkisa ist bereits erfolgreich im Audiometriesystem AT900 der Firma Auritec in den Markt eingeführt. "Derzeit arbeiten wir an der Integration des Sprachtests in Audiometer weiterer Hersteller. Ziel ist es, dass der Sprachtest vor allem bei den Untersuchungen zur Schulreife eine breite Anwendung findet, um Hörstörungen bei Kindern rechtzeitig zu diagnostizieren und mittels einer entsprechenden Hörgeräteversorgung das Lernen und Wohlbefinden auch im Schulalltag zu erleichtern", erklärt Stephan Albani, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums für Hörgeräte-Systemtechnik "HörTech".

Pressekontakt:
HörTech gGmbH
Dr. Corinna Pelz
Tel: (0441) 21 72-203, Fax: -250
E-Mail: C.Pelz@HoerTech.de
oder:
Zühlke Scholz & Partner
Yvonne Küchler
Tel: 030 / 40 88 94-11, Fax: -94
E-Mail: y.kuechler@zsp-berlin.de
Die HörTech gGmbH wurde 2001 als Kompetenzzentrum für Hörgeräte-Systemtechnik vom Hörzentrum Oldenburg und der Universität Oldenburg gegründet. Ziel der gemeinnützigen Gesellschaft ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung und die Gewinnung neuer Methoden und Erkenntnisse im Bereich des Hörens. Das Institut, das ursprünglich aus einem bundesweiten Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hervorgegangen ist, genießt mittlerweile internationale Anerkennung und leistet viel beachtete Grundlagenforschung zur Verbesserung von Hörgeräte-Technik. Die Mitarbeiter der HörTech suchen nach neuen Möglichkeiten, Hörgeräte besser an die individuellen Bedürfnisse ihrer Träger anzupassen, sowie nach Methoden, die die Rehabilitation von Hörgeschädigten erleichtern. Für die wissenschaftliche Arbeit werden neueste Erkenntnisse über Audiologie und digitale Verarbeitung von Signalen zusammengeführt. Dabei greift die HörTech auf ein bundesweites Kompetenz-Netzwerk zurück. Sitz der HörTech gGmbH ist das "Haus des Hörens" in Oldenburg: www.hoertech.de.

Die "Abteilung Medizinische Physik" an der Universität Oldenburg betreibt interdisziplinäre Forschung in den Bereichen "menschliches Gehör und Audiologie", "Neurowissenschaften und Neurosensorik" und "digitale Hörgeräte und Sprach-/Audioverarbeitung". Das zugrunde liegende Konzept basiert auf der Erforschung der normalen und gestörten Hörfunktion, sowohl mit psychoakustischen als auch mit physiologischen Methoden. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden auf wichtige praktische Probleme übertragen, wie z.B. automatische Spracherkennung, Optimierung der Diagnostik von Hörstörungen, oder auch Störgeräuschbefreiung in Hörgeräten. Geleitet wird die Abteilung von Prof. Dr. rer. nat. Dr. med. Birger Kollmeier, der zugleich wissenschaftlicher Leiter der HörTech gGmbH und der neu gegründeten Fraunhofer Projektgruppe "Hör-, Sprach-, und Audiotechnologie" ist. Weitere Informationen finden Sie unter http://medi.uni-oldenburg.de.

Die Hörzentrum Oldenburg GmbH ist ein führendes Unternehmen auf dem Gebiet der Hörforschung und Hörgeräteevaluation in Deutschland. Ziel des Zentrums ist die Verbesserung der Möglichkeiten zur Hördiagnostik und Rehabilitation hörgeschädigter Menschen durch anwendungsorientierte audiologische Forschung, Spezialdiagnostik und Therapie von Hörstörungen. Das Unternehmen evaluiert und optimiert Hörsysteme für die Hörgeräte-Industrie. Kunden sind u. a. Siemens Audiologische Technik, GN ReSound, Phonak, AudioService, Widex, Oticon und Kind Hörgeräte. Ein zweiter Tätigkeitsschwerpunkt liegt in der Spezialdiagnostik und Verbraucherberatung. Weiterhin werden Fort- und Weiterbildungen für Hörgeräte-Akustiker, HNO-Ärzte, Audiologen und andere Marktteilnehmer angeboten. Das Hörzentrum Oldenburg betreibt das "Haus des Hörens", das die wichtigsten Institutionen der Oldenburger Hörforschung beherbergt. Weitere Informationen finden Sie unter http://medi.uni-oldenburg.de

Yvonne Küchler | idw
Weitere Informationen:
http://www.hoertech.de
http://medi.uni-oldenburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise