Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie verändert sich das Gehirn bei Riechstörungen?

13.05.2014

Dresdner Forscher suchen nach Unterschieden von Hirnstrukturen bei Gesunden und Patienten mit Riechstörungen

Plötzlich liegt da ein Duft in der Luft. Menschen reagieren darauf ganz unterschiedlich und folgen dem auf eigene Art und Weise. Allerdings ist sich kaum jemand darüber tatsächlich bewusst, was in unserem Gehirn passiert, wenn Informationen in der Luft liegen.


Proband mit Riechstift (Bildquelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden)

Was wir ertasten, hören oder sehen, wird erst im Gehirn verarbeitet. Düfte dagegen steuern unser Gefühlsleben unmittelbar. Wer beispielsweise einen Geruch der Kindheit wahrnimmt, wird schlagartig in diese Situation versetzt. Sieht den Geburtstagskuchen vor sich oder erkennt den markant duftenden Lederfußball sofort wieder. Geht der Geruchssinn verloren, wird automatisch ein Teil der eigenen Identität gelöscht.

Ziel der aktuellen Studie von Wissenschaftlern des Interdisziplinären Zentrums „Riechen und Schmecken“ am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden ist es, zu untersuchen, inwieweit bei Patienten mit Riechstörungen Hinweise für Veränderungen in speziellen Hirnstrukturen vorliegen, welche bedeutsam bei der Weiterleitung von Geruchsreizen sind.

Gleichzeitig soll die Frage beantwortet werden, ob sich diese Veränderungen bei unterschiedlichen Riechstörungen unterscheiden. Damit sollen Informationen über die Geruchsverarbeitung im Gehirn gewonnen werden. 

In die Studie werden Personen mit einer Riechstörung aufgrund eines Parkinson-Syndroms, einer Riechstörung infolge einer Viruserkrankung, Personen mit einer angeborenen Riechstörung und Personen ohne Riechstörung eingeschlossen. Infrage kommende Interessenten können sich jetzt zur Studienteilnahme informieren.

Die Untersuchung des Riechvermögens erfolgt anhand von sogenannten Riechstiften („Sniffin` Sticks“). Dabei wird an Stiften gerochen, die mit verschiedenen Duftstoffen befüllt wurden. Diese Testung erlaubt eine Einschätzung der subjektiven Riechfähigkeit im Vergleich zu einer großen Stichprobe gesunder Probanden und ermöglicht eine Beurteilung des Ausmaßes der Riechstörung.

Zusätzlich erfolgt eine ausführliche Bildgebung des Gehirns unter besonderer Beachtung der für das Riechen wichtigen Hirnstrukturen. Diese Untersuchung wird im Magnetresonanztomographen durchgeführt. Die Magnetresonanzuntersuchung stellt keine Strahlenbelastung dar.

Bei der Magnetresonanzuntersuchung dürfen Schwangere oder Personen mit Herzschrittmacher oder künstlicher Herzklappe nicht teilnehmen. Die Magnetresonanzuntersuchung darf bei allen Personen, die irgendeine Art von Metall in ihrem Körper haben (z.B. Gefäßclips, Gelenkprothesen, ausgedehnte Zahnspangen, Granat- und sonstige Metallsplitter, Intrauterin-Spirale, Akupunkturnadeln, Tätowierungen) nicht in jedem Fall durchgeführt werden.

Die Teilnahme an der Studie ist mit zwei Besuchen zu je 45 bzw. 60 Minuten in der HNO-Klinik bzw. in der Abteilung für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus verbunden. Eine Aufwandsentschädigung wird gezahlt. Interessenten können sich telefonisch unter 0351 458 3835 oder 458 4189 bzw. per E-Mail bei antje.haehner@uniklinikum-dresden.de melden.

Kontakt:
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Interdisziplinäres Zentrum „Riechen und Schmecken“
PD Dr. med. Antje Hähner
Tel. +49 (0)3 51 458-3835
E-Mail antje.haehner@uniklinikum-dresden.de
http://www.uniklinikum-dresden.de

Stephan Wiegand | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie

Vom Feld in die Schule: Aktuelle Forschung zu moderner Landwirtschaft für den Unterricht

23.01.2017 | Bildung Wissenschaft

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten