Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wichtige Signale für die gezielte Entwicklung und Regeneration von Betazellen identifiziert

04.05.2012
Eine internationale Kooperation von Wissenschaftlern zeigt in ihrer heute beim renommierten Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlichten Studie, dass der Notch-Signalweg für die Bildung von Insulin-produzierenden Betazellen essentiell ist. Daraus ergeben sich neue Ansatzpunkte für die Betazell-Ersatztherapie und die Regeneration der Langerhans’schen Inseln bei der Volkskrankheit Diabetes mellitus.

Wissenschaftler zeigen in der aktuellen Ausgabe des renommierten Fachjournals PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences), dass Mindbomb1, ein Regulator für den Notch-Signalweg*, entscheidend ist für die physiologisch korrekte Entwicklung der Betazellen während der Embryonalentwicklung.

Damit geht die Bedeutung des Notch-Signalweges über die reine Aufrechterhaltung der Vorläuferzellen deutlich hinaus. Die Befunde sind essentiell, in vitro Differenzierung von Betazellen aus ihren Vorläufern zu ermöglichen und so zukünftig Zellersatztherapien bei Diabetikern zu entwickeln oder die Neubildung von Betazellen beim Erwachsenen wieder anzuregen.

Die Arbeiten entstanden in Kooperation des Dänischen Stammzellzentrums mit NovoNordisk, außerdem waren die amerikanische Vanderbilt-Universität, die japanische Universität Kyoto, die koreanische Universität in Seoul und das Helmholtz Zentrum München beteiligt.

Prof. Heiko Lickert, Direktor des Instituts für Diabetes- und Regenerationsforschung des Helmholtz Zentrums München, leistete mit seinem Team einen erfolgskritischen Beitrag: Hier gelang es, eine Mauslinie zu generieren, bei der bedarfsabhängig der Notch-Signalweg im Pankreas ausgeschaltet werden kann. Durch das gezielte Ab- und Anschalten von Genen während der Organentwicklung können die Wissenschaftler detailliert untersuchen, welche Signale und Faktoren die Entwicklung der Betazelle regulieren. Dadurch wird das Modell auch über die aktuelle Studie hinaus dazu beitragen, konkrete medizinische Fortschritte im Bereich der regenerativen Medizin zu erzielen: „Unsere Erkenntnisse sind ein wichtiger Schritt, um die Entstehung neuer Betazellen anregen zu können und damit auf lange Sicht Zell-Ersatztherapien und die Wiederherstellung der Betazellen bei Diabetikern zu ermöglichen“, sagt Lickert.

Das Verständnis der Entstehungsmechanismen von Volkskrankheiten und die Ableitung neuer Angriffspunkte für Diagnose, Therapie und Prävention ist Ziel des Helmholtz Zentrums München.

Typ-2-Diabetes ist eine Erkrankung des Glukosestoffwechsels, bei der die Betazellen der Bauchspeicheldrüse entweder absterben, nicht mehr ausreichend Insulin produzieren oder das Insulin im Körper nicht mehr wirken kann. Diabetiker mit unzureichender Insulin-Produktion werden durch medikamentöse Gabe des Hormons behandelt. Allein in Deutschland ist Diabetes derzeit bei mindestens sieben Prozent der Bevölkerung bekannt, das entspricht fast sechs Millionen Menschen. Studien zur Dunkelziffer des Diabetes legen nahe, dass darüber hinaus mehrere Millionen Männer und Frauen in Deutschland an einem noch nicht diagnostizierten Diabetes leiden.

Weitere Informationen

Hintergrund
* Der Notch-Signalweg steuert wichtige Vorgänge in der Embryonalentwicklung von Säugetieren und dem Menschen. Unter anderem ist er beteiligt an der Bildung der pankreatischen Betazelle.
Original-Publikation:
Horn S. et al.(2012) Mind bomb 1 is required for pancreatic β-cell formation, PNAS April 23, 2012, doi: 10.1073/pnas.1203605109
Link zur Fachpublikation http://www.pnas.org/content/early/2012/04/18/1203605109.abstract

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 31.000 Beschäftigten angehören. Das Helmholtz Zentrum München ist Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung e.V.. http://www.helmholtz-muenchen.de
Ansprechpartner für die Medien:
Sven Winkler, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstr. 1, 85764 Neuherberg - Tel.: 089-3187-3946 - Fax: 089-3187-3324 - E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de
Fachlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Heiko Lickert, Institut für Diabetes- und Regenerationsforschung, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstr. 1, 85764 Neuherberg - Tel.: 089-3187-3760 - Fax: 089-3187-3761 - E-Mail: heiko.lickert@helmholtz-muenchen.de

Susanne Eichacker | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-muenchen.de/
http://www.pnas.org/content/early/2012/04/18/1203605109.abstract

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau