Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wichtige Ergebnisse beim Senologie-Kongress 2009: Diät und Bewegung können Brustkrebs verhindern helfen

17.06.2009
Frauen, die schlank und körperlich aktiv sind, erkranken seltener an Brustkrebs. Und bereits erkrankte Frauen, die auf ihr Gewicht achten und sich regelmäßig bewegen, haben größere Chancen, wieder gesund zu werden.

Das sind zwei der wesentlichen Botschaften, die von der 29. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Düsseldorf ausgehen. Bei dem Kongress diskutierten rund 3.000 Experten verschiedener Fachrichtungen die neuesten Erkenntnisse rund ums Thema Brustkrebs.

"Regelmäßige Bewegung ist Prophylaxe und Therapie gleichermaßen", sagte Kongresspräsident Prof. Dr. Ulrich Kleeberg aus Hamburg. "Wir wissen seit Menschengedenken, dass körperliche Aktivität unser Befinden verbessert. Aber wir wissen erst seit einigen Jahren, dass Bewegung unser hormonelles System beeinflusst.

Ein Zuviel an Hormonen wie dem Insulin, das auch bei Diabetes eine maßgebliche Rolle spielt, kann sowohl die Krebsentstehung begünstigen als auch das Krebswachstum fördern." Zum Beispiel steigert häufiger Genuss von Süßigkeiten die körpereigene Produktion von Insulin und so genannten Insulin-Wachstumsfaktoren und erhöht damit das Risiko, Brustkrebs zu bekommen - bei stark übergewichtigen Frauen sogar um das doppelte.

Eine Diät allein, das haben verschiedene Studien belegt, reicht zur Risikoreduktion nicht aus. Erst die Kombination aus regelmäßiger körperlicher Aktivität und begrenzter Kalorienzufuhr senkt den Blutzuckerspiegel und damit auch die Brustkrebsgefahr nachhaltig. Brustkrebs-Spezialisten empfehlen, fünf Mal wöchentlich für mindestens 30 Minuten aktiv zu werden.

"Die Frauen müssen keinen Leistungssport betreiben. Zügiges Gehen ist sehr wirksam; aber auch schon Gartenpflege und die Arbeit im Haushalt haben ihren Effekt", sagt Prof. Kleeberg. Beim Essen ist es neuen Studien zu Folge unerheblich, ob Fette, Ballaststoffe oder Eiweiß eingespart wird - Hauptsache, die Kalorienzufuhr wird überhaupt begrenzt.

Bei bereits erkrankten Frauen hat der Lebensstil Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung. Weniger Essen und regelmäßige Bewegung können die Krebssterblichkeit und das Risiko, dass der Krebs nach erfolgreicher Behandlung wieder zurück kommt, um die Hälfte reduzieren. Prof. Kleeberg: "Damit hat eine gesunde Lebensführung praktisch die gleiche Wirksamkeit wie die modernen medikamentösen Behandlungsverfahren."

Behandlung in Brustzentren

In Deutschland gibt es inzwischen 230 zertifizierte Brustzentren, in denen Ärzte verschiedener Fachrichtungen (Gynäkologie, Radiologie, Chirurgie, Pathologie, Innere Medizin, Radioonkologie und Plastische Chirurgie) Patientinnen mit Brustkrebs behandeln. "Nur in solchen interdisziplinären Einrichtungen ist es möglich, die jeweils aktuellsten Erkenntnisse zu Diagnostik und Therapie, ihre Ursachenforschung, Früherkennung und Nachsorge in Kooperation mit den Selbsthilfeinitiativen zu bündeln", sagte Prof. Dr. Diethelm Wallwiener, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie und Ärztlicher Direktor der Universitätsfrauenklinik Tübingen. Der Erfolg, so Wallwiener, gebe den Initiatoren Recht: Über 80 Prozent der Brustkrebspatientinnen werden inzwischen in zertifizierten Zentren mit geprüfter Qualität behandelt - Tendenz steigend. "Die Frauen in Deutschland haben mit den Füßen abgestimmt", freute sich Prof. Wallwiener.

Mammographie-Screening erfolgreich

Das 2002 in Deutschland eingeführte Mammographie-Screening hat sich sehr erfolgreich entwickelt: 66 Prozent der Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, die alle zwei Jahre per Post zu der Röntgenuntersuchung eingeladen werden, nehmen an der Früherkennungsuntersuchung teil. Mit dem Verlauf und Ergebnis der Untersuchung sind 90 Prozent so zufrieden, dass sie auch beim nächsten Mal wieder mitmachen wollen, 89 Prozent würden die Untersuchung auch einer Freundin oder Bekannten empfehlen. Das sind Ergebnisse einer ersten Studie, die von der Frauenselbsthilfe nach Krebs und der Women?s Health Coalition (WHC) durchgeführt wurde. An der Befragung haben sich 3.226 Frauen beteiligt. "Wir haben aber gleichzeitig auch ein großes Wissensund Informationsdefizit bei den Frauen festgestellt", erklärte Hilde Schulte, Bundesvorsitzende der Frauenselbsthilfe. "Mehr als jede zweite von ihnen glaubte, dass mit dem Screening Brustkrebs verhindert werden kann. Das ist mit einer Untersuchungsmethode natürlich nicht möglich. Hier ist insgesamt noch viel Aufklärungsarbeit notwendig, aber wir befinden uns auf einem guten Weg."

Beste Versorgung weltweit

"Wir haben die beste Versorgung von Brustkrebspatientinnen auf der ganzen Welt!" Diese optimistische Auffassung vertrat Prof. Dr. Rolf Kreienberg, Ärztlicher Direktor der Universitätsfrauenklinik Ulm und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Leitlinien, die Ärzten eine qualitätsgesicherte Diagnose und Therapie ermöglichen und auch für Patientinnen verständlich sind, zertifizierte Brustzentren, ein Krebsregister und umfassende Nachsorgeprogramme (so genannte Disease Management Programme, DMP) seien die Eckpfeiler einer optimalen Betreuung von Brustkrebspatientinnen. "All das haben wir, die Strukturen sind da", so Prof. Kreienberg.

Pressekontakt
Deutsche Gesellschaft für Senologie
Pressestelle - Scantinental
Christian Wagner
Tollensestrasse 30, 14167 Berlin
Tel. ++49 (0)30 84 77 00-0
Mobil: 0172/300 68 73
Fax ++49 (0)30 812 00 80
E-Mail: senologie@scantinental.com

Stefanie Schlüter | idw
Weitere Informationen:
http://www.senologie.org
http://www.senologiekongress.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Signal-Shaping macht Bits und Bytes Beine

23.11.2017 | Förderungen Preise

Maximale Sonnenenergie aus der Hausfassade

23.11.2017 | Architektur Bauwesen

Licht ermöglicht „unmögliches“ n-Dotieren von organischen Halbleitern

23.11.2017 | Energie und Elektrotechnik