Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wertvolle Wirkstoffe der Sanddornblätter nutzen

30.11.2011
Blätter bislang ungenutztes Koppelprodukt - Forschungsverbund entwickelt Verfahren zur Gewinnung von Extrakten

Wie lassen sich die in Sanddornblättern enthaltenen wertvollen sekundären Inhaltstoffe gewinnen und nutzen? Dieser Frage widmet sich seit Ende Oktober ein Forschungsverbund unter Koordination der Untersuchungs-, Beratungs-, Forschungslaboratorium GmbH (UFB GmbH) aus Altlandsberg bei Berlin mit drei weiteren Partnern.


Abb.: Sanddornbeeren und –blätter.
Foto: Jörg-Thomas Mörsel

Die Forscher wollen Blättertrockenprodukte mit standardisiertem Wirkstoffgehalt sowie Extrakte daraus erzeugen. Mit diesen soll schließlich eine Naturkosmetikserie für die Altershaut entwickelt werden.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über dessen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert.

Informationen und Ansprechpartner stehen auf www.fnr.de – Projekte & Förderung unter den Förderkennzeichen 22018911; 22019011; 22019111 und 22019211 bereit.

Auf etwa 500 Hektar wird Sanddorn (Hippophae rhamnoides L.) in Deutschland derzeit kommerziell angebaut, aktuell ausschließlich zur Gewinnung der Früchte. Dabei enthalten die bei der Ernte als Koppelprodukt anfallenden Blätter einen hohen Gehalt und eine besonders breite Palette wertvoller sekundärer Inhaltsstoffe wie Flavonoide, Tannine, B-Vitamine und Carotinoide mit zum Teil antibiotischer und antioxidativer Wirkung. Für den wachsenden Naturkosmetikmarkt sind sie potenziell sehr interessant, auch international besteht ein wachsendes Interesse an der Verwertung der Blätter.

Noch aber fehlen Analysen zu den Inhaltsstoffen einheimischer Sanddornsorten, ebenso wie die wissenschaftlichen Grundlagen für entsprechende Extraktionsverfahren und Produkte. Hier soll das gestartete Vorhaben ansetzen. Konkret werden 4 Schwerpunkte bearbeitet:

1. Die UFB GmbH führt ein inhaltstoffliches screening der Blätter durch. Außerdem vergibt sie einen Unterauftrag an die NIG GmbH zur Frage, wie reproduzierbare, standardisierte Wirkstoff-Extrakte zu gewinnen sind.

2. Die Sanddorn Storchennest GmbH entwickelt ein Verfahren zur Blatternte und Nachernteaufbereitung.

3. Das Kompetenzzentrum skintegral® an der Universitäts-Hautklinik Freiburg untersucht die dermatologische Wirksamkeit der Wirkstoffe in vivo und in vitro.

4. Die Logocos AG entwickelt auf Basis dieser Wirkstoffe Naturkosmetika und prüft deren Wirksamkeit und Verträglichkeit klinisch.

Die wenigen bisher existierenden wissenschaftlichen Arbeiten zu Sanddornblättern entstanden fast ausschließlich außerhalb Mitteleuropas, vor allem in Russland und China. Sie weisen auf das große Potenzial dieser Pflanze hin, die zum Beispiel die besonders interessanten Gallo- und Ellagitannine enthält, die immunstabilisierend wirken. Im Projekt sollen unter anderem auch Verfahren zur isolierten Gewinnung dieser Wirkstoffe entwickelt werden.

Die Projektergebnisse können nicht zuletzt Landwirten, die Sanddorn anbauen, zu einer höheren Wertschöpfung verhelfen und eine Ausweitung des Anbaus generieren. Derzeit kann die Nachfrage nach Sanddornbeeren durch einheimischen Sanddorn nicht gedeckt werden. Dabei gibt es nur wenige Kulturen, die auf leichten Böden ähnliche Deckungsbeiträge wie der Sanddorn erzielen.

Nicole Paul

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
OT Gülzow
Hofplatz 1
18276 Gülzow-Prüzen
Tel.: 03843/69 30-0
Telefax: 03843/69 30-102
e-Mail: info@fnr.de
V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Schütte
Nr. 2011-69 vom 30. November 2011

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de/
http://www.arznei-pflanzen.info/
http://www.nachwachsenderohstoffe.de/projekte-foerderung/projekte/suche/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kokosöl verlängert Leben bei peroxisomalen Störungen
20.06.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Überdosis Calcium
19.06.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Im Focus: Revolution der Rohre

Forscher*innen des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) der Hochschule Coburg lassen Rohrleitungen, Schläuchen oder Behältern in Zukunft regelrecht Ohren wachsen. Sie entwickelten ein innovatives akustisches Messverfahren, um Ablagerungen in Rohren frühzeitig zu erkennen.

Rückstände in Abflussleitungen führen meist zu unerfreulichen Folgen. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt der Biofilm – eine Schleimschicht, in der...

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung

19.06.2018 | Veranstaltungen

LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018

19.06.2018 | Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mit Parasiten infizierte Stichlinge beeinflussen Verhalten gesunder Artgenossen

20.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Schlüsselmolekül des Alterns entdeckt

20.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Vorhersage von Kristallisationsprozessen soll bessere Kunststoff-Bauteile möglich machen

20.06.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics