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Wenn die Luft ausgeht – über Krankheiten der Lunge und ihre Therapien

17.07.2014

Wie entstehen chronische Lungenerkrankungen? Welche Symptome sind Alarmsignale? Wie bleibt die Lunge lange gesund?

Professor Dr. Felix Herth, Chefarzt der Abteilung Pneumologie und Beatmungsmedizin der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg, spricht am 23. Juli 2014 bei „Medizin am Abend“ u.a. über Lungenerkrankungen wie COPD, Asthma und Lungenkrebs.


Professor Dr. Felix Herth, Chefarzt der Abteilung Pneumologie und Beatmungsmedizin der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg.

Universitätsklinikum Heidelberg

Seit Jahrzehnten steigt weltweit die Anzahl der Lungenkranken: Die verschiedenen Lungenerkrankungen zählen mittlerweile zu den häufigsten Krankheiten bei Kindern sowie Erwachsenen. Zusammengenommen sind sie nach Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache.

Häufig leidet die Lunge lange unbemerkt, Symptome wie Kurzatmigkeit oder morgendlicher Husten werden oftmals nicht ernst genommen. Hat sich das Lungengewebe erst mal krankhaft verändert, kann dies nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Auf was man achten sollte, welches die wichtigsten Lungenkrankheiten sind und wie sie behandelt werden, erklärt Professor Dr. Felix Herth, stellvertretender Direktor der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg, im Rahmen der Vortragsreihe „Medizin am Abend“ am Mittwoch, 23. Juli 2014. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Hörsaal der Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Raucherlungen sind gleich mehrfach gefährdet

Die mit Abstand häufigste Krankheit ist die sogenannte Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation leiden weltweit 80 Millionen Menschen daran. In Deutschland sind rund 8 Millionen Menschen betroffen, jedes Jahr sterben über 100.000 an den Folgen des schleichenden Lungenversagens. „Die COPD ist eine – jedenfalls hierzulande – größtenteils vermeidbare Erkrankung“, betont Professor Herth. „Rund 90 Prozent der Betroffenen sind oder waren Raucher. Der beste Schutz vor dieser nach wie vor unheilbaren Lungenerkrankung ist daher, gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen oder wenigstens so schnell wie möglich damit aufzuhören.“

Alarmsignale sind morgendlicher Husten mit Auswurf, der hartnäckig über längere Zeit anhält, und Atemnot bei körperlicher Belastung. Dies ist ein Zeichen, dass Schleim die Lunge verstopft und das Lungengewebe beginnt, sich unter dieser Belastung zu verändern.

„Je früher die Therapie einsetzt, desto besser können wir heute weitere Schäden hinauszögern oder verhindern. Eine Heilung ist allerdings nicht möglich“, so der Experte. In seinem Vortrag wird er erklären, wie es zu COPD kommt, was dabei in der Lunge passiert und wie man sich davor schützen kann.

Auch für eine weitere schwere Lungenerkrankung, den Lungenkrebs, ist Rauchen der Hauptrisikofaktor. Rund 90 Prozent der erkrankten Männer und bis zu 60 Prozent der betroffenen Frauen haben aktiv geraucht. Die Heilungschancen sind trotz modernster Therapien ungünstig: Nach fünf Jahren leben noch ca. 15 Prozent der Patienten. Jährlich sterben in Deutschland mehr als 40.000 Menschen an dieser Tumorerkrankung. „Wie bei jeder Krebserkrankung kann eine frühe Diagnose die Überlebenschancen deutlich verbessern. Risikopatienten, wie Raucher, sollten daher schon leichte Beschwerden der Lunge sehr ernst nehmen und sich regelmäßig untersuchen lassen“, rät Professor Herth.

Von häufigen und seltenen Lungenerkrankungen

Zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland zählt Asthma, auf das Professor Herth ebenfalls eingehen wird. Es gibt sowohl allergisches als auch nicht-allergisches Asthma, oft liegen Mischformen vor. Als Reaktion auf allergieauslösende oder andere reizende Stoffe in der Atemluft verengen sich die Bronchien, die Schleimhäute der Atemwege schwellen an und sondern verstärkt Sekret ab, es entsteht eine chronische Entzündung. Gängige Therapien lösen die verkrampfte Muskulatur der Bronchien und unterdrücken die Entzündung. Patienten mit sehr schwerem Asthma helfen die verfügbaren Medikamente aber nur wenig. An was man Asthma erkennt und was dann zu tun ist, erfahren die Besucher beim Vortrag.

Vorgestellt werden auch seltene, weniger bekannte Lungenerkrankungen wie der Alpha-1-Antitrypsin-Magel: Bei der erblich bedingten Stoffwechselerkrankung fehlt ein Schutzprotein des Lungengewebes. Ohne dieses wichtige Eiweiß wird die Lunge zum Teil so stark zerstört, dass schlimmstenfalls nur noch eine Lungentransplantation den Patienten retten kann. Lungenexperten schätzen, dass in Deutschland 10.000 bis 15.000 Menschen an dieser angeborenen Lungenerkrankung leiden.

Weitere Informationen:

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Medizin-am-Abend.132249.0.html Medizin am Abend

Dr. Annette Tuffs | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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