Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit neues Gefäßverschluss-System nach Herzkatheter-Eingriffen im HDZ NRW

06.07.2010
Erstmals weltweit wurde in der von Prof. Dr. Dieter Horstkotte geleiteten Kardiologischen Klinik des Herz- und Diabeteszentrums NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen (Ruhr-Universität Bochum), ein neues Gefäßpunktionsverschluss-System eingesetzt, das nach einem Herzkatheter-Eingriff die Blutung an der Leistenarterie schmerzfrei und mit geringerem Komplikationsrisiko als bisher stoppt.
Dadurch wird die oft unangenehme Liegedauer des Patienten erheblich verkürzt und der Patient kann früher als bisher nach Hause entlassen werden.

Der resorbierbare Verschluss trägt den Namen ExoSeal und wurde unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Marcus Wiemer vorab in einer klinischen Studie geprüft und gemeinsam mit dem Hersteller Cordis bereits im Mai dieses Jahres zur CE-Zertifizierung gebracht. Das neue Verfahren wird nun nach dem erfolgreichen Start im Herz- und Diabeteszentrum NRW in weiteren Kliniken in Europa zum Einsatz kommen.

Nach einem Herzkatheter-Eingriff gab es bisher zwei verschiedene Verfahren, den etwa zwei Millimeter breiten Zugang in der Leistenarterie zu verschließen: Entweder kann die Öffnung durch so genannte manuelle Kompression verschlossen werden, indem die Hände des Arztes mehrere Minuten lang Druck auf die Blutung ausüben. Der Blutfluss kann aber auch innerhalb von nur etwa drei Minuten durch ein mechanisches Verschluss-System gestoppt werden. Dies geschieht mittels einer synthetischen Gefäß-Verankerung, die Zug auf ein Kollagen-Pad ausübt und dadurch die Öffnung verschließt. Beide Verfahren sind jedoch für den Patienten mit Schmerzen und einem gewissen Komplikationsrisiko verbunden. Das mechanische Verschluss-System erfordert zudem ärztliches Geschick und Erfahrung im Umgang mit dieser Technik.

Beim neuen ExoSeal-Gefäßverschluss-System wird ein Pfropfen aus bioresorbierbarem Material (Polyglykolsäure) von außen über der Öffnung der Leistenarterie angebracht. Man spricht hierbei von einem extravaskulären Verschluss-System. Zwei Sichtindikatoren dienen dabei der exakten Positionierung und der besseren Kontrolle des Systems.

„Wir sind von der Sicherheit und Wirksamkeit dieses neuen Verschlusssystems sehr beeindruckt“, bestätigt Dr. Marcus Wiemer, Leiter des Herzkatheterlabors der Kardiologischen Klinik des HDZ NRW, der die Entwicklung des ExoSeal-Verschluss-Systems als Prüfarzt begleitet und die klinische Studie (ECLIPSE-Studie) bis zur CE-Zertifizierung geleitet hat. „Die neue Technik ist einfach zu handhaben. Im Gefäß bleibt nichts zurück, das den arteriellen Blutfluss gefährden könnte. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber anderen Systemen ist die sehr hohe klinische Sicherheit bei einem für den Patienten nahezu schmerzfreien Verfahren.“

Im Herz- und Diabeteszentrum NRW wird bei über 60 Prozent aller Herzkatheter-Eingriffe bisher ein mechanisches Gefäßverschluss-System angewendet. „Die hohe Sicherheit und Komfortabilität des relativ einfach zu handhabenden Systems sprechen dafür, dass sich dieses zukunftsweisende Verfahren gegenüber den herkömmlichen Verschluss-Techniken durchsetzen wird“, bestätigt Prof. Dr. Dieter Horstkotte, Direktor der Kardiologischen Klinik des HDZ NRW. In Bad Oeynhausen werden jährlich rund 1600 Herzkatheter-Interventionen durchgeführt.

Anna Reiss | idw
Weitere Informationen:
http://www.hdz-nrw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie