Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit größte Datenbank für Prostatakrebs liefert Fakten für Therapien und Operationsmethoden

24.04.2014

Vorsprung durch einzigartiges Wissen: Mit der weltweit größten Datenbank zu Heilungsraten und Lebensqualität seiner an Prostatakrebs erkrankten Patienten erzielt die Martini-Klinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) beste Behandlungsergebnisse.

Operative Therapien werden stetig verbessert. So hat die präzise Präparation und Erhaltung des Harnröhrenschließmuskels deutlich mehr Patienten zur Kontinenz verholfen. Während die Rate für schwere Inkontinenz deutschlandweit bei 4,5 Prozent liegt, weist das Hamburger Spezialzentrum 0,4 Prozent auf.

Die Anwendung der NeuroSAFE-Technik als Nerv schonendes OP-Verfahren hat 93,5 Prozent der behandelten Patienten ihre volle Kontinenz erhalten. Deutschlandweit sind es laut Barmer-GEK-Report 2012 55 Prozent der Patienten, bei denen eine nerven- und gefäßerhaltende Prostataentfernung durchgeführt wurde.

Das von den Chefärzten Professor Hartwig Huland und Professor Markus Graefen initiierte Projekt „Value Based Healthcare“ ist außergewöhnlich für ein Krankenhaus: Bereits seit 1992 binden die Urologen von UKE und Martini-Klinik ihre Patienten in die Behandlungsstrategien ein – als aktive Informationspartner, die Ärzte und Wissenschaftler an ihrem Leben teilhaben lassen.

Oftmals weiß ein Operateur nicht, was aus seinem Patienten geworden ist, wenn er das Krankenhaus verlassen hat. Wertvolles Wissen geht so verloren. In der Martini-Klinik werden die Patienten gebeten, in einem validierten Fragebogen Angaben zur Lebensqualität wie Kontinenz und Potenz zu machen. „Nach der Operation begleiten wir den Patienten weiter. Das ist ein Kontakt auf Lebenszeit, den die von uns behandelten Männer sehr positiv aufnehmen. Durch diese Datenerhebung haben wir stetig aktualisierte Erfolgsraten über die unterschiedlichen Therapien vorliegen“, erklärt Chefarzt Professor Markus Graefen.

Die Fakten zur Ergebnisqualität nach der OP sowie die klinischen Daten bilden mit den Gewebeproben der Prostata, Blut- und Serumproben die Tumordatenbank, die inzwischen Datensätze von 23.000 Patienten umfasst. „Durch die akribische Analyse der über 22 Jahre gesammelten Daten zur Prostatakrebsbehandlung am UKE und in der Martini-Klinik konnten wir genetische Veränderungen identifizieren, die langfristig dazu dienen können Hochrisikopatienten zu erkennen. Diese Identifizierung ermöglicht eine frühzeitige adjuvante Therapie wie die Bestrahlung oder eine gezielte Target Therapie“, erklärt Professor Markus Graefen.

Neben der Forschung dienen die Daten zur Ergebnisqualität auch der internen Qualitätskontrolle und der Verfeinerung von OP-Techniken. So lieferte die Datenbank überraschende Erkenntnisse bei Prostatakrebspatienten, bei denen bereits Metastasen in Lymphknoten vorlagen. Anders als in den damaligen Richtlinien vorgeschrieben, brachen die Ärzte der Martini-Klinik die Operation dann nicht ab, sondern führten den Eingriff wie geplant weiter durch.

Chefarzt Graefen zum Ergebnis: „Wir haben festgestellt, dass Patienten mit diesem Profil einen dramatischen Überlebensvorteil haben, wenn die Prostata mit der Haupttumorlast entfernt wird. Das war vorher nicht bekannt. Der Krankheitsverlauf konnte für diese Patienten um circa zehn Jahr deutlich verbessert werden.“

Fazit: Mit kleinen aber effektiven Korrekturen können Behandlungen zum Wohle des Patienten verbessert werden. Die Datenerhebung hilft den Operateuren, ihr Handwerk noch perfekter zu beherrschen. „Man kann nur besser werden, wenn man misst“, so Professor Markus Graefen.

Die Martini-Klinik bildet das weltweit größte Prostatakarzinom-Zentrum gemeinsam mit der Klinik und Poliklinik für Urologie des UKE. Hier werden jährlich rund 2.200 Prostataoperationen vorgenommen und seit über 20 Jahren die Ergebnisqualität der Operationen systematisch durch Patientenbefragungen erhoben und dokumentiert.

Das von Chefarzt Prof. Hartwig Huland in der Martini-Klinik eingeführte Faculty-System gewährleistet hohe Kompetenz und Erfahrung im gesamten Ärzteteam mit individueller Spezialisierung auf dem kleinen Gebiet des Prostatakrebses. Durch hohe Ergebnisqualität und viele wissenschaftliche Forschungsarbeiten genießt die Martini-Klinik bei Patienten und Ärzten einen exzellenten Ruf.

Mehr Informationen im Internet unter: www.martini-klinik.de


Pressekontakt:
Nicola Sieverling
Tel.: (040) 63977173
Mobil: 0172-4554362
E-Mail: redaktion@nicola-sieverling.de

Christine Trowitzsch | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten