Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit erstes Forschungsinstitut für Alpine Notfallmedizin in Bozen eröffnet

23.02.2010
Wenn Rettungskräfte zu Verletzten gelangen, beginnen sie sofort mit einer Reihe von Untersuchungen. Atmet der Patient noch? Ist er verletzt oder unterkühlt?

Im Gebirge erschweren logistische und klimatische Verhältnisse Diagnose und Behandlung. Was auf der Straße funktioniert, kann im Gebirge unmöglich sein. Es ist deshalb unabdingbar, die technologischen und medizinischen Errungenschaften auf Notsituationen im Gebirge anzupassen.

Forschung in diesem speziellen Gebiet ist Aufgabe des weltweit ersten Instituts für Alpine Notfallmedizin, das heute an der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Institutsleiter ist Universitätsdozent und Bergrettungsarzt Hermann Brugger. Als langjähriger Präsident der Internationalen Kommission für Alpine Notfallmedizin (ICAR) hat er die Entwicklung dieses jungen Fachgebiets von Anfang an maßgeblich mitbestimmt. Ihm zur Seite steht Institutsmitarbeiter Giacomo Strapazzon, Facharzt für Innere Medizin und ebenfalls Bergrettungsarzt.

Die Forschungsziele des neu eröffneten Instituts betreffen alle Bereiche der Alpinen Notfallmedizin mit dem Ziel, die Rettung und Behandlung von Berg-Unfallopfern kontinuierlich zu verbessern. "In erster Linie leisten wir Netzwerkarbeit. Aus Ideen entstehen Projekte, an denen Mitarbeiter aus der ganzen Welt beteiligt sind. Wir planen, koordinieren und führen gemeinsam mit diesen Experten die Projekte durch", erklärt Hermann Brugger.

So analysieren die Wissenschaftler beispielsweise Daten von Lawinenunfällen. Giacomo Strapazzon erläuterte eine Fallstudie, bei der die Herzfrequenz während einer Lawinenverschüttung aufgezeichnet wurde und zog daraus konkrete Schlüsse für die Beurteilung der Überlebenswahrscheinlichkeit von Lawinenopfern. Aus diesem Fallbeispiel kann man schließen, dass in Einzelfällen Menschen auch mehrere Stunden unter einer Lawine überleben können.

Neben klinischen und experimentellen Studien sollen an der EURAC auch Datenbanken erstellt werden. Erfasst werden hierbei Häufigkeit, Art der Behandlung und Prognose von spezifischen Krankheiten wie Unterkühlung, Erfrierung und schweren traumatischen Verletzungen. Mit diesen Datenbanken können Risikofaktoren festgestellt werden, die zum Unfall geführt haben, und es können die verschiedenen Rettungsmaßnahmen und Therapien verglichen werden. Die Datenbanken und deren Auswertung können die Grundlage sein für die Ausarbeitung von Behandlungsrichtlinien, die zusammen mit der Internationalen Kommission für Alpine Notfallmedizin ICAR MEDCOM erarbeitet werden.

Das EURAC-Institut für Alpine Notfallmedizin arbeitet eng mit der Medizinischen Universität Innsbruck, dem Südtiroler Sanitätsbetrieb, den Bergrettungsdiensten und verschiedenen alpinmedizinischen Gesellschaften zusammen, insbesondere mit der Internationalen Kommission für Alpine Notfallmedizin ICAR MEDCOM.

Julia Reichert | idw
Weitere Informationen:
http://www.eurac.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

6. Leichtbau-Tagung: Großserienfähiger Leichtbau im Automobil

23.08.2017 | Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Turbulente Bewegungen in der Atmosphäre eines fernen Sterns

23.08.2017 | Physik Astronomie

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Mit Algen Arthritis behandeln

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie