Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welttuberkulosetag 2011: Strategien im Licht neuer Entwicklungen

21.03.2011
Gemeinsame Pressemitteilung Robert Koch-Institut, Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose, Koch-Metschnikow-Forum, Nationales Referenzzentrum für Mykobakterien

Die Tuberkulose ist in Deutschland nach wie vor ein relevantes Gesundheitsproblem. Dem Robert Koch-Institut wurden nach dem neuen RKI-Bericht zur „Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland im Jahr 2009“ insgesamt 4.444 Tuberkulosen übermittelt, im Jahr 2008 waren es 4.512 gewesen.

Der Trend ist seit Jahren rückläufig, allerdings verringert sich die Zahl der Betroffenen nicht mehr so schell wie früher. Mehr als ein Drittel (36,1 %) der Lungentuberkulosen gehört zu der besonders ansteckenden (mikroskopisch positiven) Form, die Zahl ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen.

„Eine moderne Tuberkulosekontrolle muss frühzeitig auf Änderungen der Epidemiologie reagieren und neue diagnostische und therapeutische Strategien gezielt einsetzen. Dies erfordert eine kontinuierliche Fortbildung der Fachkreise und aktive Information der Bevölkerung“, betont Reinhard Burger, Präsident des Robert Koch-Instituts. Das zeigt auch ein Ausbruchsgeschehen aus Norddeutschland, bei dem sich ausgehend von einem einzigen Erkrankungsfall insgesamt 37 Personen mit Tuberkulosebakterien infiziert haben (Epidemiologisches Bulletin 6/2011). Die späte Diagnose, häufig erst Monate nach Beginn der Symptome und die abnehmende Erfahrung in Deutschland in der Therapie der Erkrankung und vorbeugenden Behandlung zu deren Verhinderung erhöhen das Risiko einer massiven, oft lange unbemerkten Streuung des Erregers.

Kinder sind dagegen nur in Ausnahmefällen ansteckend, gehören aber selbst zu den besonders gefährdeten Gruppen. Nach einer Infektion entwickeln sie häufiger und schneller eine Erkrankung als Erwachsene. Deshalb gelten Kinder auch als „Indikator“ für das Ansteckungsrisiko. Sie sind auch von schweren Verläufen wie der tuberkulösen Hirnhautentzündung und der generalisierten Tuberkulose häufiger betroffen als Erwachsene. Im Jahr 2009 erkrankten 146 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren an einer Tuberkulose. Gegenüber dem Vorjahr wurden damit 22 (17%) Erkrankungsfälle mehr registriert, der Anstieg scheint sich nach den vorläufigen Zahlen für 2010 fortzusetzen.

Tuberkulose im Kindesalter ist auch das Schwerpunktthema des Symposiums am 21./22. 3.2011 im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin-Mitte. Organisiert wird die Tagung von dem dort ansässigen Koch-Metschnikow-Forum (KMF), Teilnehmer sind Experten aus dem In- und Ausland, auch aus besonders betroffenen Regionen. Das KMF ist eine deutsch-russische Initiative des Petersburger Dialoges, das Kooperationsprojekte auf dem Gebiet der Bekämpfung der Infektionskrankheiten koordiniert und gestaltet, insbesondere in Osteuropa.

Das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose ist ebenfalls international engagiert und organisiert ein Stipendienprogramm für osteuropäische und asiatische Gastärzte. Das Nationale Referenzzentrum für Mykobakterien in Borstel führt, auch in seiner Funktion als Supranationales Referenzzentrum der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Qualitätskontrollen zur Tuberkulosediagnostik in mehr als einem Dutzend Staaten durch, hilft beim Aufbau von Tuberkulose-Programmen und -Laboratorien, vor allem in den Staaten, die nach dem Zerfall der früheren Sowjetunion entstanden sind (NUS), und es bietet auch Trainingskurse an. Beim RKI laufen die Meldedaten für Deutschland zusammen, v.a. zu Krankheitsverlauf, Ausbruchsgeschehen, Behandlungsergebnissen und zur Resistenzsituation. Diese bilden die Grundlage des jährlichen Berichts. Das RKI koordiniert auf nationaler Ebene die Tuberkulosekontrolle in Deutschland und ist auch Kontaktpunkt der WHO und des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC).

Herausgeber:
Robert Koch-Institut
Nordufer 20
D-13353 Berlin
Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit
Pressestelle:
Susanne Glasmacher (Pressesprecherin)
Günther Dettweiler
(stellv. Pressesprecher)
Heidi Golisch
Judith Petschelt
Kontakt
Tel.: 030-18754-2239, -2562 und -2286
Fax: 030-18754 2265
E-Mail: presse@rki.de

Susanne Glasmacher | idw
Weitere Informationen:
http://www.rki.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Revolutionär: Ein Algensaft deckt täglichen Vitamin-B12-Bedarf
23.04.2018 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

nachricht Eine Teleskopschiene für Nanomaschinen
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart, Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics