Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zum Weltdrogentag am 26. Juni: Alkoholmissbrauch bei Jung und Alt

24.06.2011
Alkohol ist das am weitesten verbreitete Suchtmittel in Deutschland. Insgesamt trinken schätzungsweise 9,5 Millionen Menschen zwischen 18 und 65 Jahren Alkohol in gesundheitlich riskanten Mengen. Rund 1,3 Millionen von ihnen sind alkoholabhängig. Viele Jugendliche und Erwachsene unterschätzen die gesundheitlichen Risiken und das Abhängigkeitspotenzial von Alkohol massiv. Darauf macht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anlässlich des Weltdrogentages am 26. Juni aufmerksam.

Legale Suchtmittel wie Alkohol werden häufig nicht als gefährliche Drogen angesehen. Der Alkoholkonsum in Deutschland ist daher in fast allen Altersgruppen – bei Erwachsenen, Jugendlichen und teilweise bereits bei Kindern – verbreitet. Viele von ihnen unterschätzen die gesundheitlichen Risiken von Alkohol, wie die hohen Zahlen der mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingelieferten Menschen zeigen.

Diese sind nicht nur bei Heranwachsenden zwischen 10 und 20 Jahren deutlich gestiegen (von 9500 Fällen im Jahr 2000 auf 26.400 Fälle in 2009). In nahezu jeder Altersgruppe wächst von Jahr zu Jahr der Anteil derer, die aufgrund eines akuten Rausches medizinisch versorgt werden müssen. In der Altersgruppe der 40- bis 50-Jährigen etwa hat sich die Zahl von rund 13.000 im Jahr 2000 auf rund 25.000 im Jahr 2009 fast verdoppelt.

„Alkohol ist das am weitesten verbreitete Suchtmittel in Deutschland. Das Abhängigkeitspotenzial und die gesundheitlichen Gefahren von Alkohol werden von Jugendlichen und Erwachsenen stark bagatellisiert“, erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, anlässlich des Weltdrogentages am 26. Juni. „Doch Alkohol ist ein Zellgift, das fast alle Organe im Körper schädigen und zum Beispiel Herzmuskel- und Krebserkrankungen verursachen kann. Täglich sterben allein in Deutschland rund 200 Menschen an den Folgen ihres Alkoholmissbrauchs.“

Insgesamt trinken schätzungsweise 9,5 Millionen Menschen zwischen 18 und 65 Jahren Alkohol in gesundheitlich riskanten Mengen. Rund 1,3 Millionen von ihnen sind alkoholabhängig. Schon geringe Alkoholmengen können auf Dauer zu Gesundheitsschäden führen. Deshalb sollten Frauen pro Tag nicht mehr als 12 Gramm Reinalkohol (1 kleines Glas Bier) und Männer nicht mehr als 24 Gramm Reinalkohol (2 kleine Gläser Bier) an maximal fünf Tagen in der Woche trinken.

Kinder und Jugendliche besonders gefährdet
Kinder und Jugendliche sind besonders durch Alkohol gefährdet. Je früher sie mit dem Alkoholtrinken beginnen, desto größer ist die Gefahr einer gesundheitlichen Schädigung. Denn ihr Körper befindet sich noch in der Entwicklung. Darüber hinaus steigt das Risiko einer späteren Abhängigkeit. Daher sieht das Jugendschutzgesetz vor, dass Alkohol für Heranwachsende unter 16 Jahre generell tabu ist. Doch noch immer greifen einer aktuellen BZgA-Studie zufolge 13 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal wöchentlich zu alkoholischen Getränken. Knapp 17 Prozent von ihnen geben an, mindestens einmal im Monat Rauschtrinken zu praktizieren, das heißt fünf oder mehr alkoholische Getränke bei einer Gelegenheit zu konsumieren – der Großteil von ihnen ist unter 16 Jahre alt.

In Deutschland setzt sich die BZgA bundesweit für die Prävention von Alkoholmissbrauch ein. Um Kinder, Jugendliche und Erwachsene ihrem Alter und ihrer Lebenssituation entsprechend über die mit Alkohol verbundenen Risiken zu informieren und für einen verantwortungsvollen und gesundheitsbewussten Umgang mit alkoholischen Getränken zu sensibilisieren, hat die BZgA drei bundesweite Programme zur Alkoholprävention entwickelt:

• Die Jugendaktion „NA TOLL!“ (http://www.bist-du-staerker-als-alkohol.de) für 12- bis 16-Jährige, die eine kritische Einstellung gegenüber Alkohol fördert.

• Die Jugendkampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“ (http://www.kenn-dein-limit.info) für die Zielgruppe der 16- bis 20-Jährigen. Diese im Jahr 2009 gestartete Kampagne zum verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol wird vom Verband der privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) finanziell umfangreich unterstützt.

• Das Präventionsprogramm für Erwachsene „Alkohol? Kenn dein Limit.“ (http://www.kenn-dein-limit.de), das unter anderem mit einer bundesweiten Informationstour in Einkaufszentren, auf Messen und bei Großveranstaltungen Station macht, um über die Gefahren von Alkohol aufzuklären und den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit zu geben, ihren eigenen Alkoholkonsum zu überprüfen und kritisch zu reflektieren. Bilder von der Informationstour und aktuelle Tour-Termine unter http://www.kenn-dein-limit.de/informationstour.

Die BZgA-Studie „Der Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsender in Deutschland 2010“ steht unter http://www.bzga.de/forschung/studien-untersuchungen/studien/suchtpraevention/ zum Download zur Verfügung.

Dr. Marita Völker-Albert | idw
Weitere Informationen:
http://www.bzga.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ein neuer Index zur Diagnose einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Cockpit für Kühlgeräte

20.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Der Hausschwamm als Chemiker

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie