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Welt-Krebs-Tag: Wie verändert sich die Onkologie?

01.02.2012
Jährlich erkranken rund 40.000 ÖsterreicherInnen an Krebs und ihre Zahl wird immer größer. Seit 1983 hat die Anzahl der jährlichen Neuerkrankungen um rund 20 Prozent zugenommen.

Aufgrund dieser Entwicklung und infolge intensiver internationaler Forschungstätigkeiten in den letzten Jahren wandelt sich die Onkologie – auch an der Medizinischen Universität Innsbruck.

Aufgrund der demographischen Entwicklung nimmt die Zahl der Krebserkrankungen jährlich zu. Krebs ist auch eine Erkrankung des Alters. Aber nicht nur die hohe Anzahl an PatientInnen, sondern insbesondere der ständige Fortschritt in der Vorsorge, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Krebserkrankungen führt dazu, dass sich die Onkologie stark verändert. Bisher wurden KrebspatientInnen in den verschiedenen Kliniken behandelt.

Die Zukunft sieht anders aus: „Wir entwickeln uns weg von einer Organorientierung hin zu einer Problemorientierung“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hilbe, stellvertretender Direktor der Univ.-Klinik für Innere Medizin V (Hämatologie und Onkologie). „Damit wir den Anforderungen der Zukunft begegnen können, werden fach- und sektorübergreifende Organisationsstrukturen geschaffen, um die Versorgung der PatientInnen, die Forschung, die Lehre und Weiterbildung auf hohem Niveau weiterzuentwickeIn.“

In Innsbruck wurde 2011 in Zusammenarbeit mit der TILAK die Basis für ein Expertenzentrum zur Behandlung von TumorpatientInnen (Comprehensive Cancer Center) geschaffen. „Ziel des Innsbrucker Tumorzentrums ist es, dass nicht die PatientInnen zu einzelnen ÄrztInnen kommen, sondern das Fachwissen von ÄrztInnen zum einzelnen Patienten.“ Drehscheibe ist hier das Tumorboard, ein interdisziplinäres Expertengremium, das den Behandlungsweg vorgibt.

Ziel: Zufriedene PatientInnen mit hoher Lebensqualität
In der modernen Onkologie arbeiten viele Bereiche zusammen, um auch PatientInnen, bei denen eine Heilung nicht möglich ist, ein längeres Leben bei guter Lebensqualität zu ermöglichen. „Es werden verschiedene Methoden aus der Chirurgie, Strahlentherapie, Chemotherapie und molekularen Therapie eingesetzt“, sagt Prof. Hilbe. „Hinzu kommen eine optimale Schmerztherapie und psychoonkologische Maßnahmen, bei denen auch die Angehörigen mit einbezogen werden. Darüber hinaus werden Begleiterkrankungen behandelt und es wird versucht, durch die richtige Ernährung den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen.“ Das entspricht den Zielen einer modernen Krebstherapie. „Wir wollen zufriedene PatientInnen mit einer möglichst hohen Lebensqualität“, betont Hilbe.
Innovative Forschung und personalisierte Medizin
Die erfolgreiche internationale Grundlagenforschung führt dazu, dass PatientInnen bei einzelnen Krebsformen inzwischen ein längeres Überleben ermöglicht werden kann. Ein Beispiel ist die chronische myeloische Leukämie (CML). „Früher war die Behandlung sehr schwierig und die Prognose schlecht. Jetzt kann mit der Einnahme einer Tablette über einen langen Zeitraum den PatientInnen ein normales Lebens ermöglicht werden“, erklärt Prof. Hilbe. Das Schlagwort in diesem Zusammenhang heißt personalisierte Medizin. Durch moderne, molekulare Diagnostik und Bildgebung ist es möglich, sich ein umfassendes Bild der Krebserkrankung zu machen. Durch eine Erforschung der einzelnen Bausteine einer Krebserkrankung wird es möglich sein, die Therapien individuell auf die PatientInnen auszurichten. „An der Medizinischen Universität existiert eine breitgefächerte Forschungslandschaft, die insbesondere auf dem Gebiet der Tumorforschung sehr innovativ ist“, erklärt Prof. Hilbe.
Regionale Vernetzung: „Gemeinsam ist es möglich“
Die Medizinische Universität Innsbruck nimmt eine Vorreiterrolle in der Behandlung von Krebserkrankungen in Tirol ein. „Auch wenn wir eine Drehscheibe sind, soll es möglich sein, das PatientInnen ihre beste Therapie auch in der Nähe ihres Wohnortes erhalten“, sagt Prof. Hilbe. „Wir sind deshalb in ein regionales Netzwerk eingebunden.“ Die Zusammenarbeit mit ÄrztInnen in den Regionen ist auch deshalb von großer Bedeutung, weil ein Großteil der Vor- und Nachsorgemaßnahmen in der Peripherie passiert. Prof. Hilbe begrüßt daher das internationale Motto des diesjährigen Weltkrebstages „Gemeinsam ist es möglich“. „Eine gute Vernetzung und Zusammenarbeit, sowohl international als auch regional, ist nicht nur für zeitgemäße Vorsorge, sondern auch für die Behandlung und Rehabilitation sehr wichtig.“

Dr.in Barbara Hoffmann | Medizinische Universität Innsbru
Weitere Informationen:
http://www.i-med.ac.at

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