Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weibliche Hormone bei Frauen in den Wechseljahren gezielt mit Erfolg einsetzen

08.10.2009
Die Lebensqualität von Frauen in den Wechseljahren kann stark beeinträchtigt sein. Häufig leiden sie unter Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, es kommt zu Harninkontinenz und auch die Knochendichte nimmt ab.

Seit Jahren wird kontrovers diskutiert, ob die Gabe von weiblichen Hormonen bei allen Beschwerden hilft, wann diese Hormone eingesetzt werden sollen und bei welchen Patientinnen sie mehr schaden als nützen. Erstmalig liegt nun eine deutsche Leitlinie von höchster Qualitätsstufe zur Hormontherapie vor. Darin sind die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse für behandelnde Ärzte und betroffene Frauen zusammengefasst.

Die Leitlinie gibt Behandlungshinweise zu Beschwerden, Nebenwirkungen und weiteren Therapiemöglichkeiten. So zeigen die Studienauswertungen beispielweise, dass die Hormontherapie nicht eingesetzt werden sollte, um Harninkontinenz zu beseitigen oder, wie man vielfach früher dachte, die koronare Herzkrankheit zu verhindern. Dafür stehen andere, wirksamere Therapien zur Verfügung. Die Gabe von Hormonen ist jedoch sehr effektiv bei Hitzewallungen und vaginaler Trockenheit - den am häufigsten auftretenden Beschwerden.

Ein erwünschter Nebeneffekt kann außerdem bezüglich der Knochendichte auftreten: Bereits niedrige Hormondosierungen bremsen den nach dem Wechsel verstärkten Knochenmasseverlust. Im Unterschied zu früheren Meinungen soll heute die Hormontherapie in den Wechseljahren nicht mehr viele Jahre und Jahrzehnte lang, sondern nur bei ausgeprägten Beschwerden für eine kurze, begrenzte Zeit gegeben werden. Empfohlen werden etwa zwei Jahre. Dann gibt es nach heutigem Kenntnisstand auch keine oder nur geringe unerwünschte Nebenwirkungen.

"In der Hormontherapie stehen Östrogene und Gestagene zur Verfügung. Entscheidend ist die passende Kombination und Dosierung, um den Nutzen zu optimieren und unerwünschte Nebenwirkungen zu minimieren", erläutert Prof. Dr. med. Thomas Strowitzki, Gynäkologe an der Universität Heidelberg und einer der Experten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft ist eine von 18 Fachvereinigungen, die zusammen mit Verbänden, Arbeitsgemeinschaften und Selbsthilfegruppen die interdisziplinäre S3-Leitlinie "Hormontherapie in der Peri- und Postmenopause" erarbeitet hat.

Die Federführung lag bei der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Die Leitlinie hat die höchste Qualitätsstufe der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) erhalten. Sie erfüllt internationale methodische Standards, ist auf dem aktuellen Wissensstand klinischer Studien erstellt und beruht auf einer strukturierten Konsensfindung eines repräsentativen Gremiums, koordiniert von Professor Dr. med. Olaf Ortmann. Für die DGE haben unter anderem Professor Dr. med. Ludwig Kiesel, Professor Dr. med. Thomas Gudermann, Professor Dr. med. Günter Emons und Professor Dr. med. Peyman Hadji die Inhalte mit erarbeitet.

Endokrinologie ist die Lehre von den Hormonen und dem Stoffwechsel sowie den Erkrankungen auf diesem Gebiet. Hormone werden von den endokrinen Drüsen, zum Beispiel Schilddrüse oder Hirnanhangdrüse, aber auch bestimmten Zellen in Hoden und Eierstöcken, "endokrin" sezerniert, das heißt nach innen in das strömende Blut abgegeben. Im Unterschied dazu geben die "exokrinen" Drüsen wie beispielsweise die Speicheldrüsen ihre Sekrete nach außen ab, diese in den Verdauungstrakt.

Informationen im Internet:
S3-Leitlinie "Hormontherapie in der Peri- und Postmenopause", September 2009
Langversion: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/015-062.htm
Kurzversion: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/015-062k.htm
Kontakt für Journalisten:
Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie
Beate Schweizer
Pf 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931 295
Fax: 0711 8931 167
E-Mail: Schweizer@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.endokrinologie.net

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

ICTM Conference 2017: Production technology for turbomachine manufacturing of the future

16.11.2016 | Event News

Innovation Day Laser Technology – Laser Additive Manufacturing

01.11.2016 | Event News

#IC2S2: When Social Science meets Computer Science - GESIS will host the IC2S2 conference 2017

14.10.2016 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops