Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wächter über den Stress

21.09.2009
Wie hängen persönliche Fitness und mentale Fähigkeit zusammen? Das untersucht die interdisziplinäre Forschungsgruppe hiper.campus am KIT - mit dem Ziel, das kognitive Leistungsvermögen zu steigern.

Eine der Ideen der Gruppe um Dr. Stefan Hey wird nun zu einer Existenzgründung führen. Mit rund 350.000 Euro aus dem Programm EXIST fördert das Bundeswirtschaftsministerium über 18 Monate die Geschäftsidee eines Stressguard.

Dahinter verbirgt sich ein am Körper tragbares Sensorsystem.
Der Stressguard ermittelt Parameter wie EKG und körperliche Aktivität mobil und kontinuierlich, um den körperlichen und geistigen Stress des Anwenders beurteilen zu können. Zudem unterstützt er mit intelligenten Rückmeldungen den Nutzer bei der Steigerung seiner Leistungsfähigkeit.

Indem er die Belastung über einen längeren Zeitraum fundiert überwacht und dokumentiert, hilft der Stressguard dem Anwender, darauf zu achten, sich ausreichend zu bewegen. So kann er beispielsweise überprüfen, ob ein Versuch, den Stress zu bewältigen - eine kurze Arbeitspause zum Beispiel oder Sport -, wirksam ist. Oder helfen, eine Stresssituation zu unterbrechen, wenn ein Schwellwert überschritten wird, zum Beispiel, indem er ein akustisches oder taktiles Signal aussendet, das mit einer Handlungsempfehlung verbunden ist.

Das Gerät besteht aus einem Brustgurt mit integrierten Elektroden und weiteren Sensoren. Sie erkennen neben den Biosignalen auch die Bewegungsintensität des Anwenders - nur so lässt sich an ihnen ablesen, wann wirklich Stress die Ursache etwa für eine höhere Pulsrate ist. Und nur dann, so Hey, liefern sie "Maßzahlen für die mentale und psychische Belastung".

Das Interesse anderer Forschungsstätten an der Entwicklung sei groß, sagt Stefan Hey. So kam sie bei einer Studie im Bereich Physioeconomics zum Einsatz, zu der Frage, wie sich Stress auf ökonomische Entscheidungen auswirke. Anfragen liegen auch von weiteren Forschungseinrichtungen vor, die zum Beispiel Stress von Menschen in Bereitschaftsdiensten messen wollen oder eine Stressstudie mit Suchtkranken vornehmen.

Dr. Jörg Ottenbacher, Dr. Ulrich Großmann und Jürgen Stumpp, drei Wissenschaftler am KIT, werden das Kernteam der zu gründenden Firma bilden, die das Gerät in Stufen am Markt etablieren will. Nach interessierten Wissenschaftseinrichtungen wollen sie ihr Augenmerk auf Menschen und Gruppen richten, die sich professionell mit den Themen Fitness und Stress beschäftigen. Erst dann peilen sie den Endverbraucher an.

hiper.campus ist eine mit Mitteln der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder finanzierte Forschungsgruppe am House of Competence (HoC) des KIT, in der Elektrotechniker, Psychologinnen und Sportwissenschaftler zusammenarbeiten. Sie sucht nach Wegen, Körper und Geist zu trainieren und dabei elektronische Mittel zur Hilfe zu nehmen. Ein Schwerpunkt dabei ist der Zusammenhang von Stress und körperlicher wie auch geistiger Leistungsfähigkeit. Von Interesse ist auch, wie körperliche Aktivität die kognitive Leistungsfähigkeit beeinflusse - zu jungen Erwachsenen, so Hey, gebe es da noch wenige Erkenntnisse. Es sei das Ziel der Forschungsgruppe ihre Entwicklungen in die Lehre zu transportieren - den Studierenden etwa mit Hilfe eines virtuellen Coachs aufzuzeigen, wie sportliche Bewegung ihr Denkvermögen steigern kann.

Im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) schließen sich das Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft und die Universität Karlsruhe zusammen. Damit wird eine Einrichtung international herausragender Forschung und Lehre in den Natur- und Ingenieurwissenschaften aufgebaut. Im KIT arbeiten insgesamt 8000 Beschäftigte mit einem jährlichen Budget von 700 Millionen Euro. Das KIT baut auf das Wissensdreieck Forschung - Lehre - Innovation.

Die Karlsruher Einrichtung ist ein führendes europäisches Energieforschungszentrum und spielt in den Nanowissenschaften eine weltweit sichtbare Rolle. KIT setzt neue Maßstäbe in der Lehre und Nachwuchsförderung und zieht Spitzenwissenschaftler aus aller Welt an. Zudem ist das KIT ein führender Innovationspartner für die Wirtschaft.

Weiterer Kontakt:

Klaus Rümmele
Stabsabteilung Presse,
Kommunikation und Marketing
(PKM)
Tel.: +49 721 608-8153
Fax: +49 721 608-5681
E-Mail: klaus.ruemmele@kit.edu

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie