Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vorreiter in der Erforschung von Nervenschmerzen

03.11.2009
BMBF bewilligt Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz eine dritte Förderperiode / Aufbau eines Qualitätsmanagementzentrums an der Universitätsmedizin Mannheim geplant

Der Deutsche Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz (DFNS) konnte sich eine weitere dreijährige Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sichern.

Der Verbund, in dem sich Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Mannheim maßgeblich engagieren, wird damit bereits in der dritten Förderperiode unterstützt. Mit der Anschlussförderung festigt das deutschlandweite Netzwerk seine Vorreiterrolle in der Erforschung neuropathischer Schmerzen.

Jeder Schmerzmechanismus erfordert eine spezifische Therapie - so der Leitgedanke der DFNS. Man spricht von einer Mechanismen-orientierten oder Symptom-basierten Therapie. Um die dem Schmerz zugrunde liegenden biologischen Mechanismen im einzelnen Fall zu erkunden, bedarf es einer genauen Analyse der Schmerzsymptomatik. Mit der so genannten Quantitativen Sensorischen Testung (QST) kann die Schmerzsymptomatik mit einfachen Mitteln wie Pinsel und Wattebausch exakt erfasst werden. Eines der wichtigsten Ziele des Forschungsverbunds war in der Vergangenheit die Entwicklung eines standardisierten Protokolls zur Quantitativen Sensorischen Testung, mit dessen Hilfe sensible Defizite und schmerzhafte Symptome beim einzelnen Patienten nicht nur umfassend analysiert, sondern auch standardisiert erfasst werden können.

Professor Dr. med. Rolf-Detlef Treede, Inhaber des Lehrstuhls für Neurophysiologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, gehört dem Leitungsgremium des DFNS an. Der Mannheimer Schmerzexperte hat das Projekt "Validierung der Quantitativen Sensorischen Testung (QST) als klinisches Instrument zur Untersuchung neurobiologischer Mechanismen bei neuropathischem Schmerz" geleitet und inzwischen zum Abschluss gebracht.

Aktuell treibt Professor Treede den Aufbau eines zentralen Qualitätsmanagement-Zentrums an der Universitätsmedizin Mannheim voran, um die QST flächendeckend in Deutschland und international verfügbar zu machen und damit eine hoch qualifizierte Diagnostik neuropathischer Schmerzen sicherzustellen. Ziel ist es, die QST im wissenschaftlichen als auch im medizinischen Alltag als Standard zu etablieren. Das übergreifende Qualitätsmanagement-Zentrum wird darüber hinaus auch eine Implementierung der QST in verschiedenen neurologischen und interdisziplinären Leitlinien anstreben, wie sie bereits modellhaft in der Leitlinie "Neuropathischer Schmerz" der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) zu finden ist.

In Deutschland leiden etwa sechs Prozent der Bevölkerung, also knapp fünf Millionen Menschen, an so genannten neuropathischen Schmerzen - meist chronischen Schmerzen, deren Ursachen im zentralen oder peripheren Nervensystem zu finden sind. Etwa 20 Prozent aller Patienten, die in Deutschland wegen Schmerzen eine schmerztherapeutische Spezialeinrichtung aufsuchen, leiden an ungenügend behandelten neuropathischen Schmerzen.

Deutscher Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz (DFNS)
Der heute weltweit anerkannte Deutsche Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz wurde im Jahr 2002 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme "Forschungsverbünde für Schmerzforschung" gegründet. Seitdem befasst sich der Verbund mit der Pathophysiologie, der Prävention und der Therapie neuropathischer Schmerzen mit dem Ziel, die medizinische Versorgung von Patienten mit Nervenschmerzen grundlegend zu verbessern.
Weitere Netzwerkprojekte:
Weiterer Ausbau der weltweit größten Datenbank zu neuropathischem Schmerz - unterstützt die Erforschung neuer Therapiestrategien und eine individualisierte Diagnostik.
Blut- und DNA-Bank - Ressource für genetische Analysen, zur Identifizierung von Risikogenen für neuropathische Schmerzerkrankungen.

Zentrale Organisation und Koordination klinischer Studien - diese bilden die Grundlage für die Entwicklung neuer medikamentöser Therapieoptionen.

Dr. Eva Maria Wellnitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.neuropathischer-schmerz.de
http://www.umm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kostformen im Vergleich: Für Menschen mit Diabetes ist die Mittelmeer-Diät besonders gut geeignet
19.01.2018 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Vielversprechender Malaria-Wirkstoff erprobt
19.01.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie