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Vorhofflimmern: Trotz Therapiefortschritte viele Todesfälle

02.09.2009
Europäischer Kardiologenkongress 2009 in Barcelona

Trotz der großen Fortschritte, die in den vergangenen Jahren in der Therapie des Vorhofflimmerns gemacht wurden, verstirbt noch immer eine beachtliche Zahl an Menschen an den Komplikationen dieser Erkrankung, zeigt eine Studie des deutschen Kompetenznetzes Vorhofflimmern (AFNET), die Prof. Michael Oeff (Brandenburg/Havel) beim Europäischen Kardiologenkongress in Barcelona präsentierte.

"Des Weiteren zeigen auch die neuen Therapieoptionen ihre Schattenseiten und bergen Gefahren für neue Komplikationen, was bei der individuellen Therapieentscheidung berücksichtigt werden sollte", so die Experten.

Vorhofflimmern ist die häufigste behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörung in Deutschland, rund eine Million Menschen sind davon betroffen - Tendenz mit zunehmendem Alter steigend. In den vergangenen Jahren wurden neue Medikamente, aber vor allem auch neue invasive Behandlungsmethoden wie die Katheterablation entwickelt.

Die in Barcelona präsentierten Daten stammen aus einem AFNET-Teilprojekt, im Rahmen dessen Komplikationen und Todesfälle erfasst und beurteilt werden. Bei den bisher analysierten 498 Todesfällen stellten die Experten bei immerhin elf Prozent einen Zusammenhang mit Vorhofflimmern oder seiner Behandlung fest. Dies betraf insbesondere Schlaganfälle, akutes Herzversagen, Blutungen oder periphere Embolien. Zu den Therapie-assoziierten Komplikationen gehörten unter anderem Schlaganfall während der Ablation, Perforation während der Schrittmacherimplantation, Funktionsstörungen des Schrittmachers oder massive Blutungen aufgrund von blutverdünnenden Medikamenten.

Das Kompetenznetz Vorhofflimmern ist ein interdisziplinäres, bundesweites Forschungsnetz, in dem Wissenschaftler und Ärzte aus Kliniken und Praxen zusammenarbeiten. Ziel des Registers, der Forschungsprojekte und klinischen Studien, die im Kompetenznetz Vorhofflimmern durchgeführt werden, ist es, die Behandlung und Versorgung von Vorhofflimmer-Patienten zu verbessern.

Quelle: Oeff et al, Death and atrial fibrillation - Interim analysis of fatalities within the registry of the German Competence Network on Atrial Fibrillation (AFNET); ESC 2009 Abstract No 3651.

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
Pressestelle
Prof. Dr. Eckart Fleck / Christiane Limberg
Achenbachstr. 43, 40237 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 600 692 - 61; E-Mail: limberg@dgk.org
Roland Bettschart, Dr. Birgit Kofler - B&K Medienberatung
mobil 0043 676 6368930
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa.

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

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