Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Volksentscheid als Chance nutzen - Rauchverbote führen zu weniger Lungennotfällen

01.07.2010
Am 4. Juli 2010 stimmen die Bayern per Volksentscheid über ein umfassendes Rauchverbot ab. Die Stiftung AtemWeg ruft dazu auf, mit „JA“ für ein strengeres Gesetz zum Nichtraucherschutz zu stimmen.

Eine aktuelle Studie zeigt erneut: Ein Rauchverbot ohne Ausnahmeregelungen senkt die Rate an Klinikeinweisungen aufgrund akuter Notfälle bei Lungenerkrankungen wie Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder Bronchitis um ein Drittel.

Seit der Lockerung des Nichtraucherschutzes im Jahr 2009 wird in vielen Kneipen und Restaurants, auch in unvollständig abgetrennten Bereichen, wieder geraucht - eine Regelung, die in anderen Ländern, die den Nichtraucherschutz bereits seit vielen Jahren erfolgreich eingeführt haben, auf Unverständnis stößt. Denn die „Freiheit zu Rauchen“ beeinträchtigt nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die Gesundheit derjenigen, die passiv mitrauchen.

Aktives und Passives Rauchen schaden der Lunge

Kanadische Forscher haben im Mai diesen Jahres eine umfangreiche Studie zu den Auswirkungen des Rauchverbots auf Lungenerkrankungen vorgelegt. Sie untersuchten die Zahl der Klinikeinweisungen im kanadischen Toronto vor, während und nach der Einführung eines schrittweisen Rauchverbots. Wie schon in anderen Ländern gingen die Klinikeinweisungen deutlich zurück: 33 Prozent weniger Menschen wurden wegen akuter Probleme aufgrund von Asthma, COPD oder Bronchitis in eine Klinik eingewiesen. In zwei Vergleichsstädten Kanadas, in denen zunächst kein Nichtraucherschutz eingeführt wurde, blieb die Zahl der Einweisungen dagegen stabil.

Aktiver Nichtraucherschutz

Rauchfreie Restaurants sind für die öffentliche Gesundheit demnach besonders wichtig. Das zeigt die deutliche Abnahme der Einweisungszahlen in Kliniken in Toronto nach der Einführung des Verbots, in Restaurants zu rauchen. Doch gerade das Rauchen in Restaurants ist in Bayern nicht vollständig verboten, das Rauchen in Nebenräumen ist erlaubt. Der Qualm verteilt sich aber in allen Zimmern – einen echten Schutz für Nichtraucher gibt es derzeit nicht. „Nichtraucher, vor allem aber auch Menschen, die unter Asthma, COPD oder einer anderen chronischen Lungenerkrankung leiden, möchten in ein Restaurant oder Festzelt gehen, ohne Angst zu haben, dass ihnen die Luft noch mehr wegbleibt,“ erklärt Prof. Dr. Oliver Eickelberg, Leiter des Münchner Translationslationszentrums für Lungenforschung (Comprehensive Pneumology Center - CPC) und Vorstand der Stiftung Atemweg.

Geben Sie dem Nichtraucherschutz eine Chance

Sorgen Sie dafür, dass auch in Bayern der Nichtraucherschutz konsequent umgesetzt wird. Stimmen Sie am Sonntag, 4. Juli 2010 beim Volksentscheid für ein strengeres Rauchverbot mit „JA“ für mehr Nichtraucherschutz und für weniger Notfälle bei Menschen, die unter Asthma, COPD oder anderen Lungenerkrankungen leiden.

Weitere Informationen

Quelle der Studie: Canadian Medical Association, CMAJ, May 18, 2010, 182 (8)

Über das Comprehensive Pneumology Center: Unter dem Dach des Translationszentrums für Lungenforschung (Comprehensive Pneumology Center - CPC) untersucht das Helmholtz Zentrum München gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Klinikum der Universität München und den Asklepios Fachkliniken grundlegende Mechanismen und neue Ansätze zur Früherkennung, Diagnostik und Therapie chronischer Lungenerkrankungen.

Über die Stiftung AtemWeg: Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Lungenerkrankungen. Wir möchten helfen. Aus diesem Grund wurde die Stiftung AtemWeg errichtet. Wir klären über Lungenerkrankungen auf, wir helfen, dass sie erforscht und geheilt werden. Die Stiftung AtemWeg unterstützt eines der größten deutschen Lungenforschungszentren in Deutschland, das Comprehensive Pneumology Center (CPC) in München, wo Forscher und Ärzte Hand in Hand arbeiten.

Weitere Informationen unter http://www.stiftung-atemweg.de.

Kontakt: Kerstin v. Aretin
Stiftung AtemWeg
Max-Lebsche-Platz 31, 81377 München
Tel 089-3187-4665, E-Mail info@atemweg-stiftung.de, http://www.atemweg-stiftung.de

Michael van den Heuvel | idw
Weitere Informationen:
http://www.stiftung-atemweg.de
http://www.atemweg-stiftung.de
http://www.helmholtz-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops