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Virus als mögliche Ursache für rätselhaft Polio-ähnliche Kinderkrankheit

26.01.2018

Wissenschaftler der University of New South Wales haben überzeugende Belege gefunden, dass das Viurs „Enterovirus D68" für die rätselhafte Polio-ähnliche Krankheit verantwortlich ist, welches Kinder in Europa, Kanada und in den Vereinigten Staaten gelähmt hat.

Eine Studie, durchgeführt von Medizinwissenschaftlern der University of New South Wales in Sydney, brachte den Nachweis, dass der Enterovirus D68 die Ursache für eine rätselhafte Polio-ähnliche Krankheit ist, die in den USA, Europa und Kanada Lähmungserscheinungen bei Kindern hervorgerufen hat.


„2014 wurde die rätselhafte Krankheit, die als akute schlaffe Rückenmarksentzündung bekannt ist, bei den ersten Kindern in Amerika diagnostiziert", so Professor MacIntyre. „Bis jetzt leiden mehr als 120 Kinder an der Erkrankung . Zur Ursache wissen die Experten sich bislang keinen Rat."

Im selben Jahr gab es eine überdurchschnittlich hohe Ausbruchsrate der Infektion mit Enterovirus D68 – oder auch EV-D68 – ein Virus, das seit den frühen 60er Jahren bekannt ist und zu Erkältungssymptomen, Muskelschmerzen, Fieber und Atemstörungen führt. Etwa 2280 Menschen erkrankten in den Vereinigten Staaten, Kanada und Europa, darunter viele Kinder, bei denen die Symptome noch schlimmer ausfallen. In denselben Regionen traten viele lähmende Erkrankungen bei Kindern auf.

„Diese Tatsache erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass es eine Verbindung zwischen EV-D69 und der akuten schlaffen Rückenmarksentzündung geben muss. Bislang war es jedoch nicht bekannt, dass das Virus auch Lähmungen hervorrufen kann", so Professor MacIntyre.

Für die neue Studie nahmen die Wissenschaftler eine Literaturanalyse unter Anwendung des Bradfield Hill Kriteriums hinsichtlich der akuten schlaffen Rückenmarksentzündung vor. Beim Bradfield Hill Kriterium werden neun Prinzipien dazu verwendet, Kausalität nachzuweisen.

Benannt wurde es nach zwei Wissenschaftlern, die anhand der Prinzipien die Debatte um den Zusammenhang von Rauchen und Lungenkrebs eröffneten. „Die Methode, die Bradfield und Hill begründeten, um zu beweisen, dass Rauchen Krebs verursacht, gilt nun als akzeptierte wissenschaftliche Methode, um Kausalität nachzuweisen."

„Wir sind die Ersten, die diesen Ansatz benutzen, um einen Zusammenhang zwischen EV-D69 und der akuten schlaffen Rückenmarksentzündung nachzuweisen. Unsere Ergebnisse bestätigen, dass EV-D68 mit hoher Wahrscheinlichkeit die Ursache für die rätselhafte Krankheit und die Lähmung der Kinder ist. Diese Verbindung muss nun anerkannt werden, sodass neue Präventionsmaßnahmen in die Wege geleitet werden können."

„Das Auftreten von EV-D68 steigt weltweit rapide an. Es gibt keine medizinische Behandlungsmöglichkeit oder einen Impfstoff für die Polio-ähnliche Erkrankung, die durch EV-D68 hervorgerufen wird, weshalb es umso wichtiger ist, die weitere Ausbreitung zu unterbinden. Angemessene Hygienemaßnahmen wie das Händewaschen mit Seife für 20 Sekunden kann die Verbreitung bereits verhindern.

Die Studie unter der Leitung von Professorin Raina MacIntyre (Direktorin am NHMRC Centre for Research Excellence in Epidemic Response) wurde im Eurosurveillance Journal veröffentlicht.

Weitere Informationen:

Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin(at)ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593

oder

Deborah Smith
UNSW Media
Emai: deborah.smith(at)unsw.edu.au
Tel.: +61 478 492 060

Bei Veröffentlichung der Pressemitteilung bitten wir um eine Quellenangabe sowie die Zusendung eines Belegexemplars.

Das Institut ist die gemeinnützige Einrichtung zur Förderung des Austausches und der Auslandsstudien insbesondere mit allen Universitäten Australiens und Neuseelands sowie zur Förderung von Wissenschaft und Forschung. In seinen Förderprogrammen stellt es SchülerInnen und Studierenden Unterstützung in der Finanzierung durch Stipendien und Coaching in der Studienberatung und Studienplatzbewerbung zur Verfügung.

Weitere Informationen:

https://www.ranke-heinemann.de

Sabine Ranke-Heinemann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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