Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Virtuelle Herzen lösen Rätsel um schnellen Herztod

02.02.2015

Daten analysiert zur spezifischen Identifizierung von Risikopatienten

Virtuelle menschliche Herzen auf Supercomputern sollen laut Forschern des Victor Chang Cardiac Research Institute http://victorchang.edu.au  helfen, offene Fragen rund um das "Sudden Arrhythmic Death Syndrome" (SADS), eine der rätselhaftesten Herzerkrankungen, zu lösen. Die Forschungsergebnisse wurden in "Nature Communications" http://nature.com/ncomms  veröffentlicht.


Defibrillator: Kann im Ernstfall Leben retten

(Foto: pixelio.de/S. Hofschlaeger)

Genetische Disposition wichtig

Stirbt ein Mensch plötzlich und unerwartet, ist häufig ein Herzproblem verantwortlich. Ergibt die Autopsie keine Ergebnisse, spricht man von SADS. Dieses Syndrom kann durch eine Reihe genetischer Erkrankungen verursacht werden, die die Art beeinflussen, wie elektrische Signale durch den Herzmuskel transportiert werden und das Herz schlagen lassen.

Eines Tages kann das Herz eines Menschen zum Beispiel bei einer schweren körperlichen Anstrengung beginnen, rasch und unkontrolliert zu schlagen. Das kann zum Tod führen, wenn das Herz nicht rasch genug selbst wieder zur Ruhe kommt. Rund 1,3 Tode pro 10.000 Personen können auf SADS zurückgeführt werden. Die gleichen genetischen Probleme könnten auch beim plötzlichen Kindstod eine Rolle spielen.

Verfügt eine Person über diese genetischen Mutationen, ist eine Behandlung mit Medikamenten oder das Implantieren eines Defibrillators möglich. Offen ist jedoch die Frage, wie jene Menschen identifiziert werden können, die einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Gentests sind eine Möglichkeit. Es scheint jedoch so zu sein, dass nicht jede Person mit Genveränderungen auch an dem Syndrom leidet.

T-Welle des EKGs entscheidend

Das Team um Adam Hill hat die Daten von hunderten spezifischen Herzen auf einem Supercomputer analysiert. Es zeigte sich, dass ein genetisches Anzeichen für SADS ein charakteristischer Ausschlag auf der T-Welle des EKGs ist. Laut Hill war diese gekerbte T-Welle in den vergangenen 30 Jahren ein Teil der diagnostischen Kriterien.

Dem Experten nach ist es bislang jedoch unbekannt gewesen, was diese Welle verursacht. Mit den Daten der Simulationen gelang es jetzt zu zeigen, dass je extremer dieser Ausschlag ist, desto höher auch das Sterberisiko einer Person ausfällt. Zusätzlich wurde klar, dass die verantwortlichen Gene durch Kombinationen anderer Gene entweder verstärkt oder abgeschwächt werden können.

Laut Studienautor Arash Sadrieh bedeutet dies, dass eine Person zwar eine Mutation hat, aber über ein absolut normales EKG verfügen kann. Daher ist eine komplizierte Operation zur Verhinderung eines plötzlichen Herztodes nicht mehr nötig.

Verfügt zum Beispiel eine Schwester über eine auffällige T-Welle, trägt sie ein höheres Risiko. Laut Hill wurden die virtuellen Daten auf Patientendaten übertragen. Dabei zeigte sich, dass die präzisere Analyse der EKGs zur genaueren Diagnose führte.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Therapieansatz: Kombination von Neuroroboter und Hirnstimulation aktiviert ungenutzte Nervenbahnen
16.01.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

nachricht Europäisches Forschungsteam trickst Ebolavirus aus
16.01.2018 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuem Onlineauftritt - Lösungskompetenz für alle IT-Szenarien

16.01.2018 | Unternehmensmeldung

Die „dunkle“ Seite der Spin-Physik

16.01.2018 | Physik Astronomie

Wetteranomalien verstärken Meereisschwund

16.01.2018 | Geowissenschaften