Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit viel Vitamin D gegen Hüftbrüche im Alter

05.07.2012
Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit bestärkt
Weil die Knochen mit zunehmendem Alter schwächer und zerbrechlicher werden, steigt das Hüftbruchrisiko ab 65 Jahren kontinuierlich. Vitamin D hilft, Hüftbrüche zu verhindern, allerdings nur bei hoher Dosierung (800 Einheiten oder mehr pro Tag). Zu diesem Schluss gelangt eine vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Studie.

Gesunde Knochen erneuern sich, indem sie mit Hilfe von Vitamin D fortwährend Kalzium und Phosphat aufnehmen. Fehlt das Vitamin D, werden die Knochen brüchig. Oft geschieht dies im Alter, wenn die Fähigkeit der Haut nachlässt, mit der Energie des Sonnenlichts Vitamin D zu produzieren. Deshalb sind drei Viertel aller Knochenbrüche bei Personen über 65 Jahren zu verzeichnen. In Europa nimmt diese Altersklasse stark zu, bis 2050 ist daher mit einer Verdoppelung von Hüftbrüchen zu rechnen.

Widersprüchliche Resultate
Mehrere klinische Studien haben untersucht, ob die Anzahl Hüftbrüche und die damit verbundenen horrenden Kosten mit einer präventiven Verabreichung von Vitamin D reduziert werden können. Sie gelangten zu widersprüchlichen Resultaten. Nun haben Forschende um Heike Bischoff-Ferrari vom Zentrum Alter und Mobilität der Universität Zürich sich einen neuen Überblick über die Daten verschafft. In ihrer soeben im «New England Journal of Medicine» veröffentlichten Meta-Analyse (*) gelingt es ihnen, die Widersprüche aufzulösen.
Bischoff-Ferrari und ihre Kolleginnen und Kollegen vom Universitätsspital Zürich und Stadtspital Waid haben sich mit den Originaldaten von etwas mehr als 30‘000 betagten Personen befasst, die an elf verschiedenen klinischen Studien zur Vitamin D Supplementation teilgenommen hatten. Erstmals berücksichtigten sie dabei, dass einige Personen weniger Vitamin-D-Tropfen schluckten als vorgesehen, andere aber auch ausserhalb der Studie zusätzliches Vitamin D zu sich nahmen.

Umstrittene Dosis-Wirkungs-Beziehung
So belegten die Forschenden um Bischoff-Ferrari eine bisher umstrittene Dosis-Wirkungs-Beziehung: Nur wenn Vitamin D tatsächlich in ausreichender Menge eingenommen wird, entfaltet es seine schützende Wirkung. Das Hüftbruchrisiko verminderte sich um dreissig Prozent bei denjenigen Personen, die mindestens 800 internationale Einheiten (IE) Vitamin D pro Tag zu sich nahmen.
Von dieser Dosierung profitieren sowohl gebrechliche als auch gesunde, noch zu Hause lebende Seniorinnen und Senioren. «Unsere Studie bildet die im Moment wichtigste Evidenzbasis, um die vom Bundesamt für Gesundheit empfohlene höhere Dosierung bei älteren Personen zu bekräftigen», sagt Bischoff-Ferrari.

(*)Heike A. Bischoff-Ferrari, Walter C. Willett, Endel J. Oray, Paul Lips, Pierre J. Meunier, Ronan A. Lyons, Leon Flicker, John Wark, Rebecca D. Jackson, Jane A. Cauley, Haakon E. Meyer, Michael Pfeifer, Kerrie M. Sanders, Hannes B. Stähelin, Robert Theiler and Bess Dawson-Hughes (2012). A Pooled Analysis of Vitamin D Dose
Requirements for Fracture Prevention. New England Journal of Medicine 367: 40-49.
(als PDF beim SNF erhältlich; E-Mail: com@snf.ch)

Kontakt
Prof. Dr. med. Heike Annette Bischoff-Ferrari
Zentrum Alter und Mobilität
Rheumaklinik, Universitätsspital Zürich
Gloriastrasse 25
CH-8091 Zürich
Tel.: +41 (0)44 255 26 99
E-Mail: heike.bischoff@usz.ch

Abteilung Kommunikation SNF | idw
Weitere Informationen:
http://www.snf.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik