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Veredelte Schläuche verhindern die Thrombosegefahr

22.03.2011
Wenn sich Herzgefäße durch Ablagerungen in den Adern verengen, können Adern verstopfen – eine Thrombose bildet sich aus. Sie kann zum Herzinfarkt führen.

Künstliche kleine Schläuche in den Adern, sogenannte stents, erweitern die Adern. Dadurch ist der Blutfluss wieder ungehindert möglich. Auch an diesen Schläuchen lagern sich nach einiger Zeit wieder Zellen und Blutbestandteile ab – das Gefäß verengt sich erneut.


Implantate in der Plasmakammer
Foto: © Bellhäuser

Saarbrücker Forscher untersuchen nun in einem internationalen Verbundprojekt, wie sie die Oberfläche dieser Schläuche so verändern, dass sich ungewünschte Bestandteile dort nicht mehr anlagern können.

Unter der Federführung des INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien arbeiten Forscher an Beschichtungsverfahren, die die Schlauchwände glätten und für den Körper gut verträglich machen. Das Kick-off-Meeting des Verbundprojektes Nano4stent fand Anfang des Jahres am INM statt.

Dort trafen sich die Verbundpartner des INM, der Universitätsklinik Homburg, der Kocaeli University, Türkei, sowie der Korea University of Technology and Education, Korea. Das Verbundprojekt Nano4stent wird im Rahmen des internationalen Kooperationsnetzwerks KORANET von der EU gefördert.

Die Spezialisten am INM verwenden bei ihrer Forschung ein spezielles Verfahren: So wie sich Wasserdampf am kalten Topfdeckel in Tropfen gleichmäßig bildet, bilden die Entwickler die Beschichtung auf der Schlauchoberfläche. „Unser Ziel ist es, die Oberfläche der Schläuche ganz gleichmäßig mit einer Schutzschicht zu überziehen“, erklärt Cenk Aktas, Leiter des Programmbereichs „CVD/Biooberflächen“. Dafür wird die Oberfläche erst künstlich durch Laserbehandlung mit kleinen Mulden versehen. Wenn jede Mulde und die gesamte Oberfläche der Schläuche perfekt ausgekleidet sind, haben unerwünschte Bestandteile keine Chance mehr, mit der Oberfläche des Schlauches zu reagieren und dort anzuhaften.

Das INM erforscht und entwickelt Materialien – für heute, morgen und übermorgen. Chemiker, Physiker, Biologen, Material- und Ingenieurswissenschaftler prägen die Arbeit am INM. Vom Molekül bis zur Pilotfertigung folgen sie den wiederkehrenden Fragen: Welche Materialeigenschaften sind neu, wie untersucht man sie und wie kann man sie zukünftig nutzen?

Das INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH mit Sitz in Saarbrücken ist ein international sichtbares Zentrum für Materialforschung. Es kooperiert wissenschaftlich mit nationalen und internationalen Instituten und entwickelt für Unternehmen in aller Welt. Das INM ist ein Institut der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. und beschäftigt rund 190 Mitarbeiter. Seine Forschung gliedert sich in die drei Felder Chemische Nanotechnologie, Grenzflächenmaterialien und Materialien in der Biologie.

Ansprechpartner:
Dr. Cenk Aktas
INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH
Tel.: +49 681 9300 140
e-mail: cenk.aktas@inm-gmbh.de

Dr. Carola Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.inm-gmbh.de

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