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Veränderungen im Genom weisen den Weg

30.06.2015

Obwohl krebserkrankte Kinder heute deutlich gestiegene Heilungsaussichten haben, gibt es bei wiederkehrenden Tumoren meist nur wenige Therapiemöglichkeiten – so auch bei Neuroblastomen, soliden Tumoren, die bei kleinen Kindern auftreten können.

Genetische Untersuchungen an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) zeigen nun neue Behandlungsoptionen für diese Erkrankung auf. Hierüber berichtet das renommierte Fachmagazin Nature Genetics in seiner jüngsten Ausgabe.


Studienleiter Dr. Alexander Schramm

© UDE

Studienleiter Dr. Alexander Schramm: „Tumorgenome sind nicht stabil, sie unterliegen dynamischen Veränderungen. Daher unterscheiden sich Ersterkrankungen genetisch von wiederkehrenden Tumoren.“

In der Studie wurde deshalb das Tumorgenom junger Neuroblastompatienten untersucht, um neue Behandlungsmöglichkeiten zu finden. Im Nature Genetics-Artikel beschreiben die Wissenschaftler Kennzeichen, sogenannte Signaturen, die den Tumor gegenüber den angewandten Therapien resistent werden lassen.

Studienleiter Prof. Johannes Schulte: „Der Tumor hat gewissermaßen gelernt, sich gegen die Behandlung zur Wehr zu setzen, vergleichbar der bekannten Antibiotika-Resistenz.“

Die Forscher konnten aber nicht nur diesen Abwehrmechanismus aufdecken, sondern auch genetische Muster identifizieren, die jetzt als neue Angriffspunkte für gezielte Therapien gegen wiederkehrende Tumore geprüft werden. Die Studie wurde in enger Kooperation mit dem Genominformatiker Prof. Dr. Sven Rahmann vom UA Ruhr Center for Computational Biology (UCCB) durchgeführt.

Schramm: „Die Ergebnisse zeigen uns neue Möglichkeiten auf, wie wir – zunächst in der patientennahen Forschung – gezielt bei aggressiven Tumoren eingreifen können.“

Schulte ergänzt: „Bislang standen wir bei wiederkehrenden Neuroblastomen vor kaum überwindlichen Hürden. Mit unseren Analysen eröffnen sich uns nun echte klinische Perspektiven für diese noch tödlich endende Erkrankung.“

Die Untersuchung wurde zusammen mit dem Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) durchgeführt und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert

Weitere Informationen:
Christine Harrell, Tel. 0201/723-1615, christine.harrell@uk-essen.de

Weitere Informationen:

http://www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/full/ng.3349.html

Beate Kostka | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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