Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verändertes Infektionsrisiko durch den Klimawandel

06.06.2012
Um den Stand des Wissens über Vorkommen und Auswirkungen von Vibrionen in nordeuropäischen Küstengewässern zu erkunden, kamen Wissenschaftler aus elf europäischen Ländern in Koblenz zusammen. Das internationale Symposium „Pathogene Vibrio spp. in Nordeuropäischen Gewässern“ fand am 31. Mai und 01. Juni 2012 in der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) statt.
Vibrionen sind Bakterien, die für Menschen und Tiere gefährlich werden können. Natürliche Vorkommen von humanpathogenen Bakterien der Gattung Vibrio findet man im Meerwasser und in Ästuaren. Sie können beim Menschen Erkrankungen wie Entzündung des Magen-Darm-Traktes, Ohren- oder Wundinfektionen hervorrufen.

Verursacht werden die Beschwerden z. B. durch Meerwasserkontakt bei Vorliegen oberflächlicher oder offener Wunden bzw. durch den Verzehr belasteter Meeresfrüchte.

Da höhere Wassertemperaturen das Wachstum der Vibrionen fördern, stellten sie bislang in erster Linie ein Problem in den Ästuaren der Tropen und Subtropen dar. Jedoch traten während sommerlicher Hitzeperioden auch in unseren Breiten gehäuft Wundinfektionen durch Vibrionen auf. Bislang handelt es sich dabei um Einzelfälle; möglicherweise könnte sich die Bedeutung solcher Infektionen jedoch im Zuge der Erderwärmung verstärken.

Die Beiträge der eingeladenen Experten zeigten, dass es sich bei diesen Häufungen um ein Phänomen handelt, dass nahezu die gesamten nordeuropäischen Küstengewässer betrifft, die in verschiedenen Studien als besonders sensitiv gegenüber klimatischen Veränderungen herausgestellt wurden. Erfahrungen aus wärmeren Regionen, z. B. der Golfküste der USA, zeigten in vergangenen Jahren eine Zunahme von Infektionen mit Vibrionen. Die ökologischen und epidemiologischen Zusammenhänge des Vorkommens von Vibrionen und damit verbundenen Infektionen sind bisher für nordeuropäische Küstengewässer nur unzureichend erforscht.

Das Symposium in Koblenz diente daher der gegenseitigen Information sowie dem Aufbau einer gemeinsamen internationalen Plattform um wissenschaftliche Aktivitäten zu pathogenen Vibrionen in Nordeuropa zu bündeln und die weitere Vernetzung der Experten zu fördern. Im Fokus standen Interaktionen von Vibrionen mit ihrer Umwelt, insbesondere das Monitoring von Vibrionen in Küstengewässern, Sedimenten und Meeresfrüchten, existierende Datengrundlagen, sowie Untersuchungsmethoden und Risikoabschätzung.

Das Symposium wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung finanzierten Ressortforschungsprogramms KLIWAS durchgeführt. Etwa 100 Wissenschaftler aus vier Bundesoberbehörden (Bundesanstalt für Gewässerkunde, Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Bundesanstalt für Wasserbau, Deutscher Wetterdienst) untersuchen dort in 30 Projekten die Auswirkungen des Klimawandels auf die Bundeswasserstraßen.
Unabhängig von diesem Forschungsprogramm wird die Vibrionen-Thematik in Deutschland in erster Linie von den Bundesländern aus Gründen der Gesundheitsvorsorge verfolgt. Weitere Bundesinstitute, die sich mit der Thematik der Vibrionen beschäftigen, sind z. B. das Bundesinstitut für Risikobewertung oder das Robert-Koch-Institut.

Weitere fachliche Informationen:
Dr. Nicole Brennholt, Bundesanstalt für Gewässerkunde, Am Mainzer Tor 1, 56068 Koblenz, Tel. 0261/ 1306-5928, E-mail: brennholt@bafg.de
Dr. Simone Böer, Bundesanstalt für Gewässerkunde, Am Mainzer Tor 1, 56068 Koblenz, Tel. 0261/ 1306-5291, E-mail: boeer@bafg.de

Kontakt und Adresse für Belegexemplar:
Benno Dröge, Pressesprecher, Bundesanstalt für Gewässerkunde, Am Mainzer Tor 1, 56068 Koblenz, Tel. 0261/ 1306-5461, Fax: 0261/ 1306 5333,

E-mail: droege@bafg.de

Alfred Hommes | idw
Weitere Informationen:
http://www.bafg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik